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Erkrankter Funk vor Bronze-Jubiläum: "Da muss ich durch"

Eishockey Erkrankter Funk vor Bronze-Jubiläum: "Da muss ich durch"

Kühnhackl, Schloder, Reindl - die Eishockey-Nationalmannschaft von 1976 hat Legendenstatus. Xaver Unsinns Team gewann sensationell Olympia-Bronze. Der Triumph jährt sich am Sonntag zum 40. Mal. Für Lorenz Funk wird es ein zwiespältiges Jubiläum.

Greiling. An den historischen Bronze-Triumph bei den Olympischen Winterspielen in Innsbruck 1976 erinnert sich Lorenz Funk natürlich noch gerne.

"Du wirst immer wieder darauf angesprochen", erzählte der 68-Jährige, der meist schlicht nur "Lenz" genannt wird, der Deutschen Presse-Agentur vor dem 40. Jahrestag am 14. Februar. "Im Nachhinein hatten wir eine ganz reife Mannschaft, eine top Mannschaft."

Die deutschen Eishockeyspieler um Topstürmer Erich Kühnhackl und Kapitän Alois Schloder holten damals vollkommen überraschend Bronze. Einer der wichtigsten Akteure für das Team von Nationaltrainer Xaver Unsinn war auch Funk. "Wir waren eine Doppelspitze, der Schloder Alois war Kapitän und ich war Assistent", erinnert sich Funk.

Der Mann aus Reichersbeuern im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen war damals zusammen mit Schloder und Kühnhackl für die Taktik zuständig. Auf den Jahrestag freut sich Funk, wichtig ist ihm jedoch nun vor allem seine Gesundheit.

Im Juli erhielt er die Diagnose Prostatakrebs. Die Haare sind ihm ausgefallen, von 124 Kilogramm Körpergewicht auf rund 90 ist er abgemagert. Er habe es anfangs nicht registrieren wollen, sagte Marlene Funk, die ihren "Lenz" 1964 kennengelernt hat und mit ihm seit 1969 verheiratet ist. "Er wollte es einfach nicht wahrhaben."

Funk war nach eigener Aussage im Grunde nie richtig krank. Und dann diese Diagnose. "Du stehst beim Doktor, meinst, du hast die ewige Jugend gepachtet, dich haut gar nichts um und dann schaust du recht blöd, weil ich ja eigentlich nie krank war", sagte er. "Aber so ist es halt, da muss ich durch. Ich kämpfe dagegen."

Sechs Chemotherapien hat er schon hinter sich. Demnächst will er sich in München für ein halbes Jahr einer nuklearmedizinischen Therapie unterziehen. Von der Krankheit seines früheren Teamkollegen zeigte sich auch Franz Reindl sehr bewegt. "Das geht ganz tief rein", sagte der aktuelle Präsident des Deutschen Eishockey Bundes.

Innsbruck - für Funk und die deutsche Sportnation wird dieser Ort ewig mit einem Mythos verbunden bleiben. "Als Deppen haben sie uns in einigen Zeitungen tituliert", erinnerte sich der Vater der ehemaligen Eishockeyspieler Lorenz junior und Florian sowie dreifache Großvater an die enttäuschende Vorbereitung. "Touristen" seien sie zu Beginn des Turniers gewesen, erzählte Klaus Auhuber.

Dann besiegte Unsinns Team im letzten Spiel der Finalrunde die USA mit 4:1. Dennoch waren Funk & Co. zunächst am Boden zerstört. "Wir dachten, wir brauchen für Bronze noch ein fünftes Tor", erzählte er. Am Ende entschied aber die Arithmetik. Der Torquotient sah die Deutschen am Ende um 0,041 Punkte vor den Finnen. "Das war auf alle Fälle ein Wunder", erzählte Kühnhackl.

Funk besitzt im Garten seines Hauses in Greiling einen Taubenschlag. Seitdem er ein kleiner Junge ist, sind diese Vögel sein Hobby. Ein halbes Jahr war er wegen der hohen Ansteckungsgefahr nicht mehr bei ihnen. Wenn er wieder ganz gesund ist, sagt er, will er wieder raus zu ihnen, eine Mannschaft möchte Funk auch wieder trainieren. "Ich hoffe, dass endlich wieder was geht."

dpa

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