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Dynamo Dresden braucht auf St. Pauli dringend Punkte

Dynamo Dresden braucht auf St. Pauli dringend Punkte

Das "Freudenhaus der Liga" ruft, aber von Vorfreude auf das heutige Auswärtsspiel beim FC St. Pauli war den Profis von Dynamo Dresden wenig anzumerken, als sie gestern Vormittag kurz nach 9 Uhr am Stadion in den Mannschaftsbus stiegen.

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Robert Koch (l.) und Toni Leistner (Mi.) hören aufmerksam zu, was Interimstrainer Steffen Menze (3.v.l.) und sein Co-Trainer David Bergner im Training erläutern.

Quelle: Lutz Hentschel

Zu groß ist die Anspannung beim Tabellenletzten, zu groß der Druck, punkten zu müssen. Gespannt sind auch die Fans - besonders darauf, wie Interimstrainer Steffen Menze nach der Beurlaubung von Peter Pacult in Hamburg die Kurve kriegen will.

Auf spektakuläre Maßnahmen wie Straftraining, Degradierung oder Teambuilding verzichtete Menze unter der Woche. Und auch für die letzten Stunden vor dem Spiel hat er nichts Besonderes geplant. "Es wird vom Ablauf her alles so beibehalten. Das Einzige, was anders sein muss, ist die Leistung", sagte Menze vor der Abfahrt in die Partnerstadt.

Personell änderte der 44-Jährige bislang nur wenig, unter den 19 Mann, die er mit ans Millerntor nahm, waren mit Robert Koch und Toni Leistner aber zwei Kicker, die in dieser Saison noch bei keinem Punktspiel im Kader gestanden hatten. Neben den Talenten Marvin Stefaniak und Paul Milde wurden Tobias Müller, Alban Sabah und Markus Scholz nicht berücksichtigt. Cheikh Gueye fehlt noch einmal wegen seiner Roten Karte gegen Union, Filip Trojan muss wegen einer Mittelfußprellung passen.

Mit der Arbeitseinstellung seiner Spieler war Menze in den letzten Tagen insgesamt zufrieden: "Die Anspannung ist da, was gut ist. Die Arbeit war relativ konzentriert. Ich denke, die Jungs wissen, dass sie da irgendwie was verbockt haben. Ich glaube, sie sind gewillt, das auszumerzen." In vielen Einzelgesprächen erläuterte er seinen Spielern, was sie auf dem Platz besser machen müssen.

Dass Dynamo am vergangenen Freitag nach dem 3:2-Sieg der Ingolstädter gegen Bielefeld von den "Schanzern" die Rote Laterne überreicht bekam, war für die angekratzte Psyche der SGD-Profis nicht gerade heilsam. Auf das Rotlicht im Tabellenkeller als Einstimmung auf den Besuch im "Sündenpfuhl" St. Pauli hätte Menze gern verzichtet: "Das ist mit Sicherheit nicht angenehm. Das zeigt die Brisanz, in der wir uns als Mannschaft und Verein befinden. Ich denke, dass man das nicht unterschätzen darf."

Auch Linksverteidiger Sebastian Schuppan schmeckt der demoralisierende Tabellenplatz überhaupt nicht, "die Suppe haben wir uns aber zu 100 Prozent selber eingebrockt". Er hofft, dass der Schweiß der letzten Tage nicht umsonst war: "Wir haben versucht, an den Schwächen, die wir in den Spielen offenbart haben, zu arbeiten. Ich denke, dass wir das ganz gut gemacht haben. Wir waren alle konzentriert dabei."

Wichtig sei jetzt vor allem, sich wieder als Mannschaft zusammenzufinden, miteinander zu reden und füreinander zu kämpfen. Jeder solle das auch sehen, wünscht sich Schuppan: "Wir müssen uns zu einem Haufen zusammenschweißen und darüber wieder ins Spiel kommen." Auf so peinliche Videoanalysen wie die nach dem 1:3 gegen Union Berlin und dem 0:3 gegen den FSV Frankfurt hat er nicht noch einmal Lust: "Ich erzähle da sicherlich kein Geheimnis, dass das gar kein Augenschmaus war, sondern dass man da selber noch verrückt wird und die Faust in der Tasche ballt, wenn man sich sieht." Schuppan versicherte, dass die Mannschaft ganz anders als noch gegen die Berliner und die Frankfurter auftreten werde: "Wir haben uns geschworen, dass so etwas nicht noch einmal passiert. Man kann Spiele verlieren, wir werden auch in Zukunft noch Spiele verlieren, aber man muss wenigstens immer das Gefühl haben, dass wir alles dafür gegeben haben, das Spiel zu gewinnen."

Zuspruch erhielt Schuppan gestern von Dynamo-Oma Ingrid Beier (83). Sie gab ihm nicht nur eine Plastiktüte samt 30 Glückskeksen mit auf die Fahrt, sondern appellierte auch an die ganze Mannschaft: "Zeigt, dass ihr es besser könnt!" Gelingt Dynamo mit Fortuna im Bunde sogar der erste Auswärtssieg am Millerntor überhaupt, könnte es für die Sachsen im "Freudenhaus der Liga" doch noch etwas Entspannung geben.

Schiedsrichter ist heute Manuel Gräfe (39) aus Berlin.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.08.2013

Jochen Leimert

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