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Goju-Kai-Karatemeisterschaft in Dresden

Kampfkunst Goju-Kai-Karatemeisterschaft in Dresden

m 20. Mai treffen sich Deutschlands beste Goju-Kai-Karateka zum ersten mal zu einer Meisterschaft in Dresden. Rund 150 Teilnehmer messen sich dann in verschiedenen Disziplinen rund um Kampftechniken und Bewegungsabläufe. Ausrichter ist der German JKF Goju-Kai Federation

Martin Petter (2. Dan) und Caritas Claus (3. Dan) beim Goju-Kai-Training. In dieser Stilrichtung sind vor allem effektive Nahkampftechniken angesagt.
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Am Sonnabend treffen sich Deutschlands beste Goju-Kai-Karateka zum ersten Mal zu einer Meisterschaft in Dresden. Rund 150 Teilnehmer messen sich dann in verschiedenen Disziplinen in Kampftechniken und Bewegungsabläufen. Ausrichter des Wettkampfes ist der German JKF Goju-Kai Federation e.V., bundesweit der einzige offizielle Ableger des japanischen Goju-Kai-Verbandes, der diesen Namen tragen darf. Seit 2003 gibt es auch einen Dresdner Verein, der die traditionelle japanische Kampfkunst praktiziert.

Anders als die meisten stiloffenen Karateverbände in Deutschland hält sich der German JKF Goju-Kai exakt an die tief in der japanischen Geschichte verankerte Karate-Stilrichtung des Goju-Ryu, die bis in das 17. Jahrhundert zurückreicht und viele Elemente des chinesischen Boxens enthält. Charakteristisch für diese Kampfform sind daher effektive Nahkampftechniken mit allen Körperteilen.

Deshalb bezeichnet Caritas Claus, Vorsitzende des Dresdner Goju-Kai-Vereins, ihre Stilrichtung auch schon gern mal als „Telefonzellen-Karate“. „Natürlich trainieren wir auch den Kampf auf allen Distanzen“, so die Karate-Lehrerin. Die 33-Jährige trägt bereits den Titel des 3. Dans, was angesichts ihres Alters eine große Leistung ist. Innerhalb ihrer Stilrichtung gehört Claus damit schon jetzt zu den 20 höchsten Gürtelträgern in Deutschland. Der höchste Grad ist der 10. Dan, den weltweit nur wenige Auserwählte besitzen. Seit 2012 leitet Claus den 60 Mitglieder umfassenden Dresdner Verein und freut sich nun, die Deutsche Meisterschaft auszurichten. Sie selbst wird aber nicht an dem Turnier teilnehmen, sondern als Kampfrichter Platz nehmen. Die Wettkämpfe werden in den Formen Kumite und Kata ausgetragen.

Das Kumite ist der traditionelle Kampf zwischen zwei Karatekas, bei dem je nach Wettkampfstufe Techniken vorgegeben oder frei umgesetzt werden müssen. „Der Fokus liegt dort einerseits klar auf der sauberen technischen Ausführung und andererseits natürlich auf den Treffern, die letztendlich Punkte bringen“, erklärt Karate-Trainerin Claus. Die Katas hingehen sind dynamische und kreisförmige Bewegungsmuster, die die grundlegenden Kampftaktiken des traditionellen Karate darstellen. Der Wettkämpfer führt diese alleine aus und erhält je nach Schwierigkeitsgrad und Technik Wertungspunkte durch die Jury. Die Katas sind festgelegte Formen, die teilweise mehrere Hundert Jahre alt sind. Deshalb sind sie auch fester Bestandteil des Karatetrainings und erfüllen dort eine wichtige Funktion, weiss Caritas Claus: „Bei unserer Stilrichtung legen wir viel Wert auf Tradition und Geschichte, wir machen kein reines Wettkampfkarate.“

Mit vor Ort bei der Meisterschaft am Sonnabend ist auch Goju-Kai-Verbandschef und Begründer dieser Stilrichtung in Deutschland, Stanko Kumer. Der 65-Jährige wurde seinerzeit in Japan ausgebildet und trägt mittlerweile den Rang des 7. Dan, stilübergreifend einer der höchsten Grade in ganz Deutschland. Seit 1981 darf er offiziell das Goju-Kai vertreten. Derzeit arbeitet er gemeinsam mit Caritas Claus und anderen Trainern aus den rund 15 Vereinen in Deutschland an der Schaffung einer Trainerausbildung hierzulande. Kumer wird demnächst wieder nach Japan fahren, um dort seinen 8. Dan abzulegen, ein besonderes Privileg.

Auch Caritas Claus hat bereits den nächsten Grad im Blick, will sich aber keinen Stress machen. „Mit einem höheren Dan gehen auch mehr Verantwortung und eine gewisse Vorbildfunktion einher. Darauf muss man sich gut vorbereiten“, so die Dresdnerin. Eine Prüfung zum nächsten Dan kann in der Regel auch nur alle drei bis vier Jahre abgelegt werden.

Karate ist für die 33-Jährige zudem eine Lebenseinstellung, die sie seit ihrem zwölften Lebensjahr praktiziert. Als Trainerin will ihren Schützlingen in wichtigen Lebensbereichen helfen. So fördere das regelmäßige Training die Disziplin, das Koordinationsvermögen und letztlich auch das Selbstbewusstsein vor allem von Kindern und Jugendlichen. „Viele unserer Schüler sind insgesamt ausgeglichener, bringen beispielsweise auch bessere Leistung in der Schule“, so Claus. Dazu komme die Fähigkeit, in Konfliktsituationen besonnen und ruhig zu reagieren und sich notfalls auch gegen mögliche Gegner verteidigen zu können.

Was ihre Schüler von ihr gelernt haben, wollen sie am Sonnabend unter Beweis stellen. Bei den vergangenen Meisterschaften waren vor allem die Junioren aus Dresden regelmäßig auf dem Treppchen vertreten.

Von Sebastian Burkhardt

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