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DSC-Schwimmer bauen eigenes Nachwuchszentrum auf

Neues Projekt DSC-Schwimmer bauen eigenes Nachwuchszentrum auf

Für die deutschen Schwimmer gab es bei den Olympischen Spielen in Rio nicht eine Medaille. Nun soll die seit Wochen und Monaten diskutierte Reform des Spitzensports in Zukunft wieder einen Aufschwung bringen. Auf der Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes im Dezember in Magdeburg soll die Reform abgesegnet werden.

Dirk Oehme erklärt Kindern, wie man schneller schwimmt

Quelle: Steffen Manig

Dresden. Für die deutschen Schwimmer gab es bei den Olympischen Spielen in Rio nicht eine Medaille. Nun soll die seit Wochen und Monaten diskutierte Reform des Spitzensports in Zukunft wieder einen Aufschwung bringen. Auf der Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes im Dezember in Magdeburg soll die Reform abgesegnet werden. Einer der Punkte, die eher umstritten sind, ist eine teils drastische Reduzierung von Stützpunkten. So soll es im deutschen Sport von derzeit 204 Bundesstützpunkten nur noch 165 geben, die Olympiastützpunkte werden von 19 auf 13 gekürzt. Zentralisierung heißt das „Zauberwort“. Es wird angestrebt, dass die besten Athleten gemeinsam trainieren, um sich gegenseitig zu pushen. Das ist sicher richtig, wurde in Großbritannien zum Teil vorgemacht.

Dresdens langjähriger Schwimmtrainer Dirk Oehme, der die letzten drei Jahre als Sichtungs- und zuletzt leitender Landestützpunkttrainer am Nachwuchsbundesstützpunkt in Leipzig (der übrigens auch wegfallen soll) gearbeitet hat, sieht diesen Ansatz mit gemischten Gefühlen: „Da beißt sich die Katze in den Schwanz. Denn es ist ja nicht neu, dass Spitzenleistungen im Weltmaßstab nur zu erreichen sind, wenn aus einer möglichst breiten Basis heraus konsequent Talente gesichtet und gefördert werden“, betont Oehme. Er erläutert: „Natürlich sollen die Top-Athleten zusammen trainieren und sich gegenseitig voranbringen, aber sie müssen erst einmal so weit kommen. Es gibt eine Erhebung des ehemaligen Lehrwartes des deutschen Schwimmverbandes Klaus Rudolph, dass es in Deutschland im Schwimmen pro Jahrgang nur 0,03 Prozent der Athleten in die Weltspitze schaffen. Daran sieht man, wie viele Talente man sichten und ausbilden muss.“

Oehme erklärt weiter: „Derzeit soll es im Schwimmen nur noch vier Stützpunkte in Deutschland geben, selbst der in Halle, wo Paul Biedermann trainiert, soll wegfallen. Damit fehlen wichtige Fördergelder für Trainer und die Nutzung der Wasserfläche. Wenn der Bund so drastisch kürzt, sehe ich die Länder noch mehr in der Verantwortung, mehr Mittel als bisher zur Verfügung zu stellen“, fordert er. Mit seiner Meinung hält er nicht hinter dem Berg: „Was uns als Reform verkauft wird, ist ein Schritt zurück und hat nichts mit systematischem Aufbau im Leistungssport zu tun.“

Dass man da gegensteuern müsse, davon ist Oehme überzeugt und hat sich deshalb einem neuen Projekt, das von der Schwimmabteilung des Dresdner SC initiiert wurde, verschrieben. Unter Federführung des Vereins wird ein eigenes Nachwuchsleistungszentrum aufgebaut, dessen Leitung der 48-Jährige am 1. August übernommen hat. „Das war keine leichte Entscheidung, weil ich auch in Leipzig sehr an meiner Arbeit und den Sportlern gehangen habe, aber ich spürte, man will hier etwas bewegen. Als Sichtungstrainer bin ich viel herumgekommen und kann meine Erfahrungen einbringen. Zudem wusste ich, dass ich mich in Dresden auf zahlreiche ehrenamtliche Trainer, also auf viel Manpower stützen kann“, begründet Dirk Oehme seine Rückkehr nach Dresden, über die auch seine Familie nicht böse ist.

Finanziert wird die Stelle des Nachwuchsleiters vom DSC. Und der neue Chef hat ein klares und ehrgeiziges Ziel: „Wir wollen im Nachwuchsbereich die Besten in Sachsen werden. Dabei geht es darum, dass wir möglichst viele gut ausgebildete Kinder an unsere Trainer des Landesstützpunktes übergeben. Im Schwimmen schulen wir die Talente mit Beginn der fünften Klasse an unserer Eliteschule des Sports ein“, erläutert Oehme. Als wichtigste Aufgaben sieht er neben der Talentsichtung und –auswahl die Anleitung der Trainer und Übungsleiter im Grundschulbereich. „Wir erstellen einen Katalog, was die Kinder in welchem Alter können müssen, um auf möglichst gleichem Niveau an den Stützpunkt zu kommen. Neben der Ausbildung wollen wir zudem die Sichtung intensivieren, zum Beispiel bei externen Schwimmlerngruppen nach Talenten Ausschau halten. Nicht zuletzt möchten wir auch Partner und Sponsoren für unser Projekt begeistern“, erklärt Oehme, der sich mit viel Enthusiasmus in die Arbeit gestürzt hat.

Von Astrid Hofmann

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