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Scheidung bei Sauber: Erste F1-Teamchefin muss wohl gehen

Motorsport Scheidung bei Sauber: Erste F1-Teamchefin muss wohl gehen

Teamchefin Monisha Kaltenborn hat anscheinend keine Zukunft mehr beim Formel-1-Rennstall Sauber. Die Trennung soll bereits vor der Reise zum Rennen nach Aserbaidschan erfolgt sein.

Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn muss offenbar gehen.

Quelle: Diego Azubel

Baku. Die erste Teamchefin der Formel-1-Geschichte muss wohl ihren Platz am Sauber-Kommandostand räumen. Schon in den Großen Preis von Aserbaidschan am Wochenende wird Monisha Kaltenborn den Schweizer Rennstall mit dem deutschen Piloten Pascal Wehrlein nicht mehr führen.

Medienberichten zufolge hat sich das sportlich seit Jahren kriselnde Team von der 46 Jahre alten Österreicherin getrennt. Teammanager Beat Zehnder und Technikdirektor Jörg Zander sollen die Sauber-Crew beim Rennen in Baku leiten.

Erst am Vortag sei er darüber informiert worden, sagte Zehnder der Deutschen Presse-Agentur und verwies für weitere Details an den Eigentümer, den Finanzinvestor Longbow. Ein Streit mit den Besitzern habe zum Abschied von Kaltenborn geführt, hieß es im Fahrerlager des Baku City Circuit.

2012 war sie als erste Frau an die Spitze eines Formel-1-Rennstalls gerückt, als Gründer Peter Sauber den Posten an Kaltenborn übergab. Zuvor war die Juristin von der Rechtsabteilung des Teams zur Geschäftsführerin aufgestiegen und hatte später auch 30 Prozent der Anteile an Sauber übernommen.

Leicht hatte es die in Indien geborene Kaltenborn in ihrem Job nie. In ihrer Amtszeit geriet das Privatteam finanziell und sportlich in Schieflage. Der Tiefpunkt war 2015 erreicht, als Sauber in den Tagen vor dem Saisonstart in Australien vor einem Gericht in Melbourne einen bizarren Streit ausfechten musste, weil das Team offenkundig drei Fahrer für nur zwei Cockpits engagiert hatte. Am Ende musste der Rennstall Millionen als Abfindung an den Niederländer Giedo van der Garde bezahlen. Ausgerechnet die Juristin Kaltenborn machte in dem Zwist keine gute Figur.

Weil Sauber auch sportlich seit Jahren zumeist hinterherfährt, musste sich Kaltenborn immer wieder unangenehmen Fragen stellen. In der von Männern dominierten Formel 1 stand die Mutter von zwei Kindern von Beginn an unter besonderer Beobachtung, auch wenn bei Williams zuletzt Claire Williams als Vize-Teamchefin ebenfalls faktisch die Geschäfte an der Rennstrecke führte.

Obwohl es weder von Sauber noch vom Eigentümer Longbow eine Bestätigung für die Trennung gab, blühten in Baku schnell die Gerüchte um die mögliche Nachfolge von Kaltenborn. Als Favorit wurde der Deutsche Colin Kolles genannt. Der 49 Jahre alte Zahnarzt war bereits Teamchef bei mehreren kleinen Formel-1-Rennställen, derzeit engagiert er sich im Langstreckensport.

dpa

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