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Dresdner Extremschwimmerin Kirsten Seidel bricht doppelte Belt-Überquerung ab

Dresdner Extremschwimmerin Kirsten Seidel bricht doppelte Belt-Überquerung ab

Nach knapp 16 Stunden im Wasser musste Kirsten Seidel neun Kilometer vor dem Ziel dann doch aufgeben. Die Dresdner Extremschwimmerin ist mit ihrem Versuch, den 21 Kilometer breiten Fehmarnbelt zwischen Deutschland und Dänemark als erste Frau zwei Mal zu durchqueren, gescheitert.

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Kirsten Seidel schwimmt ohne Neoprenanzug. Das war schon bei der Bodensee-Durchquerung 2012 so.

Quelle: dpa/Archiv

Puttgarden. "Vorerst", wie die 48-Jährige betont. Im nächsten Jahr will sie einen neuen Versuch starten. "Dann schaffe ich das und knacke auch den Rekord", sagt sie selbstbewusst mit Blick auf die von Bruno Dobelmann 2011 aufgestellte Zeit. Der wegen seiner gedrungenen Gestalt "Orca" genannte Schwimmer hatte den Fehmarnbelt in rund 19 Stunden und 16 Minuten als erster Mensch doppelt bezwungen.

Kirsten Seidel ist als Extremschwimmerin bekannt, seit sie 2006 über 553,5 Kilometer von Dresden bis nach Hamburg schwamm. Das erste große Unterfangen der Maschinenbau-Diplomingenieurin im Freiwasser war aber ihre erste Fehmarnbelt-Durchquerung von Puttgarden nach Rødby 2003. An diese Aktion wollte Seidel mit ihrem neuerlichen Rekordversuch erinnern. "Das war mein Pech, dass ich es genau zehn Jahre danach machen wollte", sagt sie. Denn: "Eine Woche vorher haben starke Winde die Ostsee aufgebauscht." In der Folge seien starke Strömungen vor beiden Küsten entstanden. "Vor der dänischen Küste bin ich noch durchgekommen", meint Seidel, "vor der deutschen Küste war die Naturgewalt stärker."

Als die Entscheidung zum Aufgeben reifte, hatten sie zusätzlich Schwindelgefühle geplagt. "Wohl wegen meiner Unterkühlung", wie sie sagt. Die Extremschwimmerin war in den zumeist 15 bis 16 Grad kalten Fluten ohne Neoprenanzug unterwegs. Nur durch fettige Salben dürfen sich Extremschwimmer vor der Auskühlung schützen. "Ich habe aufgehört, weil mir meine Gesundheit wichtiger ist", sagt die Dresdnerin, die ihr Geld als Mentaltrainerin im Sportbereich und in der Geschäftswelt verdient.

Bis zur Aufgabe hatte Seidel nach eigener Messung wegen der Abdrift rund 55 Kilometer zurückgelegt. "Das ist auch schon ein großer Erfolg", sagt sie. Genug ist es ihr aber noch nicht. Ende Juli im nächsten Jahr, wenn das Wetter besser und die Ostsee ruhiger sein soll, ist nun der nächste Versuch geplant. Die Zeit will ihr Team für Umbauten am Begleitboot nutzen, die es künftig erleichtern sollen, die Schwimmerin durch die Meereswellen zu lotsen. Kirsten Seidel will sich derweil beim Marathon-Spinning ausprobieren. 24 Stunden bringen die Teilnehmer dabei auf den Ergometern zu - die nächste Sportart also, die extreme Ausdauer fordert. An zwei oder drei Wettbewerben will Seidel bis zur nächsten Beltquerung teilnehmen. "Da kann ich sicher noch ein bisschen Kondition aufbauen", meint sie.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.08.2013

Uwe Hofmann

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