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Dumoulin triumphiert beim 100. Giro d'Italia

Radsport Dumoulin triumphiert beim 100. Giro d'Italia

Tom Dumoulin hat das Gesamtklassement des 100. Giro noch einmal umgedreht. Der Sunweb-Kapitän siegte im letzten Zeitfahren, holte sich das Rosa Trikot von Quintana zurück und ließ sich als erster Niederländer als Gesamtsieger der Italein-Rundfahrt feiern.

Tom Dumoulin ist der Sieger des 100. Giro d'Italia.

Quelle: Antonio Calanni

Mailand. Tom Dumoulin hat den packenden Sekunden-Poker am letzten Tag des 100. Giro d'Italia gewonnen und damit das Jubiläum mit einem Premierensieg ausklingen lassen.

Als erster Niederländer in der 108-jährigen Geschichte der nach der Tour de France zweitwichtigsten Rundfahrt konnte sich der Kapitän der Sunweb-Mannschaft feiern lassen. Im abschließenden Zeitfahren machte Dumoulin alles klar und gewann die Pokerpartie, die den Giro bis zur letzten Minute prägte.

Beim alles entscheidenden Kampf gegen die Uhr von Monza nach Mailand über 29,3 Kilometer war der Spezialist in dieser Disziplin mit 15 Sekunden Rückstand Zweitschnellster hinter seinem Landsmann Jos van Emden. Dumoulin verwies Nairo Quintana in der Endabrechnung mit 31 Sekunden Rückstand auf den zweiten Platz und strahlte am ehrwürdigen Dom vor tausenden Fans. Der zweimalige Giro-Gewinner und Vorjahressieger Vincenzo Nibali (+40) aus Italien wurde Dritter.

Dumoulin war außer sich vor Freude. "Das ist verrückt. Ich kann das nicht mit Worten beschreiben. Das war ein sehr nervenaufreibender Tag - ich war sehr nervös. Ich wusste nicht immer die Zwischenzeiten, erst zum Schluss", sagte der Niederländer bei "Eurosport".

Im dramatischen Giro-Finale nahm Dumoulin dem kleinen Kolumbianer das Rosa Trikot wieder ab, das sich der Movistar-Kapitän am Freitag in Piancavallo vom Niederländer geholt und am Samstag verteidigt hatte. Quintana konnte seinen großen Plan vom Double aus Giro- und Toursieg abhaken. Zuletzt schaffte dieses Kunststück der verstorbene Marco Pantani 1998.

Die Taktik des eleganten Zeitfahrers Dumoulin erinnerte an die Zeiten des fünffachen Toursiegers Miguel Indurain. Der Olympia-Zweite im Zeitfahren siegte nach ähnlichem Rezept wie der Spanier in den 90er Jahren: Fast unantastbar im Kampf gegen die Uhr und so stark am Berg, die Spezialisten nicht zu weit enteilen zu lassen. Allerdings will der "Fliegende Holländer" der am 1. Juli in Düsseldorf startenden Tour zugunsten eines Kurzurlaubs fernbleiben - wenn seine Teamleitung nicht ein Veto einlegt. Zur Zeit laufen die Verhandlungen um eine Vertragsverlängerung bis 2021.

Vor dem Start des Zeitfahrens lagen die ersten sechs Fahrer des Gesamtklassements innerhalb von 90 Sekunden - so spannend war selten eine Grand Tour. Die Strecke war dem Girogewinner auf den Leib geschneidert. Dumoulin war nach über 3500 Kilometern und dreieinhalb Wochen von allen Müden noch der Frischeste.

Sein Missgeschick von der Stelvio-Etappe, als er nach einem abrupten Toilettenstopp im Straßengraben über zwei Minuten auf die Hauptkonkurrenten verloren hatte, war längst vergessen.

Die Bilanz aus Sicht der deutschen Radprofis konnte sich sehen lassen. Der dreifache Landesmeister André Greipel, der den Giro im Hinblick auf die bevorstehende Tour vorzeitig verließ, gewann die zweite Etappe und trug einen Tag Rosa. Die Auftakt-Etappe in Olbia auf Sardinien hatte der Österreicher Lukas Pöstlberger vom Bora-hansgrohe-Team mit einem Überraschungscoup gewonnen. Erfolgreichster Sprinter war der Kolumbianer Fernando Gaviria vom Quick-Step-Team mit vier Tageserfolgen.

dpa

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