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Dynamo Dresden auf Familienausflug auf der Festung Königstein

Dynamo Dresden auf Familienausflug auf der Festung Königstein

"Wenn das ganze Blei verschossen, wird mit Klößen rausgeschossen!" Ob dieser Ratschlag aus dem Gassenhauer "Auf der Festung Königstein" den Profis von Zweitliga-Schlusslicht Dynamo Dresden am Sonntag bei der Erstürmung des Bollwerks Esprit-Arena hilft? Wohl kaum.

Dresden.

Dass der Festungsbrunnen auf dem hoch über der Elbe thronenden Tafelberg 152 Meter tief ist und um die Ecke Johann Friedrich Böttger als Gefangener an der Erfindung des europäischen Porzellans tüftelte, werden viele Spieler auch schnell vergessen haben. Dennoch war der gestrige Kulturtrip auf den Königstein keine Zeitverschwendung. Bei Dynamo war Teambildung angesagt - ganz entspannt ohne Klettergurt und glühende Kohlen, dafür mit Familienanschluss.

"Einfach schön, dass die Frauen und Kinder dabei sind. Einfach schön, dass man sich auch privat begegnet und nicht nur in der Kabine oder auf dem Trainingsplatz", freute sich Trainer Olaf Janßen. Beim dritten Teil von Dynamos Schlössertour - 2011 ging es nach Pillnitz, 2012 nach Moritzburg - war der Rheinländer erstmals mit von der Partie und genoss den wieder vom SGD-Präsidium organisierten Ausflug in vollen Zügen. "Ein gewaltiges Bauwerk", staunte der 46-Jährige über die Festung und schweifte in Gedanken kurz in die Vergangenheit ab: "Da kann man sich vorstellen, dass die Jungs unwahrscheinlich locker ein Bier gezischt haben, während die anderen versucht haben, die Burg zu stürmen, was ihnen nicht gelungen ist."

Während sich die Belagerer des Königsteins tatsächlich immer wieder die Zähne an den Sandsteinmauern ausbissen, möchte Janßen mit seiner Truppe am Sonntag in der Düsseldorfer Arena siegen. Über die richtige Taktik wurde gestern 240 Meter hoch über der Elbe aber nur selten gesprochen. Es ging mehr darum, sich besser kennenzulernen. "Wenn man private Gespräche führt, sich unterhält, bricht das gewisse Krusten auf", glaubt Janßen. Er schwört auf den Zusammenhalt fördernde Maßnahmen. Ob man gemeinsam essen gehe, einen Ausflug mache oder durch den Kletterpark hangele, das sei sekundär, "wichtig ist, dass man es tut und sich auch auf privater Ebene begegnet".

Robert Koch, der im Vorjahr noch vor den Gefahren von Grüppchenbildung in der Mannschaft gewarnt hatte, war froh, dass bis auf den verletzten Tobias Kempe (Reha) und den leicht angeschlagenen Cristian Fiel (fehlte entschuldigt wegen einer Behandlung) alle Kameraden mitgekommen waren und einige auch ihre Frauen und Sprösslinge mitgebracht hatten. Begegnungen wie diese könnten helfen, "dass wir komplett wieder funktionieren und alle an einem Strang ziehen".

Benjamin Kirsten, der von Ehefrau Sarah und Tochter Lena (21 Monate) begleitet wurde, war zuvor noch nie auf der Festung und freute sich über etwas Entspannung nach hektischen Tagen. Wichtig seien Treffen wie diese auch für die Spielerfrauen, damit sie neue Kontakte untereinander knüpfen könnten. Dass die Mannschaft keine sei und unbedingt Teambildung benötige, sah er aber nicht so.

Neuling Marco Hartmann pflichtete ihm bei: "Da muss man aufpassen, dass man in solche Ausflüge nicht zu viel reininterpretiert." Dem Neuzugang vom Halleschen FC, der im Vorjahr mit Freundin schon einmal die Bastei besucht hatte, war der Kurztrip trotzdem sehr willkommen: "Zur Identifikation mit dem Verein gehört, dass man sich in der Stadt und mit den Fans etwas auskennt. Das Umfeld gehört auch dazu."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.09.2013

Jochen Leimert

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