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Bösel und Murat brennen auf ihren EM-Kampf

Boxen Bösel und Murat brennen auf ihren EM-Kampf

Sie kennen sich schon länger, aber sie mögen sich gar nicht: die Profiboxer Dominic Bösel und Karo Murat. Beide Halbschwergewichtler treffen am 1. Juli in Dresden aufeinander und kämpfen um den vakanten EM-Titel. Doch es geht ihnen vor allem um die Ehre, sie wollen nach einer heiklen Vorgeschichte dem anderen eine Lektion erteilen.

Dieser EM-Gürtel winkt dem Sieger am 1. Juli. Dominic Bösel oder Karo Murat – einer wird ihn bekommen.

Quelle: J. Leimert

Dresden. Es dürfte ein heißer Hauptkampf werden, der am 1. Juli in der neuen Ballsport-Arena in Dresden steigt, denn die Halbschwergewichtler Dominic Bösel und Karo Murat brennen nicht nur auf den Gewinn des vakanten EM-Titels, sie wollen ihrem Gegner auch eine Lektion erteilen. Beide Kontrahenten mögen sich seit einem Vorfall vor drei Jahren überhaupt nicht und trachten nur danach, ihrem Widerpart im Ring zu zeigen, wo der Hammer wirklich hängt. Das wurde auf einer Pressekonferenz am Dienstagmittag im Italienischen Dörfchen mehr als deutlich.

Die gegenseitige Abneigung rührt aus einem Probesparring her, für das Bösels Trainer Dirk Dzemski Murat vor drei Jahren einmal nach Magdeburg eingeladen hatte. „Karo hat sich bei uns angeboten“, erinnert sich Dzemski, der dann gar nicht zufrieden war, als Murat zum Sparring mit Bösel auftauchte: „Dass er mit Übergewicht kommt, fand ich schon sehr unprofessionell.“ Als der austrainierte Bösel den Berliner dann mehrmals hart traf, verlor Murat schnell die Lust. „Er wurde dann böse und hat unfair geboxt“, erinnert sich Dzemski. Nach 2:30 Minuten versetzte Murat Bösel einen schmerzhaften Tiefschlag mit Folgen: „Da war alles blau, ich musste am nächsten Tag zum Urologen“, erklärte der Boxer aus dem Magdeburger SES-Stall. Eine Version, die Murat bestreitet. Er habe nicht unfair geschlagen, versicherte er. Bösel habe nur Theater gemacht. Bösel hält dagegen: „Er hat danach noch mehrmals bei mir unten angetippt, vielleicht war er auf etwas neidisch.“ Auch Dzemski ist jetzt noch sauer auf Murat: „Er hat immer wieder tief geschlagen, ich habe ihn dann nach Hause geschickt.“

Am 1. Juli wollen beide Boxer es dem jeweils anderem heimzahlen. Dzemski freut sich bei der Vorgeschichte auf ein heißes Gefecht: „Hier ist absolut Zunder drin. Das ist der Kampf, den wir wollen.“ Eine Einschätzung, die Bösels Promoter Ulf Steinforth und Murats Promoter Erol Ceylan teilen. „Das sind die Kämpfe, die jeder Boxfan in Deutschland sehen will“, meinte Ceylan. Steinforth versprach den Fans: „Wir machen hier keinen Hallenhalma, wir machen Boxen und hoffen auf eine hohe Einschaltquote.“ MDR-Moderatorin Stephanie Müller-Spirra glaubt: „Das kann ein abgefahrener Abend werden.“ 3500 Karten gibt es, der Vorverkauf hat am Montagabend begonnen. Im MDR-Fernsehen ist der Kampf aber auch live zu sehen.

Bösel hat nur eine Sorge: „Ich hoffe nur, dass Karo kommt. Er hat schon ein paar Mal schon abgesagt.“ Doch Murat verspricht: „Du kannst trainieren wie ein Weltmeister. Ich komme und werde dich bestrafen.“ Er trägt mit Blick auf den favorisierten Bösel sogar ganz dick auf: „Vielleicht wird das am 1. Juli dein letzter Kampf.“

Von Jochen Leimert

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