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DSC-Volleyball-Trainer Waibl bläst schon wieder zum Angriff

Haushalt ausgeglichen DSC-Volleyball-Trainer Waibl bläst schon wieder zum Angriff

Alexander Waibl scherzt und lacht. Als der 49-Jährige am Mittwoch gemeinsam mit Geschäftsführerin Sandra Zimmermann vor Medienvertretern noch einmal die abgelaufene Saison der DSC-Volleyballerinnen Revue passieren lässt, wirkt der Coach gelassen, souverän und schon wieder hochmotiviert und angriffslustig.

DSC-Trainer Alexander Waibl kann mit seiner Mannschaft zufrieden sein, doch es war auch noch mehr drin.

Quelle: M. Rietschel

Dresden. Alexander Waibl scherzt und lacht. Als der 49-Jährige am Mittwoch gemeinsam mit Geschäftsführerin Sandra Zimmermann vor Medienvertretern noch einmal die abgelaufene Saison der DSC-Volleyballerinnen Revue passieren lässt, wirkt der Coach gelassen, souverän und schon wieder hochmotiviert und angriffslustig. Auch wenn in seiner achten Saison in Dresden, wie er sagt, „der Wurm drin war“, sei er mit sich und dieser Spielzeit absolut im Reinen. „Das Halbfinale war in der bisher schwierigsten Saison das Maximale und deshalb sehe ich es als Erfolg“, betont der gebürtige Stuttgarter, der seit 2009 die Geschicke der DSC-Damen lenkt. Inzwischen ist er mit Abstand der dienstälteste Trainer in der Frauen-Bundesliga und der erfolgreichste sowieso. Immerhin holte er mit seinen Schützlingen in dieser Zeit drei Meistertitel, zwei Pokalsiege, drei Vizemeisterschaften und einen Europapokalsieg (Challenge Cup) sowie jetzt die Bronzemedaille.

Seinen Rückblick beginnt Waibl im vergangenen Sommer: „Es fing damit an, dass ich tschechischer Nationalcoach wurde. Der DSC hat mir das ermöglicht, dafür bin ich dankbar, aber noch einmal wird es das nicht geben“, gibt er unumwunden zu. Denn so verpasste er die unmittelbare Saison-Vorbereitung mit seiner neuformierten Mannschaft. „Da konnte ich selbst kaum Einfluss auf die Entwicklung der Gruppe nehmen. Wenige Tage vorm Supercup sprang auch noch mein Co-Trainer Michal Masek ab. Wir mussten Ersatz finden. Dann kam im ersten Spiel der Kreuzbandriss von Eva Hodanova, die ich als eine wichtige Annahmespielerin geholt hatte. Wenig später fiel Jocelynn Birks mit Knorpelschaden im Knie lange aus. Damit fehlte es uns an Qualität. Gina Mancuso half bis Jahresende aus. Wir verpflichteten Brittnee Cooper und später Amber und Kadie Rolfzen dazu. So kam es, dass wir uns erst im Januar richtig als Mannschaft gefunden haben, was ja sonst im Oktober schon passiert“, erläutert Waibl noch einmal den schwierigen Start in die Saison. Dass es insgesamt an Stabilität in der Annahme und an Durchschlagskraft im Angriff gefehlt habe, räumt der Coach ohne Umschweife ein. Die Verletzungsausfälle am Ende taten ein Übriges.

Nicht zu vergessen, dass der Trainer vor der Saison mit einem kleineren Spielerinnen-Etat planen musste als im Jahr zuvor. Sandra Zimmermann hebt in diesem Zusammenhang noch einmal die Bedingungen beim DSC hervor: „Wir müssen in jeder Saison sehen, dass wir mit unseren finanziellen Mitteln klug umgehen und immer das Maximum herausholen. Die Sponsorenakquise ist nach wie vor ein schwieriges Geschäft. Doch wir werden auch in Zukunft für den sportlichen Erfolg keine Schulden machen“, stellt sie klar, kann zugleich mit Stolz verkünden: „Wir werden erstmals und trotz des Ausscheidens im Halbfinale wirtschaftlich mit einem ausgeglichenen Haushalt, also mit einer schwarzen Null, abschließen.“

Zugleich macht die Geschäftsführerin keinen Hehl daraus, dass die Kostensteigerungen in allen Bereichen nicht aufzuhalten sind. Man sei jetzt mit vielen Sponsoren im Gespräch. „Natürlich wollen wir in Zukunft weiter wachsen und das in allen Bereichen. Dabei ist es schon unser klares Ziel, mehr Geld zu akquirieren.“ Was Zimmermann und vor allem auch Waibl Sorgenfalten bereitet, ist die Entwicklung im Nachwuchs. „Bei allen finanziellen Zwängen haben wir nie im Nachwuchs gespart. Da fließen pro Jahr über 200 000 Euro“, erläutert die Geschäftsführerin. Dennoch boten sich in den letzten Jahren kaum großgewachsene Talente mit Potenzial an, die den Sprung ins Erstligateam geschafft hätten.

Ohnehin kommt bei den Verantwortlichen derzeit alles auf den Prüfstand. „Wir müssen Entscheidungen treffen, die uns wieder in die Spur bringen. Also werden wir diesmal auch härter zu Werke gehen als vielleicht bisher.“ Deshalb will der Coach auch keine Aussagen treffen, welche Spielerinnen bleiben oder gehen. Lediglich vier (Apitz, Schwabe, Hodanova, Schoot) besitzen noch einen gültigen Vertrag. Selbst bei Spielerinnen mit Optionen müsse man, so Waibl, gut überlegen, da im zweiten Jahr auch höhere Bezüge fällig würden. Vom Trainerteam besitzt neben dem Chefcoach nur Till Müller noch einen laufenden Kontrakt.

Waibl versprüht auf jeden Fall schon wieder großen Elan: „Die Niederlage im Halbfinale spornt mich an, es warten spannende Aufgaben. Im nächsten Jahr wollen wir wieder um die Meisterschaft mitspielen“, kündigt er an. Heute wird sich seine Mannschaft in der Margon-Arena beim Fan-Fest (ab 16.30 Uhr) von den Anhängern verabschieden. Am Freitag fliegen bereits Liz McMahon sowie Amber und Kadie Rolfzen in die Heimat, denn sie haben erstmals eine Einladung zur US-Nationalmannschaft erhalten. Es zeigt, dass sie sich mit ihren Leistungen beim DSC für die Auswahl anbieten konnten. Gerade Diagonalangreiferin Liz McMahon dürfte als Top-Scorerin auch das Interesse anderer Vereine geweckt haben. Ob sie also im nächsten Jahr noch das DSC-Dress überstreift, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.

Von Astrid Hofmann

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