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"Pauldingburg" schockt Ulm

Basketball "Pauldingburg" schockt Ulm

Was für ein Spiel! Dank einer irren Aufholjagd schaffen die EWE Baskets Oldenburg im Halbfinale gegen Ulm den Ausgleich. Was vor allem an einem Spieler liegt, der aus Oldenburg längst nicht mehr wegzudenken ist.

Oldenburgs Rickey Paulding war der Mann des Spiels.

Quelle: Andreas Gebert

Oldenburg. Mladen Drijencic wusste, bei wem er sich zu bedanken hatte. Nach der unfassbaren Aufholjagd der Oldenburger Basketballer im zweiten Halbfinal-Spiel gegen ratiopharm Ulm schloss der Baskets-Coach Rickey Paulding innig in die Arme und flüsterte ihm ein paar Lobeshymnen ins Ohr.

"Man hat heute gesehen, was er für mich, für dieses Team, für diesen Club bedeutet" sagte Drijencic nach dem spektakulären 107:103 der Oldenburger nach Verlängerung. In der "Best-of-Five"-Serie steht es jetzt 1:1, am Samstag geht es in Ulm weiter.

"Ich kann Deutsch, ich kann Jugoslawisch, und ich kann auch ein wenig Englisch. Aber ich finde keine Worte, um zu beschreiben, wie schön das heute ist", sagte Drijencic zum spektakulären Comeback seines Teams. Zur Halbzeit lagen die Niedersachsen gegen den Ersten der Hauptrunde mit 27 Punkten zurück, Ulm schien der Sieg nicht mehr zu nehmen sein.

Doch dann drehten die Gastgeber angetrieben vom 34 Jahre alten Paulding auf und zwangen den Vizemeister doch noch in die Knie. "Ein Spiel für die Ewigkeit: Ganz Pauldingburg steht Kopf!", titelten die Baskets auf ihrer Homepage. Es war die größte Aufholjagd eines Halbzeit-Rückstandes seit dem Start der offiziellen Liga-Datenbank 2002.

Mit 34 Punkten war der Amerikaner in einem der verrücktesten Basketball-Spiele dieser Saison bester Werfer bei den Oldenburgern und rettete die EWE Baskets mit der Schlusssirene mit einem wilden Dreipunktwurf in die Verlängerung. "Wir haben nie aufgegeben und am Ende einen Weg gefunden, das Spiel zu gewinnen", sagte Paulding bescheiden.

Der US-Boy ist in Oldenburg längst eine feste Institution. Seit 2007 spielt der Small Forward bereits bei den Baskets, war schon bei der bislang einzigen deutschen Meisterschaft 2009 dabei. Unlängst verlängerte er seinen Vertrag noch ein weiteres Mal bis 2019, die Verantwortlichen richteten zu seinen Ehren extra einen "Rickey-Day" aus. "Ich bin ein Oldenburger", sagt die aus Detroit stammende Vereinsikone, der vor der EWE Arena ein riesiges Kunstwerk mit seinem Konterfei gewidmet ist.

Gegen Ulm zeigte Paulding die komplette Palette seines Könnens. Krachende Dunks, spektakuläre Dreier und tolles Zusammenspiel mit seinen Kollegen - dem hatten die Schwaben am Ende nichts mehr entgegenzusetzen. "Das ist erst einmal schwer zu verkraften", sagte Ulms Point Guard Per Günther. "Ich habe so was noch nicht erlebt. Unsere Mannschaft hat die beste erste Halbzeit der Saison gespielt. Das war unser bester Basketball. Vielleicht war es ein bisschen zu gut", sagte Gäste-Coach Thorsten Leibenath.

Die Oldenburger Fans waren völlig aus dem Häuschen, am Mittwoch waren innerhalb von nur 45 Minuten sämtliche Tickets für Spiel vier in der kommenden Woche vergriffen. In "Pauldingburg" ist längst wieder das ganz große Basketball-Fieber ausgebrochen.

Für einen Moment stellte Paulding mit seiner Gala sogar das Topduell im zweiten Halbfinale zwischen Titelverteidiger Bamberg und Bayern München in den Schatten. Nach dem 59:82-Debakel im ersten Spiel stehen die Münchner am Donnerstag (17.30 Uhr) gewaltig unter Druck. "Ich bin mir sicher, dass das Team eine Reaktion zeigen wird", sagte Bayern-Coach Sasa Djordjevic. "Schlechter kann man nicht spielen als wir es getan haben. Wir werden ein anderes Gesicht zeigen", versprach auch Aufbauspieler Anton Gavel.

dpa

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