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Bochumer Trainer lotst Florian Jungwirth von Dynamo Dresden in den Ruhrpott

Bochumer Trainer lotst Florian Jungwirth von Dynamo Dresden in den Ruhrpott

Florian Jungwirth kann wieder lachen: "Die letzten Wochen waren nicht einfach, aber wenn es so ausgeht, kann ich sagen: Ende gut, alles gut!" Mit frischem Elan stieg der 24-Jährige, der die letzten dreieinhalb Jahre für Dynamo Dresden gespielt hatte, gestern wieder ins Mannschaftstraining ein.

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Ende Juli sind sie wieder Gegenspieler: Zlatko Dedic (l.) und Florian Jungwirth haben allerdings die Trikots getauscht.

Quelle: soccerfoto.de

Allerdings nicht mehr tief im Osten, sondern tief im Westen - beim VfL Bochum. Dynamos Zweitliga-Kontrahent verpflichtete den Defensiv-Allrounder für zwei Jahre plus ein Jahr Option. Jungwirth ist zurück im Geschäft, nachdem Dynamo vor drei Wochen überraschend die Verhandlungen mit seinem Berater Björn Bezemer gestoppt und ein zweites, verbessertes Angebot zurückgezogen hatte.

Jungwirth, der eigentlich bei Dynamo hatte bleiben wollen und im Urlaub auf Kuba aus dem Internet vom jähen Platzen seiner Pläne erfahren hatte, war zunächst mächtig sauer. Das Verhältnis zu seinem Berater war angespannt, die Sorge, vielleicht keinen ähnlich attraktiven Arbeitgeber wie Dynamo zu finden, groß. Doch das ist Schnee von gestern. "Klar ist das sehr unglücklich abgelaufen, aber dazu habe ich mich schon geäußert. Ich will kein Öl mehr ins Feuer gießen", mag er nicht mehr zurückschauen. Viel lieber widmet er sich jetzt dem VfL, der sich den U19-Europameister von 2008 in einer Blitzaktion sicherte. Erst am vergangenen Sonnabend erfuhr Jungwirth vom Interesse der Bochumer, "dann habe ich um halb elf Uhr abends einen Termin mit Christian Hochstätter (dem Sportdirektor/d. Red.) gemacht, bin halb eins nach Bochum gefahren", so Jungwirth. Um sechs in der Früh war er im Revier, halb elf der Vorstellungstermin. "Da war ich von Anfang an begeistert. Das Gespräch mit dem Trainer war super", schwärmt Jungwirth. Peter Neururer habe ihn beeindruckt: "Er hat mich gleich voll ins Boot genommen. Er hat mir die Trainingsanlage gezeigt, wo man merkt, dass Bochum vor noch nicht allzu langer Zeit in der Bundesliga war. Da ist alles tip top." Schnell habe er sich entschieden, sei froh gewesen, dass sich der Verein und sein Berater rasch einigen konnten. Am Sonntagnachmittag war die Tinte unter dem Vertrag bereits trocken, nach dem gestrigen Medizincheck bestritt Jungwirth sein erstes Training an der Castroper Straße.

Glücklich stimmt den Dresdner Aufstiegshelden von 2011 besonders, dass Neururer ihm einen Wunsch erfüllen will: Er soll auf die Sechserposition rücken, wo er sich selbst am wohlsten fühlt, aber bei Dynamo nur selten ran durfte. "Ich wurde als defensiver Mittelfeldspieler geholt, was für mich ganz wichtig ist", erzählt Jungwirth, der in Dresden meist Innen- oder Rechtsverteidiger spielte. Neururer glaubt aber: "Seine Stärken kommen sicherlich im zentralen defensiven Mittelfeld am besten zur Geltung." Der Trainer, der den VfL als Feuerwehrmann vorm Abstieg rettete, fügt an: "Jungwirth ist zweikampfstark, kann das Spiel lesen und bringt alles mit, um trotz seiner 24 Jahre bei uns ein Führungsspieler zu sein."

Was er als "Sechser" drauf hat, das kann "Flo" auch Dynamo schon bald beweisen. Bereits am 2. Spieltag empfängt der VfL seinen Ex-Klub, der dann mit dem Ex-Bochumer Zlatko Dedic anreist. "Das ist richtig cool. Solche Geschichten schreibt nur der Fußball. Ich freue mich riesig darauf." Dass er dann gegen die Schwarz-Gelben Dampf machen muss, das wird er noch verinnerlichen. Einen verpatzten Heimauftakt kann sich Bochum bestimmt nicht leisten: "Ich bin jetzt bei einem Klub, der ambitioniert ist, der wieder oben angreifen und in einiger Zeit wieder in der Bundesliga spielen will."

Bei Dynamo ist man da vorsichtiger, heißt das Ziel dagegen Klassenerhalt. Ob Neururers wortgewaltige Visionen wahr werden, wird man sehen. Jungwirth scheinen sie jedenfalls zu beflügeln. Der Ärger mit der geplatzten Vertragsverlängerung in Dresden scheint schon fast vergessen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.06.2013

Jochen Leimert

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