Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
DSC-Sperrwerfer Lars Hamann ist ratlos: "Nervenflattern hatte ich nicht"

DSC-Sperrwerfer Lars Hamann ist ratlos: "Nervenflattern hatte ich nicht"

Am liebsten wäre er eine halbe Stunde nach der misslungenen Qualifikation noch einmal ins Stadion zurückgegangen, hätte den Speer genommen, um es sich selbst zu beweisen.

Lars Hamann war sauer. 77,10 Meter und Platz 24 - sein zweitschlechtester Wettkampf des Jahres - spiegelten absolut nicht das Leistungsniveau des WM-Neulings vom Dresdner SC wider. Das Problem ist nur: Wie dem 24-Jährigen erging es 15 bis 20 anderen Top-Werfern auch. Der deutsche Meister Thomas Röhler (21) erlebte mit 74,45 Metern und Rang 30 ein noch größeres Debakel, nur dessen Jenaer Klubkamerad Bernhard Seifert (20) scheiterte mit 80,02 Metern und Rang 14 sehr knapp.

Wie immer in derartigen Wettkämpfen musste man keine Bäume ausreißen, um eine Runde weiterzukommen. 80,18 Meter waren nötig. Lars Hamann hatte den Vorteil der zweiten Startgruppe um 11 Uhr. Er wusste genau, dass er lediglich bis drei, vier Meter an seine Bestweite (84,20 Meter) heran werfen musste. Doch nach den 77,10 Meter folgten 74,75 Meter und 72,00 Meter. "Ich kann es mir nicht erklären, warum die Würfe so kurz waren. Sie fühlten sich alle gut an, das Wurfbild sah gut aus, ich habe alle technischen Hinweise des Bundestrainers umgesetzt, habe versucht, schön aus den Beinen zu arbeiten", so der ratlos wirkende angehende Polizist, der darüber rätselte, ob er womöglich eine etwas zu steile Flugbahn gewählt hatte.

Am Kopf habe es jedenfalls nicht gelegen. "Ich hatte doch nichts zu verlieren, bin eigentlich recht locker rangegangen. Sicher war ich etwas nervös, aber Nervenflattern hatte ich nicht." Wahrscheinlich muss sich Lars Hamann damit abfinden, dass eine WM-Qualifikation eigene Gesetze hat. Auch der gebürtige Zwickauer Tino Häber vom LAZ Leipzig quälte sich bei seiner ersten WM 2009 mit der 75-m-Marke, ehe er drei Jahre später sein Leistungsvermögen ausschöpfte und bei Olympia sowie der EM das Finale erlebte.

Es gibt auch Dinge, die für Lars Hamann ungewohnt waren. So bekam er seinen eigenen Speer nicht durch die technische Abnahme. "Er war schon etwas rostig, da habe ich ihn vor der WM neu lackieren lassen. Danach war die Artikel-Nummer nicht mehr zu sehen. Vom Veranstalter wurde zwar dieses ungarische Fabrikat zur Verfügung gestellt. "Aber ein Speer, der frisch aus der Verpackung kommt, fühlt sich vom Griff her anders an", sagte der gebürtige Meißner, der aber anfügt: "Daran hat es nicht gelegen." Ungewohnt war für den Gegenwind-Spezialisten auch der riesige Stadionkessel, in dem kein Lüftchen wehte. "Wir müssten zur Vorbereitung eigentlich ins Berliner Olympiastadion, um diese Bedingungen kennenzulernen", so der Sachse, der sich durch den gestrigen Rückschlag von seinem Ziel Rio 2016 nicht abbringen lassen will. Zunächst steht wohl eine Meniskus-Operation an - doch danach wird er wieder angreifen. Hoffentlich mit der Leichtigkeit, die ihn schon als Zehnjährigen auszeichnete. Sein Sachsenrekord mit dem 80 Gramm leichten Schlagball (gut 60 Meter) steht heute noch.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.08.2013

F. Schober

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regionalsport
  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr