Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 16 ° wolkig

Navigation:
Google+
Dynamo Dresden gegen Paderborn: Ein irres Spiel erlebt seine Neuauflage

Dynamo Dresden gegen Paderborn: Ein irres Spiel erlebt seine Neuauflage

Es war Freitagabend an jenem 5. Mai im Frühjahr 2013, und 28 300 Schlachtenbummler hatten sich an die Lennéstraße aufgemacht, um live beim Spiel gegen den SC Paderborn dabei zu sein.

Voriger Artikel
Dresden-Marathon wächst weiter - Veranstalter rechnen mit neuem Rekord
Nächster Artikel
Fußballstars erspielen im Dresdner Steyer-Stadion 3000 Euro für krebskranke Kinder

Können Benjamin Kirsten (l.) und Tobias Müller am Sonntag wieder lachen?

Quelle: imago sportfotodienst

Eigentlich sind die Ostwestfalen keine Zugnummer, sie gelten als graue Maus inmitten der mit Traditionsklubs gespickten Zweiten Liga. Doch die Massen erschienen nicht, um die Elf von Stephan Schmidt zu sehen. Bis auf ein kleines Häufchen wackerer Touristen aus NRW wollten sie vielmehr ihre Dynamos dem Klassenerhalt ein Stück näher schreien - und sie wurden für ihr Kommen entschädigt. Dynamo gewann die Zitterpartie knapp mit 2:1 (1:1), schoss damit Schmidt ab und zog als 16. nach Punkten mit Aue gleich. "Das war ein irres Spiel", runzelt Dynamos Linksverteidiger Sebastian Schuppan noch heute die Stirn.

In die Neuauflage des Duells (Sonntag, 13.30 Uhr) gehen die SGD-Profis diesmal als 17., ihr Trainer heißt inzwischen nicht mehr Peter Pacult und gleichziehen können sie mit den auf dem Relegationsplatz liegenden Paderbornern auch nicht ganz. Aber sie wollen den Sieg erkämpfen wie damals, als Benjamin Kirsten schon nüchtern feststellte: "Es geht jetzt nicht mehr um Glanz und Gloria, sondern um dreckige drei Punkte."

Der Mann in Grün steht am Sonntag wohl wieder zwischen den Pfosten - und wenn die Paderborner einen Elfer kriegen, werden sie Kirsten genau in die Augen schauen. Er war an jenem lauen Abend im Frühling einer von zwei Helden, die überschwänglich gefeiert wurden. Der Torwart wehrte die Strafstöße von Alban Meha (26.) und Mahir Saglik (84.) ab, während vorn im Sturm ein unbekümmert aufspielender Abiturient zweimal den Ball ins Netz von Lukas Kruse knallte (35./70.). Steckte jener Tobias Müller im Wonnemonat noch in den Prüfungen am Sportgymnasium, um quasi "nebenbei" seine Saisontore drei und vier zu erzielen, so kann er sich diesmal noch besser auf den ihm nun gut bekannten Gegner einstellen. Der in Königshain bei Görlitz geborene 20-Jährige hat sein Abi (Note 2,5) seit Monaten in der Tasche und ist unter dem neuen Trainer Olaf Janßen mehr als nur ein Notnagel.

Schon vor dem 1:1 in Düsseldorf rang Janßen mit sich, ob er Müller als zweite Spitze neben Zlatko Dedic bringen sollte. Dann hörte der 46-Jährige auf seinen Bauch. Der befahl ihm: Schmeiß den Jungen in der zweiten Halbzeit rein! "Ich sollte Gas geben", lautete Müllers Kampfauftrag, den er in der Esprit-Arena mit Bravour erledigte. Kaum im Spiel räumte er in der 82. Minute Mitspieler Robert Koch aus dem Weg und staubte nach Dedics Pfostenkopfball zum Ausgleich ab.

Damit hat sich Müller bei Janßen noch mehr für Sonntag aufgedrängt. Gut möglich, dass ihn der 46-Jährige wie im Frühjahr Pacult (damals mangels Alternativen) von Beginn an gegen Paderborn wirbeln lässt. Vor ihm wie vor Kirsten haben die Ostwestfalen jetzt Respekt, denn die letzte verlorene Schlacht tat nicht nur Schmidt weh.

Gegen einen erneuten Sieg hätte der Ex-Paderborner Schuppan auch überhaupt nichts einzuwenden, aber auf eine vergleichbare Dramatik wie im Drehbuch von damals würde er gern verzichten: "Ich hoffe, dass wir zu Hause ein Spiel auch mal dominieren, auch mal über 90 Minuten eine gute Leistung abliefern. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann wir das letzte Mal einen souveränen Heimsieg hatten." Die Fans würden sich auch nicht dagegen sträuben, sie haben schon wieder fast 20 000 Karten gekauft, obwohl sie in dieser Saison noch keinen einzigen "Dreier" bejubeln durften.

Cristian Fiel wird wohl wie im Mai fehlen. Damals saß er die 5. Gelbe ab, diesmal plagen ihn Oberschenkel-Probleme.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.09.2013

Jochen Leimert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regionalsport
  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr