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Fast 1800 Zuschauer beim Bundesliga-Finale in Dresden sind begeistert

Kunstturnen Fast 1800 Zuschauer beim Bundesliga-Finale in Dresden sind begeistert

Am Sonnabend war die Margon-Arena fest in der Hand der Turnfreunde. Zum Bundesliga-Finale kamen fast 1800 Fans, um Balken-Weltmeisterin Pauline Schäfer aus Chemnitz oder auch die ehemalige deutsche Meisterin am Boden, Marlene Bindig vom Dresdner SC, zu sehen. Die Stimmung war bestens, geturnt wurde auf hohem Niveau.

Marie Sonntag vom Dresdner SC „fliegt“ während ihrer Bodenübung durch die Margon-Arena.

Quelle: Matthias Rietschel

Dresden. „Es war ein Traum, hier vor euch zu turnen“, bedankte sich eine völlig überwältigte Marlene Bindig am Sonnabend nach ihrer Bodenübung beim Publikum in der Margon-Arena. Mit diesen Worten sprach die DSC-Turnerin beim Bundesliga-Finale auch allen anderen Teilnehmerinnen aus dem Herzen. Die knapp 1800 Zuschauer feierten die Top-Stars der Szene genauso wie natürlich die Lokalmatadorinnen vom gastgebenden Dresdner SC. Mit rhythmischen Klatschen feuerten sie die Turnerinnen an, belohnten sie mit tosendem Applaus für gelungene Übungen und sorgten mit La-Ola für ein Gänsehautfeeling, das die Sportlerinnen aus allen Teilen Deutschlands nicht so schnell vergessen werden.

„Wir waren alle begeistert von dieser schönen, großen Halle und die gute Stimmung des Publikums ist auch auf uns übergegangen. Es hat riesigen Spaß gemacht, in Dresden zu turnen und das hat man uns auch angesehen“, unterstrich auch die Olympia-Vierte am Stufenbarren von Rio, Elisabeth Seitz, die mit ihrer Mannschaft vom MTV Stuttgart auch diesen dritten Wettkampf gewann und damit jetzt im Meisterschaftsfinale am 2. Dezember in Ludwigsburg erneut Favorit auf den sechsten Mannschaftstitel in Folge ist.

Die Chemnitzer Weltmeisterin Pauline Schäfer, die mit Karlsruhe auf Platz zwei kam, zeigte sich ebenfalls überrascht: „Ich war sehr erstaunt, dass so viele Leute gekommen sind. Das ist wirklich toll für das deutsche Turnen“, freute sich die 20-Jährige, die diesmal nur am Sprung und Barren turnte. „Wegen meiner Rückenprobleme, die mich schon vor der WM plagten, musste ich diesmal mein Paradegerät Balken weglassen“, begründete sie ihren Verzicht. Als beste Einzelturnerin erwies sich Michelle Timm von der TSG Steglitz. Die Freundin des mehrfachen Europameisters von Marcel Nguyen, die in Stuttgart trainiert, erreichte im Mehrkampf 51,95 Punkte.

Begeistert von der Atmosphäre und der perfekten Organisation zeigte sich auch Chefbundestrainerin Ulla Koch: „Wir freuen uns riesig, dass wir hier sein dürfen. Eine fast ausverkaufte Halle haben wir nicht jeden Tag.“ Übrigens schauten mit Kanu-Olympiasieger Tom Liebscher, der Olampiazweiten Steffi Kriegerstein oder Ruder-Olympiasieger Tim Grohmann und World-Games-Gewinner Tim Sebastian (Sportakrobatik) auch erfolgreiche Athleten anderer Sportarten vorbei.

Einen bravourösen Auftritt legten zuvor in der zweiten Liga die DSC-Lokalmatadorinnen hin. Trotz der besonderen Aufregung gewannen sie diesen dritten und letzten Wettkampf mit 179,90 Punkten. Zum Aufstieg reichte das dennoch nicht, denn den Gesamtsieg sicherten sich die zweitplatzierten Ulmerinnen. Als „Fels in der Brandung“ – wie es DSC-Trainer Tom Kroker bezeichnete – erwies sich Team-Kapitän Julia Vietor, die einen fehlerfreien Wettkampf turnte und mit 47,40 Punkten Platz vier in der Einzelwertung belegte. Aber auch Maria Sonntag, Jule Mehnert oder die Chemnitzer „Leihgabe“ Lea Marie Quaas trugen zum Erfolg bei.

Noch einmal besonders gefeiert vom Publikum wurde die deutsche Boden-Vizemeisterin Marlene Bindig, die bei ihrem letzten Wettkampf noch einmal am Boden glänzte. Die 20-Jährige erhielt dafür den Tageshöchstwert 12,75 Punkte, der auch in der ersten Liga nur von einer Turnerin (Emma Höfele, Karlsruhe) erreicht wurde. „Es war ein wunderschöner Wettkampf vor einer einmaligen Kulisse. Wir haben als Team super zusammengestanden. Nach dem wenigen Training zuletzt aufgrund meines Studiums in Südtirol war ich noch aufgeregter als sonst. Umso glücklicher bin ich, dass ich mich so aus Dresden verabschieden konnte“, sagte Bindig, der bei der anschließenden Abschiedszeremonie die Tränen übers Gesicht liefen.

Tom Kroker freute sich aber nicht nur über die Top-Vorstellung seiner Schützlinge, sondern noch über etwas anderes: „Wir haben viel Lob von den Verantwortlichen der Deutschen Turnliga für die Wettkampforganisation und die gute Resonanz erhalten. Auch die Sportlerinnen haben sich sehr wohlgefühlt und waren begeistert von der Kulisse. Das macht uns natürlich sehr glücklich.“ Da war die winzige Enttäuschung, dass es mit dem Aufstieg in diesem Jahr nicht geklappt hat, nur noch Nebensache.

Am Rande der Veranstaltung wurde bekannt, dass die Chemnitzer ihre Riege aus der Bundesliga zurückziehen wollen. Trainerin Gabi Frehse bestätigte das gegenüber dem Mitteldeutschen Rundfunk. Der DSC wäre in diesem Fall erster Nachrücker, doch eine Entscheidung über den Aufstieg in die Eliteliga ist noch nicht gefallen.

Von Astrid Hofmann

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