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Dresdner Starterinnen etablieren sich bei der WM in Budapest unter den Top 8 der Welt

Wasserspringen Dresdner Starterinnen etablieren sich bei der WM in Budapest unter den Top 8 der Welt

Die Wasserspringerinnen vom Dresdner SC haben bei den Weltmeisterschaften in Budapest einen starken Wettkampf vom Einmeterbrett hingelegt. Tina Punzel sicherte sich Platz sechs, ihre Klubkameradin Louisa Stawczynski konnte sich über den achten Rang in der Duna-Arena freuen.

Tina Punzel stellte sich in starker Verfassung vor und errang in Budapest den sechsten Platz.

Quelle: dpa

Budapest. Staunend standen Tina Punzel und Louisa Stawczynski gemeinsam mit der versammelten Damenkonkurrenz am Beckenrand, als die Australierin Maddison Keeney ihren letzten Sprung vom Einmeterbrett ordentlich ins Wasser brachte. Einen zweieinhalb Salto vorwärts mit einer Schraube zeigte keine andere Dame bei diesen Weltmeisterschaften in der Budapester Duna-Arena. Mit der Tageshöchstpunktzahl von 73,60 für diesen Versuch war der quirligen Springerin aus Auckland der WM-Titel sicher. Das Programm, das die 21-Jährige zeigte, glich dem eines Herrenwettbewerbes. Die beiden Dresdnerinnen Tina Punzel und Louisa Stawczynski kamen mit 30 bzw. 37 Punkten Abstand auf die Plätze sechs und acht und waren damit mehr als zufrieden.

„Mein Ziel war das Finale, jetzt stehe ich unter den Top 8 der Welt. Das kann sich sehen lassen“, sagte Stawczynski, die nach EM-Bronze nun endgültig den Durchbruch in die Weltelite geschafft hat. Es ist ihre zweite Weltmeisterschaft, vor zwei Jahren in Russland schied sie als 28. im Vorkampf aus. Vor drei Wochen machte sie mit EM-Bronze international bereits auf sich aufmerksam. „Als wir vorgestellt wurden und ich durch den aufsteigenden Rauch aus der Nebelmaschine gelaufen bin, da hatte ich Gänsehaut, das war schon cool“, sagte die Abiturientin nach ihrem Einsatz in der neu gebauten, hochmodernen Duna-Arena am Ufer der Donau. Sie saugt die für sie noch immer ungewohnte Atmosphäre im Kreise der Weltelite mit jeder Fingerspitze auf. „Früher habe ich mir das im Fernsehen angeschaut, jetzt stehe ich selbst dort“, sagt die zurückhaltende Blondine, die immer die Arme um den Bauch geschlungen trägt, bevor sie auf das Brett steigt.

Der Blick nach oben zum Siegerpodest, auf dem Maddison Keeney in der etwas zu stark klimatisierten Arena steht, ist jedoch nicht nur optisch ein Blick in die Ferne. Den Schwierigkeitsgrad zu erreichen, wäre für die relativ groß gebaute Athletin vom Dresdner SC schon körperlich kaum möglich, gibt sie zu. Ausruhen kann sich Stawczynski auf dem guten Ergebnis von Budapest auch nicht. Will sie in drei Jahren zum deutschen Olympiateam gehören, muss sie den „Absprung“ zum Dreimeterbrett schaffen, denn die Konkurrenz vom Einmeterbrett ist nichtolympisch. „Das ist natürlich das langfristige Ziel“, sagt sie. Jetzt aber wartet erst einmal die Universiade in Taiwan. Nach dem Abitur hat sich Stawczynski an der TU Dresden für ein Geschichtsstudium immatrikuliert und darf daher nach Taipeh reisen. Eigentlich will sie eine Polizeiausbildung beginnen, die sich mit dem Leistungssport besser verbinden lässt. Noch aber hat sie keine Zusage und plant daher zweigleisig.

Für ihre Clubkollegin Tina Punzel war der Wettbewerb vom Einmeterbrett hingegen nicht mehr als der Einstieg in diese WM – dreimal startet sie diese Woche noch. „Ein Wettkampf zum Steigern des Selbstvertrauens“, wie es Bundestrainer Lutz Buschkow ausdrückt. Die Frage nach der Lücke, die da zur Australierin klafft, wehrt er ab. „Tina ist dazu auch in der Lage. Sie hat mehrere deutlich schwierige Sprünge im Februar trainiert, bis ihre Fußverletzung dazwischen kam und sie fast zwei Monate pausieren musste. Wir sind mit ihrem jetzigen Schwierigkeitsgrad in den Top 6 bereits Weltspitze“, betonte Buschkow. „Mir ist bewusst, dass es dort hingehen muss, um weiterhin mitzuhalten“, sagte Tina Punzel, deren Eltern den Wettkampf von der Tribüne verfolgten.

Die australische Siegerin saß später weinend in der Pressekonferenz auf dem Podium, nachdem sie ihre Eltern am Telefon über den fast ein wenig historischen Triumph informiert hatte. „Mein Coach hat mir immer gesagt, dass ich das weibliche Wasserspringen revolutionieren und auch die anderen mitziehen könne, so dass das Springen vom Einmeterbrett nicht mehr so langweilig anzuschauen ist.“

Von Skadi Hofmann

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