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Eislöwen blasen vorm Derby zur Fuchsjagd

Eishockey Eislöwen blasen vorm Derby zur Fuchsjagd

In der DEL 2 geht es am Freitagabend wieder hoch her. Besonders in Weißwasser, denn dort steigt das erste Derby zwischen den Lausitzer Füchsen und den Dresdner Eislöwen in dieser Saison. Die Gastgeber stehen nach einer Niederlagenserie enorm unter Druck, das wollen die Dresdner Puckjäger ausnutzen.

Im Fuchsbau wird es am Freitagabend wieder stimmungsvoll zugehen.

Quelle: Gunnar Schulze

Dresden. Franz Steer weiß Bescheid: „Die Derbys, die sollten wir gewinnen. Das fordern die Fans ganz besonders“, so der Trainer der Dresdner Eislöwen vor dem Freitagsduell bei den Lausitzer Füchsen (19.30 Uhr). Dabei hat der Bayer früher selbst als Spieler Derby-Atmosphäre erlebt, wenn er mit Landshut gegen Rosenheim antrat. „Früher war das regelrecht Krieg. Am besten, ich hatte nach ein paar Minuten einen Cut im Gesicht, dann war ich drin im Spiel“, berichtet der 59-Jährige. Er fügt aber hinzu: „Heute ist das nicht mehr so extrem. Das Besondere daran ist vor allem, dass die Bude richtig voll wird und die Stimmung kocht.“

Das sieht auch Stürmer Marius Garten so: „Es ist schon immer ein Hexenkessel, ob in Weißwasser oder zu Hause. Natürlich freuen Derbysiege immer die Fans. Für uns sind es vor allem drei Punkte und die sollten schon her. Nimmt man unseren Kader und das, was wir bisher gezeigt haben, dann sollten wir schon überlegen sein. Der Sieg ist auf jeden Fall unser Ziel“, betont der 29-Jährige.

Für die 60 Minuten im Fuchsbau ruht auch die Freundschaft beispielsweise mit seinen Kumpels André Mücke und Feodor Boiarchinov, mit denen Garten nicht nur in Dresden, sondern auch in Bremerhaven (Mücke) oder Hannover (Boiarchinov) schon zusammen spielte. „Da sind wir während der Partie Feinde, anschließend reichen wir uns wieder die Hand“, zieht der Eislöwen-Stürmer eine klare Linie.

Steer merkt noch lächelnd an: „Voriges Jahr gingen fast alle Derbys verloren, aber am Ende standen die Eislöwen vor Weißwasser und Crimmitschau.“ Was das heutige Duell angeht, möchte der Coach den Gastgeber trotz der Niederlagen zuletzt keinesfalls unterschätzen. „Sicher hatten die Füchse einen großen Aderlass und agieren jetzt mit einer jungen Mannschaft. Doch das Team arbeitet über die gesamten 60 Minuten sehr hart, mit großer Intensität. Und es ist immer schwierig, gegen solche Mannschaften zu bestehen“, warnt Steer. Zumal er weiter auf Petr Macholda, Matt Siddall und Steve Hanusch verzichten muss. Er halte weiterhin nach möglichen Verstärkungen Ausschau, so der Coach, um die Ausfälle zu kompensieren, doch übers Knie brechen will der erfahrene Eishockey-Lehrer dabei nichts: „Ich versuche, ob Stürmer oder Verteidiger, den besten Spieler zu holen, den ich kriegen kann. Cracks, die nicht wirklich in guter Form sind, helfen uns ja nicht weiter.“

Im Fuchsbau geht vor dem Derby dagegen die Verunsicherung um. Nach guter Vorbereitung und erfolgreichem Saisonstart (2:0 gegen Freiburg) folgten sieben Niederlagen der Lausitzer in acht Partien. Die Zahl der Gegentreffer war durchweg hoch. Dagegen verkam der Sturm zunehmend zum berühmten lauen Lüftchen. Was Coach Hannu Järvenpää auch probierte – es klappte nur wenig. Am vergangenen Wochenende waren sowohl der SC Riessersee (2:5 daheim) als auch Aufsteiger Bad Tölz (1:4 auswärts) einfach zu stark.

In dieser Woche wurde die erste Konsequenz gezogen: Der (ohnehin befristete) Vertrag mit Verteidiger Marius Nägele wurde vorzeitig aufgelöst. Der 23-Jährige spielt ab sofort für den Oberligisten EV Duisburg. An Nägele allein lagen die zahlreichen Defensivschwächen der Füchse garantiert nicht. „Die Abstimmung stimmt bei uns noch nicht. Der Abstand zwischen Verteidigern und Stürmern ist zu groß“, hat Kapitän André Mücke ausgemacht.

Dazu kommt, dass sich bisher keine wirklich funktionierende Formation, geschweige denn eine „Top-Reihe“, gefunden hat. Insofern kann man trefflich streiten, ob das Derby genau zur rechten oder doch eher zur Unzeit angesetzt ist. Einerseits ist denkbar, dass die Blau-Gelben unter der allgemeinen Erwartungshaltung nun endgültig verkrampfen. Andererseits könnte der Fokus in der Spielvorbereitung ein anderer sein, als bei „gewöhnlichen“ Gegnern. Geschäftsführer Dirk Rohrbach jedenfalls hofft, dass es für die Gastgeber zur Initialzündung wird, wieder in die Erfolgsspur zu finden. Fakt ist, dass der Tabellenelfte, soll der Anschluss an das Tabellenmittelfeld nicht frühzeitig verloren gehen, am Wochenende punkten muss. Entweder daheim gegen Dresden, oder Sonntag in Bayreuth. Am besten natürlich in beiden Matches.

Über ihr erstes Sechs-Punkte-Wochenende wären natürlich auch die Eislöwen nicht böse. Allerdings müssen sie am Sonntag bei den Bietigheim Steelers antreten. „Sie haben zwar einen kleinen Kader, aber mit sehr viel Qualität“, sagt Franz Steer voller Respekt vorm Gegner und fügt an: „Spieler wie Hauner oder McNeely hätten wir auch gern nach Dresden gelotst. Das System ist dabei unter Trainer Gaudet seit Jahren gleich und bekanntlich sehr gut. Bietigheim agiert extrem rationell und clever.“ Zuerst aber gilt die ganze Konzentration dem Derby in der Lausitz. „Auf geht´s zur Fuchsjagd“, sagt der passionierte Jäger Franz Steer grinsend.

Von Astrid Hofmann und Sebastian Matthieu

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