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HC Elbflorenz holt einen Punkt in Lübeck

Handball HC Elbflorenz holt einen Punkt in Lübeck

Mit etwas Glück, aber nicht unverdient hat sich Zweitliga-Aufsteiger HC Elbflorenz den ersten Auswärtspunkt erkämpft. Beim VfL Lübeck-Schwartau sicherten sich die Männer von Trainer Christian Pöhler in letzter Sekunde ein 24:24-Unentschieden. Bester Elbflorenz-Werfer war Norman Flödl mit fünf Treffern.

Pechvogel Henning Quade konnte das Spiel bei seinem ehemaligen Arbeitgeber nur kurz von draußen verfolgen – mit einem schmerzhaften dicken Fuß.

Quelle: 54°

Lübeck/Dresden. Ein Schock zu Beginn, dann sechzig Minuten Spannung und Action pur, zum Schluss ein Griff in die taktische Trickkiste mit Happy End – die Handballer des HC Elbflorenz hielten auch im dritten Zweitliga-Spiel ihre Fans in Atem (Herztropfen inklusive). Wie schon daheim gegen Wilhelmshaven lieferte der Aufsteiger auch beim Vorjahressechsten VfL Lübeck-Schwartau vor knapp 2000 Zuschauern eine kleine Achterbahnfahrt, bot aber vor allem große Moral und nahm beim 24:24-Unentschieden (15:14) verdient den ersten Auswärtspunkt mit nach Hause.

Dabei begann die Partie für die Dresdner mit einer Horror-Szene. Ausgerechnet für Henning Quade, den Ex-Schwartauer, war das Spiel an seiner einstigen Wirkungsstätte nach 122 Sekunden beendet. Der Kreisläufer sprang seinem Mitspieler Gabriel de Santis unglücklich auf den Fuß, knickte um. „Ich habe es richtig knacken gehört“, berichtete Quade, der am Dienstag 29 Jahre alt wird. „Vom Spiel habe ich dann kaum etwas gesehen, denn erst wurde ich behandelt und in der Halbzeit hat mich ein ehemaliger Kollege in die Sana-Klinik zur Untersuchung gebracht. Ich konnte das Geschehen nur am Liveticker verfolgen, war erst nach Ende der Begegnung zurück. Aber der Punktgewinn ist cool. Das schafft bei dieser heimstarken Mannschaft nicht jeder“, fügt er begeistert an. Ob sich der Verdacht auf Bänderriss bestätigt, wird am Montag bei einer MRT-Untersuchung geklärt.

Trainer Christian Pöhler musste also umdisponieren. Norman Flödl übernahm den Part von Quade. Und der 28-Jährige lieferte eine starke Partie, war mit fünf Toren bester Dresdner Werfer. Zu Beginn hatten die Gäste etwas Mühe, nahmen nach einem 0:2-Rückstand den Spielfaden aber auf. Wie schon zuletzt folgte jedoch eine Durststrecke und sie gerieten mit 9:12 (23.) ins Hintertreffen. Aber mit einem sicheren Mario Huhnstock im Tor, dem schnellen Spiel über die Mitte und einem in dieser Phase bestens aufgelegten Patrick Hrucsak drehten die Elbestädter den Spieß um und gingen mit einem Tor Vorsprung in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel agierten die Pöhler-Schützlinge sehr stabil, lagen bis zur 48. Minute (22:20) immer in Front. Dann aber verteilten die Schiedsrichter binnen 75 Sekunden drei Zeitstrafen an die Gäste. Zudem kehrte Dennis Klockmann ins Schwartauer Gehäuse zurück und glänzte gleich mit zwei starken Paraden und entschärfte in der 59. Minute auch den von Tim-Philip Jurgeleit geworfenen Siebenmeter, mit dem die Dresdner hätten in Führung gehen können. Dafür gelang Markus Hansen sieben Sekunden vor dem Ende der Treffer zum 24:23. Die Zuschauer trauten ihren Augen nicht, was anschließend passierte. Zwar hatten die Elbestädter über einen schnellen Gegenzug ins Tor getroffen. Zählte aber nicht, denn Christian Pöhler warf kurz zuvor den grünen Karton.

Mit einer genialen taktischen Variante schickte er nach der Auszeit seine Jungs aufs Feld. Zwei Spieler zogen die VfL-Abwehr auf die linke Seite und Nils Gugisch kam als zusätzlicher Spieler von der Bank gesprintet in den freien Raum, netzte eine Sekunde vor der Sirene eiskalt zum 24:24 ein. Ausgerechnet Gugisch, der im ersten Heimspiel gegen Wilhelmshaven zum tragischen Helden geworden war, als er kurz vor dem Ende einen Siebenmeter verursachte und damit aus dem erhofften Sieg ein Remis wurde. Das machte der 20-Jährig diesmal mehr als wett. „Am Ende war es für uns eine absolute Charakter- und geschlossene Teamleistung und es ist ein verdient gewonnener Punkt“, betonte Pöhler.

 

Flödl 5, Hruscak 4, Dierberg, Greß je 3, Jurgeleit 3/3, Gugisch, Becvar je 2, Boese, de Santis je 1.

Von Astrid Hofmann

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