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Dresdner Kanu-Ass Liebscher trotzt den eisigen Temperaturen

Höhentrainingslager Dresdner Kanu-Ass Liebscher trotzt den eisigen Temperaturen

Für das Foto nimmt Tom Liebscher die Tapestreifen von den Wangen. Sie dienten dem Dresdner Kanu-Olympiasieger am frühen Morgen als Schutz vor der beißenden Kälte. Das Kanu-Ass macht sich mit seinen Nationalmannschaftskollegen im Schweizer Höhentrainingslager fit für die neue Saison.

Tom Liebscher trainiert derzeit in den Schweizer Bergen.

Quelle: Astrid Hofmann

St. Moritz. Für das Foto nimmt Tom Liebscher die Tapestreifen von den Wangen. Sie dienten dem Dresdner Kanu-Olympiasieger am frühen Morgen als Schutz vor der beißenden Kälte. Denn trotz strahlender Sonne zeigt das Thermometer im schweizerischen Oberengadin gerade Minus 17 Grad. Dennoch zieht der 23-Jährige gemeinsam mit seinen Nationalmannschaftskollegen, darunter der Leipzigerin Tina Dietze oder dem Potsdamer Ronny Rauhe, eisern seine Runden auf den Langlaufskiern. „Ich bin schon zum fünften Mal in St. Moritz im Höhentrainingslager, aber so kalt war es bislang noch nie“, gibt Liebscher zu. Aber er weiß auch, will er seine nächsten großen Ziele erreichen, ist das Grundlagenausdauertraining eine wichtige Basis.

Zumal sich der Schützling von Trainer Jens Kühn in Zukunft nur noch auf die 1000 m konzentrieren will. Auf dieser Strecke gewann er in Rio mit dem Kajak-Vierer Gold, während es mit Zweier-Partner Rauhe über 200 m „nur“ zum fünften Platz reichte. Da in Zukunft im Sprint nur noch der Einer olympisch ist, orientiert sich Liebscher voll und ganz auf die lange Distanz.

„Das, was mich die letzten vier Jahre durch die Tür im Bootshaus getrieben hat, war nach den Spielen weg. Man kann dann einfach nicht so weitermachen, sondern muss sich neue Herausforderungen suchen“, meint der Elbestädter, der nach Rio eine längere Pause als sonst einlegte. „Zum Jahreswechsel kam dann langsam wieder die Lust. Man verfolgt, dass die Konkurrenz nicht schläft und schon wieder trainiert. Dazu kamen viele Anfragen zur nächsten WM im August im tschechischen Racice. Das ist ja für uns fast eine Heim-WM und zahlreiche Fans wollen vorbeischauen. Das motiviert natürlich wieder neu“, so Liebscher.

Zudem sei für ihn wichtig gewesen, dass alle Weichen im Umfeld für die nächsten vier Jahre gestellt werden konnten. „Das Stipendium, das ich von der Stadt erhalte und es sind auch noch andere neue Partner im Boot. Das alles ist bis Tokio 2010 ausgerichtet. Dieses Gesamtpaket verleiht mir die nötige Sicherheit und deshalb ist es für mich auch die richtige Entscheidung, in der Heimat zu bleiben“, versichert der Sportsoldat, der jetzt sein Studium des Verkehrsingenieurwesens an der TU vorantreiben möchte. „Deshalb werde ich nach diesen zwei Wochen in St. Moritz erst im März wieder in ein Trainingslager fahren, um bis dahin einige Prüfungen an der Uni vorzubereiten“, erzählt er. Sein langfristiges sportliches Ziel definiert er erst einmal so: „Ich möchte mich für Tokio für ein olympisches Boot über 1000 m qualifizieren. Da gibt es den Einer, Zweier und Vierer. Also mehrere Möglichkeiten“, meint er.

Die Grundlagen für die neue Sommersaison legt der Olympiasieger schon jetzt im eisigen Oberengadin. Naben den Einheiten auf Langlaufskiern stehen natürlich auch Krafttraining und Schwimmen auf dem Plan. „Die Kälte ist vielleicht gar nicht so schlecht“, gewinnt er den tiefen Minusgraden eine positive Seite ab, „denn das härtet ab und es fällt mir vielleicht dann zu Hause leichter, bei etwas weniger Kälte auch wieder ins Boot zu steigen und auf der Elbe zu paddeln.“ Warm ist es ja allerdings in den heimischen Gefilden auch gerade nicht...

Von Astrid Hofmann

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