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Die Dresdner Lok-Sporthalle wird 60

Emerich-Ambros-Ufer Die Dresdner Lok-Sporthalle wird 60

Das Jahr 1956 war das Jahr der 750-Jahr-Feier der Ersterwähnung Dresdens. Und der ersten großen Sporthalle der Stadt – der Lok-Sporthalle am Emerich-Ambros-Ufer in der Friedrichstadt. Am 3. November 1956 weihte Günter Knobloch, der damalige Präsident der Reichsbahndirektion Dresden, die noch bis März 1962 ungeheizte Halle ein.

Der Hochbau hatte 1955 begonnen

Quelle: Archiv K. Schreiber

Dresden. Das Jahr 1956 war das Jahr der 750-Jahr-Feier der Ersterwähnung Dresdens. Und der ersten großen Sporthalle der Stadt – der Lok-Sporthalle am Emerich-Ambros-Ufer in der Friedrichstadt. Am 3. November 1956 weihte Günter Knobloch, der damalige Präsident der Reichsbahndirektion Dresden, die noch bis März 1962 ungeheizte Halle neben dem im Juni 1934 eingeweihten Sportplatz ein, verbunden mit einem Sportprogramm.

Bereits im Frühjahr 1953 keimte die Idee, eine zum Abriss an der Winterbergstraße vorgesehene Scheune zur Sporthalle umzubauen. In ihrer „Herzensgüte“ schenkte die Stadt am 2. Oktober 1953 dafür den Holzbau der Deutschen Reichsbahn. Gottlob kam es aber dann ganz anders. Das Invest-Bauvorhaben der Deutschen Reichsbahn am Emerich-Ambros-Ufer kostete 400 000 Mark. Mit freiwilligen Einsätzen der Sportler und Eisenbahner für Abriss- und Erdarbeiten begann es im Oktober 1954, ehe der Aufbau im Mai 1955 startete. Die Brückenwerkstatt Dresden der Reichsbahn von der Lößnitzstraße führte den umfangreichen Stahlbau durch, der Formstahl kam vom Schrottplatz des Bahnbetriebswerks Eberswalde.

Damals eine absolute Besonderheit: Das Parkett der Spielfläche erhielt einen patentierten Schwingboden der Firma Häser. Wie die Leiterin des Sportmuseums Leipzig, Gerlinde Rohr, bestätigte, handelte es sich um den ersten Boden dieser Art in der DDR. Die bekanntere Leipziger DHfK-Sporthalle, die ebenfalls mit diesem Boden ausgestattet wurde, wurde erst drei Jahre später eingeweiht.

Diese von den Sportlern der damaligen Betriebssportgemeinschaft (BSG) Lokomotive so ersehnte Übungs- und Spielstätte war tatsächlich die allererste große Sporthalle der Stadt. Bis dahin mussten für alle Sporttreibenden Turnhallen und Gaststättensäle – auch mal ein Wartesaal im Haltepunkt Dresden Mitte – herhalten. Das Gebäude erlebte viele Verbesserungen: vom Fernheizanschluss 1962 und dem westlichen Giebelanbau 1968 bis zur Toilettensanierung 2012.

Sportliche Höhepunkte gab die Halle reichlich her: Länderkämpfe (DDR–Polen im Hockey, DDR–UdSSR in der Künstlerischen Gymnastik), DDR-Meisterschaften und Traditionsturniere. Unvergessen die rappelvolle Spielstätte bei den Pflichtkämpfen der Lok-Handballmänner von 1962 bis 1969 mit über 1500 Zuschauern. Die Oktoberfeste im gleichen Zeitraum sind ebenfalls unvergessen.

Hauptsächlich die Abteilungen Faustball, Handball sowie Hockey des Mehrspartenvereins ESV Dresden mit seinen 1250 Mitgliedern in 16 Abteilungen nutzen die Halle mit ihrer Holzbande, die man ähnlich vom Eissport kennt. Auch der Schulsport gehört seit Langem zu den Nutzern.

Von Karl Schreiber

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