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Olympiasiegerin unter Verdacht: Angeblich positiver Test

Leichtathletik Olympiasiegerin unter Verdacht: Angeblich positiver Test

Nach Gold in Rio de Janeiro betonte Jemima Sumgong angesichts der Dopingfälle kenianischer Läufer, sie sei sauber. Nun steht die Olympiasiegerin selbst unter Verdacht. Erinnerungen an einen anderen Fall kommen wieder hoch.

Jemima Sumgong soll Medienberichten zufolge positiv auf das Blutdopingmittel EPO getestet worden sein.

Quelle: Lukas Coch

Berlin. Die vermeintlichen Wunderläufer aus Kenia sind nach Berichten über eine positive Dopingprobe von Marathon-Olympiasiegerin Jemima Sumgong weiter ins Zwielicht geraten.

Bei Sumgong soll in dieser Woche bei einer unangekündigten Trainingskontrolle das Blutdopingmittel EPO nachgewiesen worden sein, wie die BBC am Freitag schrieb. Der britische Sender berief sich auf eine Stellungnahme des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF.

Die 32-Jährige hatte im vorigen Jahr zunächst den London-Marathon gewonnen und danach in Rio de Janeiro als erste Kenianerin auch das olympische Rennen über die 42,195 Kilometer. Danach betonte sie: "In Kenia sind wir sauber. Ich bin sicher, dass ich sauber bin."

Sumgong sollte am Rande des Boston-Marathons am Montag kommender Woche als Siegerin der Wettkampfserie World Marathon Majors eine Prämie von 250 000 Dollar erhalten. Zu der Serie mit ihrer zweijährigen Wertung gehört auch das Rennen in Berlin. In einer Stellungnahme der Veranstalter hieß es, die Prämie werde vorerst nicht vergeben. Zunächst solle das Verfahren gegen Sumgong abgewartet werden, falls sich die Vorwürfe gegen die Läuferin bewahrheiten.

Einen ähnlichen, für die Marathon-Serie unangenehmen Fall hatte es im Herbst 2014 gegeben. Kurz vor ihrer geplanten Ehrung und der Scheck-Übergabe vor dem Marathon in Athen wurde bekannt, dass Rita Jeptoo vor ihrem Erfolg beim Chicago-Marathon ebenfalls positiv auf EPO getestet wurde. Der Internationale Sportgerichtshof CAS sperrte Jeptoo für vier Jahre, das Preisgeld ging an Edna Kiplagat aus Kenia.

Der Test bei Sumgong sei im Rahmen ausgedehnter IAAF-Kontrollen bei Spitzen-Marathonläufern erfolgt, erklärte der Leichtathletik-Weltverband und verwies auf die Unterstützung des Programms durch die World Marathon Majors. Die Serie finanziert nach eigenen Angaben diese Kontrollen, dem Testpool gehören demnach 150 Athleten an. Pro Jahr solle es mindestens sechs Trainingskontrollen pro Sportler geben, hieß es. Daher werteten die Veranstalter die Meldungen über Sumgong auch als Erfolg im Kampf gegen Doping.

Sumgong und Jeptoo waren früher Trainingspartnerinnen und hatten im Italiener Gabriele Rosa auch denselben Manager. Rosa beendete seine Zusammenarbeit mit Jeptoo nach deren positiver Dopingprobe. Der CAS erklärte in seinem Urteil, Rosa habe nichts von ihren verbotenen Aktivitäten gewusst. Ende November ließ die Staatsanwaltschaft in Kenia Vorwürfe gegen ihn im Zusammenhang mit Jeptoo fallen, schloss weitere Ermittlungen aber nicht aus. Sumgong hatte in Rio erklärt, sie kenne keine Details der Vorwürfe gegen Rosa.

dpa

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