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Magdalena Gryka lernt von Superstars

Magdalena Gryka lernt von Superstars

Auf die DSC-Volleyballerinnen wartet heute Abend in der Champions League die nächste hohe Hürde. Der deutsche Meister trifft beim polnischen Erstligisten Impel Wrocaw auf ein echtes Star-Ensemble.

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Magdalena Gryka steckte noch vor zwei Jahren im DSC-Trikot. Heute trifft sie mit Impel auf ihren Ex-Club.

Quelle: Dehli-News / Matthias Rietschel

Dresden. "Impel hat gewaltig aufgerüstet, mit viel Geld Top-Spielerinnen verpflichtet", so DSC-Trainer Alexander Waibl, der anfügt: "Wir sind klarer Außenseiter." Zwar konnte der DSC in der Vorbereitung einen 3:1-Sieg gegen Impel landen, da ließ Trainer Nicola Negro allerdings die zweite Reihe ran. Diesmal stehen den Dresdnerinnen die Stars am Netz gegenüber, wie zum Beispiel die polnische "Grande Dame" Katarzyna Skowronska-Dolata, die US-Amerikanerin Kristin Hildebrand und die Italienerin Carolina Costagrande.

Mit besonderen Gefühlen sieht Magdalena Gryka, Ex-Dresdnerin in Diensten von Impel Wrocaw, dem heutigen Match entgegen. Die 21-jährige Zuspielerin war 2013 vom DSC nach Polen gewechselt, hatte einen Dreijahres-Vertrag unterschrieben. "Als das Los jetzt gezogen wurde, bin ich gleich etwas nervös geworden", gibt die in Polen geborene, in Grimma aufgewachsene und beim VC Olympia Dresden ausgebildete Regisseurin zu. Natürlich wird heute die Aufregung noch ein wenig steigen, wenn das Spiel gegen ihren einstigen Verein beginnt. Schon gestern gab es beim Training ein herzliches Wiedersehen mit ihrer Freundin Lisa Izquierdo, mit der sie in Dresden erst ein Internatszimmer und später eine Wohnung teilte. Beide schafften etwa zur gleichen Zeit den Sprung vom VCO in die erste DSC-Mannschaft, gehörten ab 2012 fest zum Kader, bevor sich 2013 ihre Wege trennten.

Während sich Sprungwunder Izquierdo (heutiger Einsatz wegen Wadenzerrung noch fraglich) beim DSC in den Stamm spielt, sammelt Gryka bei Impel ebenfalls viele Erfahrungen, nimmt aber derzeit eher auf der Bank Platz. "Im ersten Jahr musste ich mich erst daran gewöhnen, dass Volleyball in Polen einen viel höheren Stellenwert hat und die Liga stärker ist. Beim damaligen Trainer Tore Aleksandersen habe ich anfangs fast nur an meiner Technik gearbeitet, hatte nicht so viele Spielanteile", erzählt sie. Das ändert sich in der vergangenen Saison. Da kommt zwar mit der deutschen Auswahlspielerin Denise Hanke erneut eine "Nummer eins", aber beide tauschen bald die Rollen. "Mit Denise hat es irgendwie nicht so gut funktioniert, deshalb bekam ich immer mehr Einsätze, habe ab November fast immer durchgespielt und musste Verantwortung übernehmen."

Plötzlich auftretende Herzprobleme, die sie sogar für drei Tage ins Krankenhaus bringen, unterbrechen ihren Aufstieg. "Mein Herz schlägt nicht gleichmäßig, doch das kann sogar ein Fehler von Geburt an sein, sagen die Ärzte. Nach einer Woche konnte ich zum Glück wieder spielen", so Gryka. Inzwischen hat der Verein zur Sicherheit mit der US-Amerikanerin Jenna Hagglund eine dritte Spielmacherin verpflichtet. Dem erneuten Konkurrenzdruck hält die Ex-Dresdnerin aber stand und erkämpft sich den Stammplatz zurück. Weil dem Vorstand Platz vier in der Meisterschaft jedoch zu wenig ist, wird im Sommer kräftig investiert und Impel holt mit der einstigen polnischen Nationalzuspielerin Milena Radecka eine neue Nummer eins.

"Ich habe bisher sehr viel gelernt und lerne auch jetzt wieder jeden Tag dazu. Bei dem Training auf hohem Niveau wird man automatisch besser", gewinnt Gryka der Situation dennoch das Positive ab: "Man muss beweisen, dass man nicht umsonst in diesen Kader gehört. Wann hat man schon als junge Spielerin die Chance, neben solchen Top-Athletinnen wie Costagrande oder Hildebrand und Skowronska zu stehen? Da muss man sich in jeder Einheit konzentrieren und versuchen, konstant zu arbeiten. Sie sind schließlich eine gute Passqualität gewohnt. Dabei geben mir aber die Stars sehr viele Tipps und helfen, wo es geht", berichtet Gryka, die sich zudem sicher ist: "In diesen Jahren bin ich viel selbständiger geworden."

Hat sie den Wechsel jemals bereut? Bei der Antwort zögert die Ex-Dresdnerin ein wenig: "Ich weiß ja nicht, wie es gewesen wäre, wenn ich geblieben wäre. Auf jeden Fall habe ich mich weiterentwickelt", ist sie überzeugt. Ende der Saison läuft ihr Kontrakt aus. Eine Rückkehr nach Dresden kann sie sich durchaus vorstellen. "Ich habe sehr gute Erinnerungen an den DSC", erklärt "Maggi", die irgendwann gern noch einmal mit Freundin Lisa Izquierdo in einer Mannschaft spielen würde. Heute aber konzentriert sich "Maggi" erst mal voll und ganz auf die Partie gegen ihren Ex-Verein. Und sie stellt klar: Natürlich wollen wir gewinnen."

Astrid Hofmann

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