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Bürgschaft spendet den Eislöwen nur etwas Trost

Eishockey Bürgschaft spendet den Eislöwen nur etwas Trost

Eine gute Nachricht hatte Volker Schnabel am Mittwoch zumindest: Die Dresdner Eislöwen haben die Bürgschaft von 816 000 Euro zusammen. „Wir werden sie an diesem Donnerstag höchstpersönlich abgeben“, betonte der Geschäftsführer der Blau-Weißen. Bis 31. März fordert die DEL von sechs Zweitligisten diese Bürgschaft als Voraussetzung.

Ville Hämäläinen kämpft nach dem vorzeitigen Saison-Aus mit den Tränen.

Quelle: soccerfoto

Dresden. Eine gute Nachricht hatte Volker Schnabel am Mittwoch zumindest: Die Dresdner Eislöwen haben die Bürgschaft von 816 000 Euro zusammen. „Wir werden sie an diesem Donnerstag höchstpersönlich abgeben“, betonte der Geschäftsführer der Blau-Weißen. Zur Erinnerung: Bis 31. März fordert die DEL von sechs Zweitligisten diese Bürgschaft als Voraussetzung, damit es ab übernächster Saison einen Auf- und Abstieg zwischen den beiden höchsten Eishockey-Ligen gibt. Angeblich hatten zuvor schon fünf andere Vereine die Bürgschaft aufgebracht, doch genau wissen wird man das erst nach dem Stichtag. Zuletzt fehlte den Elbestädtern noch ein Drittel der Summe, die jetzt „durch großzügige außersächsische Hilfe“, so Schnabel, zustande gekommen sei.

Ansonsten aber stand dem Eislöwen-Boss noch die tiefe Enttäuschung über das Ausscheiden in Spiel sieben des Play-off-Viertelfinales gegen Kaufbeuren ins Gesicht geschrieben. „Diesen Abend möchte ich ganz schnell vergessen. Wir wollten besser sein als letztes Jahr, als wir das Halbfinale erreichten. Das haben wir nicht geschafft“, gibt Schnabel zu, sagt aber: „Zumindest in der Vorrunde konnten wir im Vergleich zu Platz sieben im Vorjahr, mit Rang vier ein besseres Ergebnis erzielen. Auch wirtschaftlich lief es erfolgreicher als vergangene Saison, wir hatten einen höheren Zuschauerschnitt und auch unsere anderen Kennziffern konnten wir überbieten. Da liegen wir voll im Soll.“

Das Positive hervorheben möchte auch Trainer Bill Stewart, der das Erreichen des vierten Platzes als Erfolg wertet. Dass es diesmal am Ende nicht zu mehr als dem Viertelfinale gereicht habe, sei der Personalsituation geschuldet. Wichtige Schlüsselspieler wie Martin Davidek oder Brendan Cook hätten gefehlt und am Ende sein „der Tank“ bei den anderen leer gewesen. Kapitän René Kramer bestätigt: „Wir haben alles gegeben, die Einstellung hat gestimmt. Drei Jungs haben mit gebrochenen Rippen gespielt, einer mit Gehirnerschütterung und andere mit gerissenen Bändern.“

Schon unmittelbar nach dem Aus machte Bill Stewart aber klar: „Mit Platz vier will ich mich nicht zufrieden geben. Wenn wir den nächsten Schritt gehen wollen, brauchen wir ein besseres Team, vier Reihen, zwei Torhüter.“ Ob und wie die Verantwortlichen diese Forderungen erfüllen können, wird man sehen. Denn Schnabel unterstrich, dass der Kader zu Saisonbeginn ausreichend gewesen sei, dass es den Verein dann am Ende mit den zahlreichen Verletzungen getroffen habe, sei Schicksal gewesen. Dennoch kündigte er einen Umbruch im Team an. Erste Personalien sollen am Sonnabend bei der Abschlussfeier (17 Uhr) in der Arena verkündet werden. So ist zu erwarten, dass sich der Verein von einigen Cracks trennt, aber andere auch von sich aus gehen. Allerdings, so machte Schnabel klar, habe man nur begrenzte Mittel zur Verfügung. „Wir müssen 50 000 Euro Plus in einer Saison erwirtschaften, um die Verbindlichkeiten bei der Stadt abzutragen, auch da liegen wir absolut im Plan. Dazu haben wir aber noch eine der höchsten Mieten für unsere Spielstätte in dieser Liga und wir tragen auch einen der höchsten Beiträge für die Jugendförderung.“ Dabei habe man jedes Jahr beim Sponsorenaufkommen zugelegt, doch es fehlten noch ein großer Sponsor im sechsstelligen Bereich und weitere Gesellschafter, um das Stammkapital zu erhöhen, beklagt Schnabel. Er merkt an, dass die Eislöwen mit die niedrigsten Eintrittspreise der Liga hätten. Eine „Angleichung“ werde kommen.

Ob Bill Stewart auch in der kommenden Saison als Coach hinter der Bande steht, ließ der Italo-Kanadier offen. Schnabel würde zumindest gern mit ihm weiterarbeiten. Stewart will am Wochenende nach Hause fliegen und mit seiner Frau beraten, wie es weitergeht. Bis Ende April soll die Entscheidung fallen.

Von Astrid Hofmann

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