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Luxus oder lästig?

e-Golf-Test Tag fünf Luxus oder lästig?

Eigentlich können Autofahrer mit Verbrennungsmotoren nur davon träumen: Während der wochenendlichen Shoppingtour inklusive Eiscreme und Kaffee lädt das Fahrzeug in aller Seelenruhe an einer Ladestation auf dem Parkplatz einige Stündchen vor sich hin – im besten Falle auch noch gratis. Doch das funktioniert längst nicht immer.

Beim Tanken von Elektroautos gibt es Licht und Schatten in Dresden
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Eigentlich können Autofahrer mit Verbrennungsmotoren nur davon träumen: während der wochenendlichen Shoppingtour inklusive Eiscreme und Kaffee lädt das Fahrzeug in aller Seelenruhe an einer Ladestation auf dem Parkplatz einige Stündchen vor sich hin – im besten Falle auch noch gratis. „Wenn man das so hinbekommt, wäre es auf jeden Fall ein großer Luxus für e-Autofahrer“, sagt unsere e-Golf-Testerin Lisa-Marie Scheida.

Eigentlich sollte das bereits jetzt in Dresden möglich sein. Sowohl im Zentrum als auch in vielen anderen Einkaufszentren in der Stadt werben Händler und Verantwortliche mit speziellen Parkplätzen und gratis Strom um die Gunst von e-Mobil-Fahrern. Doch die Realität sieht (noch) ein kleines bisschen anders aus. Von Verbrennerautos zugeparkte, defekte oder deaktivierte Ladesäulen, viele verschiedenen Anbieter, komplizierte Systeme und natürlich die Frage, wie schnell und wie voll das Auto in ein Paar Stunden aufgeladen werden kann.

„Wir haben heute mit verschiedenen Apps und dem Naviprogramm von VW mehrere e-Tankstellen in und um Dresden aufgesucht und getestet. Dabei gab es Licht und Schatten“, erzählt DNN-Tester Franz Herrmann. Die erste Ernüchterung stellte sich gleich an der ersten Zapfsäule auf der Bayrischen Straße vor dem Hauptbahnhof ein. Um überhaupt erstmal auf den Parkplatz mit der Steckdose zu gelangen, wird nämlich eine Gebühr fällig. „Anschließend war ein Platz belegt durch das e-Mobil von teilAuto, auf der anderen Seite der Säule waren beide Steckdosen defekt“, sagt Franz Herrmann.

Nächste Anlaufstelle: das Parkdeck der Centrum-Galerie. Nachdem unser Testerpaar auch dort die Parkgebühr bezahlte, folgte der zweite Schock. „Beide Säulen waren außer Betrieb. Ich habe herausgefunden, dass dort gerade von kostenlosem auf bezahltes Laden umgestellt wird“, erklärt Franz Herrmann. Immerhin klappte das Laden dann am erklärten Ausflugsziel im Elbepark Dresden. Die Drewag betreibt dort eine Stromsäule, die problemlos per Handyapp oder mit einer Magnetkarte aktiviert werden kann und mit einer günstigen (3,7 Kilowatt Ladestrom, 50 Cent pro 30 Minuten, für etwa 10 Kilometer Reichweite) und einer teureren Variante (11 Kilowatt Ladestrom, 1,50 Euro pro 30 Minuten, für etwa 30 Kilometer Reichweite) insgesamt vier Ladeplätze bietet. „Mit der Carnet-App von VW konnten wir dann beim Einkaufsbummel auf dem Smartphone den Ladestand beobachten“, erklärt Herrmann.

Anschließend steuerte unser Testerpaar auch noch in Meißen unterhalb der Albrechtsburg eine „Zapfsäule“ an. Das System vor Ort: analog und durchaus einfach in der Handhabung. „Wir haben die Säule mit über den Parkautomat aktiviert und Geld eingeworfen, das hat super funktioniert“, sagt Lisa-Marie. Das Laden von Elektroautos stellt deshalb für die 21-Jährige bereits heutzutage keine große Herausforderung dar: „Man hat eigentlich so viel Leerlaufzeit am Tag, beispielsweise auf Arbeit, in der Uni oder nachts. Mit ein bisschen Organisation und einem etwas besser ausgebautem Ladenetz gibt es meiner Meinung nach keine Ausreden mehr.“

Ihr Freund Franz sieht das etwas anders. „Das Ladenetz ist schon noch recht unausgegoren. Man braucht auf jeden Fall viel Zeit und etwas Glück, wenn man heutzutage sicher irgendwo laden muss. Da muss definitiv noch einiges passieren, beispielsweise einheitliche Technik und ein universelles Bezahlsystem“, so der 25-Jährige. Immerhin sind er und seine Freundin als e-Mobil-Fahrer auf das öffentliche Laden angewiesen.

Von Sebastian Burkhardt

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