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Bottas wird Rosbergs Nachfolger bei Mercedes

Motorsport Bottas wird Rosbergs Nachfolger bei Mercedes

Valtteri Bottas tritt bei Mercedes das Erbe von Nico Rosberg an. Das Formel-1-Team holt den Finnen als neuen Teamkollegen für Lewis Hamilton. Pascal Wehrlein muss sich bei Sauber beweisen. Nico Rosberg wird Markenbotschafter von Mercedes.

Valtteri Bottas wird Rosberg-Nachfolger bei Mercedes.

Quelle: Valdrin Xhemaj

Brackley. Nach dem Schock-Rücktritt von Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg hat Mercedes die Hängepartie um seinen Nachfolger beendet und setzt künftig auf den Finnen Valtteri Bottas.

Die Silberpfeile stellten den 27-jährigen Finnen nach wochenlangen Verhandlungen mit dem Williams-Rennstall als neuen Teamkollegen von Lewis Hamilton vor. Für Pascal Wehrlein zerschlugen sich damit die Hoffnungen auf den Aufstieg in den Weltmeister-Rennstall. Der Worndorfer verlässt das insolvente Manor-Team und absolviert nun ein Lehrjahr bei Sauber.

"Valtteri ist ein bodenständiger Junge: Er ist überhaupt nicht abgehoben, unkompliziert und voll konzentriert", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff über Rosbergs Nachfolger. "Jetzt werden wir sehen, ob er mit der Herausforderung wachsen und um Rennsiege sowie Weltmeisterschaften mitkämpfen kann."

Das Cockpit von Bottas bei Williams übernimmt wiederum Felipe Massa, der seine Rente noch mal um eine Saison verschiebt. "Ich glaube, dass es eine Weile dauern wird, bis ich realisiert habe, dass dies wirklich passiert", räumte Bottas ein. "Für mich geht definitiv wieder ein Traum in Erfüllung, für ein weiteres Team mit solch einer großartigen Geschichte fahren zu dürfen."

Nach vier Jahren bei Williams will Bottas den nächsten Karrieresprung bewältigen. "Ich stecke voller Energie und fühle mich bereit, um die Arbeit in diesem und hoffentlich noch vielen weiteren Jahren mit Mercedes aufzunehmen", versicherte er. Zur Vertragslaufzeit machten die Silberpfeile aber keine Angaben.

Durch den unerwarteten Rücktritt von Rosberg im Dezember kurz nach seinem ersten Titelgewinn in der Vorsaison war Mercedes gewaltig unter Druck geraten, da alle Top-Piloten bereits bei anderen Rennställen gebunden waren. Bottas, der für 2017 eigentlich noch bei Williams im Wort stand, erhielt den Vorzug vor Mercedes-Talent Wehrlein.

Der Deutsche wurde nach nur einer Formel-1-Saison beim mittlerweile insolventen Hinterbänkler-Team Manor für noch nicht reif genug befunden und wird künftig für den Schweizer Rennstall Sauber starten. "Eine neue Herausforderung in einem neuen Team, die ich mit Spannung und großer Vorfreude erwarte. Unser Ziel ist, dass wir uns als Team im Mittelfeld etablieren und regelmäßig in die Punkte fahren können", erklärte Wehrlein hoffnungsvoll.

Für Bottas sprach seine Erfahrung von 77 Grand Prix, in denen er es neunmal auf das Podium schaffte. In seinen vier Jahren in der Königsklasse hat der Finne nachgewiesen, dass er es mit der Spitze aufnehmen kann. Mercedes nannte als wichtigen Faktor bei der Fahrerwahl, dass der Neuzugang möglichst sofort den britischen Silberpfeil-Star Hamilton auf Augenhöhe zu Höchstleistungen treiben soll, wie es zuvor Rosberg getan hatte, der 2017 als Markenbotschafter bei Mercedes agieren wird. "Ich sehe uns als gute Paarung und bin sicher, wir werden gut zusammenarbeiten", beteuerte Bottas.

In den Verhandlungen mit Williams konnte Mercedes den englischen Konkurrenten dem Vernehmen nach mit einem deutlichen Preisnachlass für die Kundenmotoren überzeugen. Zwar war Bottas bei Williams als Lehrmeister für den 18 Jahre alten Neuzugang Lance Stroll aus Kanada eingeplant. Diese Rolle wird nun aber der Brasilianer Massa übernehmen. Der 35-Jährige ließ sich das Angebot nicht entgehen und verschiebt seine Rente nochmals für eine Saison.

"Es handelt sich um eine Vereinbarung für 2017, und über mehr habe ich noch nicht darüber hinaus gedacht", sagte Massa. Kein Nachteil im wochenlangen Poker um Bottas dürfte es zudem gewesen sein, dass Mercedes-Motorsportchef Wolff schon länger zum Management-Team des Finnen gehört. Zudem wechselt der bisherige Mercedes-Technikchef Paddy Lowe wohl als neuer Technikdirektor zu Williams.

Die neue Formel-1-Saison beginnt am 26. März im australischen Melbourne. Bereits Ende Februar stehen in Barcelona die ersten Testfahrten an. Wegen einer umfassenden Regelreform werden sich die Autos in diesem Jahr stark verändern, sie sollen schneller und schwerer zu beherrschen sein.

dpa

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