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DSC-Chef Jörg Dittrich: „Die furchtbar langen Pausen nerven“

Volleybal DSC-Chef Jörg Dittrich: „Die furchtbar langen Pausen nerven“

Jörg Dittrich lenkt schon seit 2010 die Geschicke der DSC-Volleyballerinnen. Obwohl der 48-Jährige ein Dachdeckerunternehmen und die Handwerkskammer führt, dazu als Präsidiumsmitglied des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks Verantwortung trägt, engagiert er sich mit Herz und Leidenschaft für die DSC-Volleyballerinnen.


Quelle: André Wirsig

Dresden. Auch wenn Spielerinnen oft nicht über mehrere Jahre hinweg zu halten sind, im Umfeld setzt der Dresdner Bundesligist auf Kontinuität und Verlässlichkeit. Nicht nur Trainer Alexander Waibl sitzt seit acht Jahren ununterbrochen auf dem Stuhl als Cheftrainer, auch Jörg Dittrich lenkt schon seit 2010 die Geschicke des Bundesligisten. Obwohl der 48-Jährige im Hauptjob ein Dachdeckerunternehmen führt, dazu als Präsident der Handwerkskammer Dresden und Präsidiumsmitglied des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks Verantwortung trägt, engagiert sich der inzwischen fünffache Familienvater mit Herz und Leidenschaft für die DSC-Volleyballerinnen. Weil das alles nur mit optimalem Zeitmanagement zu bewältigen ist, nutzte er eine Autofahrt zu einem Termin in Berlin, um im DNN-Gespräch über die zu lange Sommerpause, die neue Saison und die wirtschaftliche Situation zu sprechen.

Herr Dittrich, nach einem halben Jahr Pause wird endlich wieder um Punkte in der Bundesliga geschmettert. Mit welchen Erwartungen gehen Sie in die neue Saison?

Ich gebe erst einmal zu, dass mich die furchtbar langen Pausen richtig nerven. Ich würde mir im Sinne der Vereine und der Sportart wünschen, dass diese Zeiträume verkürzt werden. Doch bisher steht dem die Ignoranz der internationalen Verbände entgegen. In anderen Sportarten geht es doch auch. Für uns ist das zermürbend, doch wir müssen unser Aufbegehren auch immer wieder formulieren. Was meine Erwartungen angeht, ist natürlich unser Anspruch immer ein hoher. Nachdem wir im der letzten Saison Dritter waren, wollen wir natürlich wieder ganz oben angreifen.

Sie haben gesagt, der DSC steht besser das als zu Beginn der vergangenen Spielzeit, das Budget wurde auf 1,65 Millionen Euro aufgestockt. Sind Sie mit der wirtschaftlichen Situation zufrieden?

Von Zufriedenheit kann überhaupt keine Rede sein. Noch fehlen uns knapp 90 000 Euro. Und auch wenn wir schuldenfrei sind, ist der Kampf um jeden Cent immer der gleiche geblieben. Wir wirtschaften solide, ohne aber an irgendeiner Stelle Speck ansetzen zu können. So gibt unser Budget derzeit auch nicht die Verpflichtung einer weiteren Angreiferin her, die der Trainer noch brauchen würde. Da müssen wir noch marginale Reserven erschließen und Sondierungsgespräche mit Sponsoren führen.

Die Mannschaft hat jetzt sechs Jahre in Folge in der Champions League geschmettert. Diesmal ist der DSC „nur“ für den CEV-Cup qualifiziert. Ein Rückschritt?

Nein, ich sehe das nicht als Rückschritt, wir werden uns vielmehr dieser Herausforderung stellen und versuchen, so weit wie möglich zu kommen. Dennoch sind wir schon ein bisschen traurig, denn die Spieltage in der europäischen Königsklasse mit den Top-Mannschaften waren immer Highlights, die auch von unseren Fans begeistert angenommen wurden.

Wie bewerten Sie in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass sowohl Meister Schwerin als auch Pokalsieger Stuttgart auf die Teilnahme an der Champions League verzichten und damit Deutschland im Ranking möglicherweise Punkte einbüßt?

Ich bin sehr enttäuscht, dass sich beide Vereine dieser Verantwortung nicht stellen. Wir haben dies in den vergangenen Jahren getan und bewiesen, dass es trotz aller Risiken zu stemmen ist. Wir haben viele Punkte für das Ranking erspielt und ich finde es schon bedauerlich, wenn ein solches Flaggschiff wie Schwerin diese Verantwortung nicht übernehmen will. Das ist indiskutabel aus Sicht der Entwicklung unserer Sportart. Es hat auch keiner der Vereine bei uns angefragt, wie wir diese Herausforderung bewältigt haben. Wir hätten bestimmt so manchen Tipp geben können. Auf jeden Fall kann ich schon versprechen, sollten wir Meister werden, spielen wir auch wieder Champions League.

Durch die Leistungssportreform stehen die Bundesstützpunkte auf dem Prüfstand. Gibt es Neuigkeiten hinsichtlich des Dresdner Stützpunktes?

Nein, im Moment nicht. Für uns selbst aber ist der Nachwuchs nach wie vor eine Baustelle. Wir halten es für wichtig, dort Verbesserungen anzuschieben. Dafür brauchen wir aber auch zusätzliche finanzielle Mittel.

Ein Wort bitte noch zur Hallensituation. Wie weit sind notwendige Verbesserungen in der Margon-Arena in Sicht und wie steht es um eine Multifunktionshalle?

Im nächsten Jahr soll nun auf jeden Fall das Hallendach der Margon-Arena grundlegend saniert werden. Das ist aber nur ein Minimalpunkt. Wir brauchen dringend eine Aufwertung der Spielstätte, was zum Beispiel einen VIP-Bereich, Bedingungen für die Physiotherapie und einiges mehr angeht. Doch dafür gibt es bislang keine konkreten Pläne. Was eine Multifunktionsarena angeht, bin ich überzeugt, dass sie in Dresden nicht nur für Volleyball gebraucht wird. Dazu gibt es jedoch nichts Neues, wir dürfen dies aber dennoch nicht aus den Augen verlieren.

Von Astrid Hofmann

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