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Schmiergeld-Vorwurf: Fredericks tritt von IOC-Amt zurück

Sportpolitik Schmiergeld-Vorwurf: Fredericks tritt von IOC-Amt zurück

Frankie Fredericks hat auf mögliche Schmiergeldzahlungen rund um die Vergabe der Olympischen Spiele in Rio reagiert. Der frühere Topsprinter trat als Vorsitzender der IOC-Kommission zurück, die die Bewerbungen für die Spiele 2024 begleitet.

Rücktritt: Frankie Fredericks ist nicht länger Vorsitzender der IOC-Kommission, die die Bewerbungen für die Sommerspiele 2024 begleitet.

Quelle: Keld Navntoft/Archiv

Lausanne. IOC-Mitglied Frankie Fredericks ist wegen Schmiergeldvorwürfen von seinem Amt rund um die Vergabe der Olympischen Spiele 2024 zurückgetreten.

Der Top-Funktionär aus Namibia saß der sogenannten Evaluierungskommission für die Bewerbungen der Kandidatenstädte vor. Derzeit sind noch Paris und Los Angeles im Rennen.

In einer Stellungnahme schrieb Fredericks am Dienstag: "Ich weise kategorisch zurück, direkt oder indirekt in unpassendes Verhalten verwickelt zu sein, und bekräftige, dass ich niemals ein Gesetz, eine ethische Vorschrift oder Regel bei irgendeinem Wahlvorgang des IOC gebrochen habe."

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) reagierte umgehend. Grundsätzlich gelte für Fredericks die Unschuldsvermutung hieß in einer Erklärung. Die interne Ethik-Kommission empfahl der IOC-Spitze,

- dass Fredericks den Vorsitz und Teilnahme an der Evaluierungskommission aufgibt,

- dass er vorläufig auch Teilnahme und Vorsitz in der Koordinierungskommission für die Olympischen Spiele der Jugend 2018 in Buenos Aires ruhen lässt,

- ihm einstweilen das Stimmrecht bei der Vergabe der Olympischen Spiele 2024 in diesem September im peruanischen Lima zu entziehen.

Wie es weiter hieß, entschied die IOC-Exekutive diesen Empfehlungen der Ethik-Kommission zu folgen und den Rücktritt Fredericks zu akzeptieren. Für Fredericks übernimmt der Schweizer Patrick Baumann den Vorsitz der Evaluierungskommission. Baumann ist Generalsekretär des Weltbasketballverbandes (FIBA).

Fredericks reagierte mit seinem Rücktritt auf einen Artikel der französischen Zeitung "Le Monde" über mögliche Schmiergeldzahlungen von 1,5 Millionen Dollar, mit der die Wahl von Rio de Janeiro als Olympia-Ausrichter 2016 am 2. Oktober 2009 in Kopenhagen beeinflusst worden sein soll.

In die Affäre sind nach Informationen von "Le Monde" ein brasilianischer Geschäftsmann sowie der Sohn des früheren Leichtathletik-Weltverbandspräsidenten und ehemaligen IOC-Mitgliedes, Lamine Diack, verwickelt. Papa Massata Diack wird mit internationalem Haftbefehl gesucht.

"Le Monde" berichtete auf Grundlage von Dokumenten der US-Steuerbehörde, dass Papa Massata Diack am 2. Oktober 2009, also am selben Tag der Vergabe der Spiele nach Rio, einen Betrag von 299 300 Dollar an eine auf den Seychellen ansässige Offshore-Firma überwiesen habe. Dabei soll eine Verbindung zu Fredericks entdeckt worden sein.

Der frühere Weltklasse-Sprinter aus Namibia, der 1992 und 1996 insgesamt vier olympische Silbermedaillen gewann, war Wahlprüfer bei der IOC-Session in Kopenhagen. Rio hatte sich gegen Madrid, Chicago und Tokio durch.

dpa

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