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DSC-Chef Jörg Dittrich: „Unser Ehrgeiz ist neu angefacht“

Volleyball DSC-Chef Jörg Dittrich: „Unser Ehrgeiz ist neu angefacht“

Mit DSC-Volleyball-Chef Jörg Dittrich einen Termin zu vereinbaren, ist in diesen Tagen gar nicht so leicht. Der 47-Jährige führt als Unternehmer nicht nur eine Dachdeckerfirma, er ist auch noch als Präsident der Handwerkskammer Dresden und als Präsidiumsmitglied des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks gefragt.

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Abteilungsleiter Jörg Dittrich.

Quelle: A. Wirsig

Dresden. Mit Jörg Dittrich einen Termin zu vereinbaren, ist in diesen Tagen gar nicht so leicht. Der 47-Jährige führt als Unternehmer nicht nur eine Dachdeckerfirma, er ist auch noch als Präsident der Handwerkskammer Dresden und als Präsidiumsmitglied des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks gefragt. Seit 2010 lenkt er zudem als Vorstandschef die Geschicke der DSC-Volleyballerinnen. Zwischen einem Aufenthalt in China und einer Reise nach Brüssel nahm sich der vierfache Familienvater dennoch Zeit, um im DNN-Gespräch über seine Erwartungen an die neue Saison, die ungewisse Zukunft des Bundesstützpunktes und eine neue Halle zu sprechen.

Drei Titel in Folge mit dem Double als Krönung und ein Platz unter den Top-Zwölf in Europa – die letzte Saison war die erfolgreichste in der Vereinsgeschichte. Jetzt gab es einen gravierenden Umbruch im Team. Mit welchen Erwartungen blicken Sie der neuen Saison entgegen?

Die Erwartungen sind erst einmal gar nicht so hoch. So nahtlos werden wir nicht an die Erfolge anknüpfen können, zumal sich auch die Wettbewerber gut verstärkt haben. Da müssen wir trotz allem Ehrgeiz realistisch bleiben. Aber nach dem Supercup ist unser Ehrgeiz angefacht, weil die Veranstaltung gezeigt hat, wo wir uns in jeder Hinsicht, also sportlich und auch bei der Organisation unserer Spiele, noch verbessern können. Ich gebe zu, dass wir uns im Team um das Team jedes Mal nach einem Titel gefragt haben, wie es weitergeht. Und jedes Mal war kurze Zeit später das Feuer bei allen wieder zu spüren. Diesmal hat uns der Supercup einen besonderen Kick gegeben. Aber auch sonst muss ich gestehen, dass der Erfolg wie eine Droge wirkt. Man will immer mehr davon.

Ihr Motto war in den vergangenen Jahren stets, weiter zu wachsen. Halten Sie daran fest und wie soll das geschehen?

Wir hatten uns Wachstum in verschiedenen Bereichen vorgenommen. Das waren vor allem im Bereich Zuschauer, beim Etat und im Nachwuchs. Dazu kann ich jetzt sagen, was die Zuschauer angeht, ist quantitatives Wachstum kaum noch möglich, das lässt die Margon-Arena nicht zu. Aber qualitativ bei der Präsentation unserer Spiele sehe ich noch Möglichkeiten. Wir müssen weiter arbeiten, um unsere Sponsoren bei der Stange zu halten und neue Partner zu gewinnen. Da kann es keinen Stillstand geben. Dabei haben wir den Nachwuchs nicht aus den Augen verloren, brauchen aber auch dort noch mehr finanzielle Möglichkeiten, um qualitativ einen Schritt nach vorn zu kommen.

Wie sieht die wirtschaftliche Lage derzeit aus? Trainer Waibl hatte beklagt, dass er für den Spieleretat um die 15 Prozent weniger zur Verfügung hatte als im Vorjahr. Aber zuletzt gab es das Gerücht, dass ein neuer großer Sponsor einsteigen würde. Wie ist der Stand in dieser Sache?

Es ist erst einmal richtig, dass wir durch den Rückzug der Telekom ein größeres Loch im Budget hatten und an vielen Stellen Einsparungen vornehmen mussten, auch im Spieleretat. Doch jetzt sehen wir Licht am Ende des Tunnels. Mit dem Engagement des neuen Sponsors werden wir einen wichtigen Schritt in der wirtschaftlichen Absicherung unserer Kosten gehen und innovative Marketing-Projekte für den DSC in den nächsten Jahren realisieren können. Wir erhoffen uns, dass damit auch unser Saisonetat gedeckt ist. Das ist eine Situation, die wir in den letzten Jahren noch nie zu diesem Zeitpunkt erreichen konnten. Damit können wir sogar eine Etatsteigerung im Vergleich zum Vorjahr erreichen. Trotz alledem werden wir auch in Zukunft um jeden Partner und Sponsor werben müssen. Denn der neue Partner ergänzt unser Sponsoren-Netzwerk, bedeutet aber für uns nicht das Ende der Fahnenstange. Die internationalen Wettbewerber sind uns nach wie vor weit voraus. Am 31. Oktober werden wir bei der Mannschaftspräsentation das Geheimnis um den neuen Partner lüften.

Sie haben sich vor der Saison für eine eher unpopulären Maßnahme entschieden und die Ticketpreise angehoben. Warum musste das sein?

Wir bitten die Fans dafür noch einmal um Verständnis. Wir benötigen einfach dieses Geld, da auch wir in vielen Bereichen mit Preiserhöhungen zu kämpfen haben.

Noch einmal zum Thema Nachwuchs. Nach Olympia will der Deutsche Olympische Sportbund mit einer Strukturreform den Leistungssport in Deutschland voranbringen. Dabei stehen die Bundesstützpunkte auf dem Prüfstand. Wie sehr müssen Sie um den Bestand des Stützpunktes im Volleyball zittern?

Für uns ist das derzeit eine Blackbox. Wir wissen, dass uns die Aberkennung als Stützpunkt droht, das wäre allerdings eine Katastrophe. Nicht wegen der ohnehin geringen Mittel, die wir bekommen, sondern weil daran Belegungsrechte für die Sportoberschule und das Sportgymnasium sowie für das Internat hängen, zudem auch Zuschüsse für Trainingslager des Nachwuchses. Da würden all unsere Bemühungen zunichte gemacht. Dabei bin ich der festen Überzeugung, dass man keine Spitze erreichen kann, wenn es an der Breite fehlt.

Letztes Thema: Wie ist der Stand hinsichtlich einer neuen, größeren Halle in Dresden?

Die steht derzeit noch in den Sternen, aber wir sind in Gesprächen mit der Politik, mit Vertretern des Stadtrates und auch mit Leuten aus Kunst und Kultur. In den nächsten sechs bis zwölf Monaten sollte dazu eine Grundsatzentscheidung fallen. Wenn wir Partner dafür finden, müssen wir dann mit fünf bis sieben Jahren rechnen, bis eine solche Halle steht.

 

Von ah

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