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„Ja“ zum e-Golf

Test-Fazit „Ja“ zum e-Golf

„Einmal Elektroauto, immer Elektroauto“, so war das Motto unseres Studentenpärchens bereits vor dem großen e-Mobil-Test. Nachdem Franz Herrmann und Lisa-Marie Scheida in den zurückliegenden Tagen ihren 20 Jahre alten Renault Saxo electrique gegen einen neuen e-Golf von Volkswagen eingetauscht  haben, hat sich daran auch nichts geändert.

Quelle: Anja Schneider

Dresden. „Einmal Elektroauto, immer Elektroauto“, so war das Motto unseres Studentenpärchens bereits vor dem großen e-Mobil-Test. Nachdem Franz Herrmann und Lisa-Marie Scheida in den zurückliegenden Tagen ihren 20 Jahre alten Renault Saxo electrique gegen einen neuen e-Golf von Volkswagen eingetauscht  haben, hat sich daran auch nichts geändert. Ganz im Gegenteil: „Elektroautos sind mit etwas Umdenken und Planung auf jeden Fall jetzt schon alltagstauglich, trotz der schlecht ausgebauten Ladeinfrastruktur“, sagt Lisa-Marie.

Für das junge Studentenpaar geht nun eine  aufregende Woche voller Eindrücke zu Ende, der Abschied vom e-Golf fällt schwer. „Für uns war das natürlich Luxus mit einem neuen, gut ausgestatteten Auto unterwegs zu sein“, ergänzt Franz Herrmann. So schnell wird sich der Elektrotechnikstudent nämlich keinen Stromer zulegen können, auch wenn er das gerne wöllte. Stolze 36 000 Euro kostet der e-Golf in der Basisausstattung, für die meisten Studenten nicht realisierbar.

„Wir denken aber, dass es bereits jetzt schon eine große Zielgruppe gibt, vor allem im Stadtbereich“, erzählt Lisa-Marie. So seien Elektroautos zwar nur bedingt für lange Fahrten oder Urlaubsreisen geeignet, doch für den täglichen Weg zur Arbeit oder den Wochenendausflug reiche die Kapazität. „Ich kann mir auch vorstellen, dass Elektroautos gut geeignet für Senioren sind, die kurze Strecken zurücklegen müssen“, sagt die Medizinstudentin.

Unsere DNN-Tester legten in der vergangenen Woche hingegen deutlich mehr Strecken als gewöhnlich mit dem Auto zurück. Nach sechs intensiven Tagen standen gefahrene 450 Kilometer und zwei mal „Volltanken“ zu Buche. „Zum Glück war mit der Gläsernen Manufaktur ein sicherer Hafen zum kostenfreien Laden in der Nähe. Das ist auf jeden Fall ein Pluspunkt für den Standort hier in Dresden“, findet Franz Herrmann.  Denn die Ladeinfrastruktur in der Stadt sei laut dem Elektrotechnikstudenten derzeit noch eine „Katastrophe“. „Wir haben defekte, blockierte und deaktivierte Ladesäulen vorgefunden, ganz zu schweigen von deren geringer Anzahl  und den unterschiedlichsten Systemen und Bezahlvarianten.“ Zudem sei der Strom – zumindest bei Schnellladesystemen – nicht wirklich billiger als beispielsweise Diesel. „Und natürlich muss man sich auch die Frage nach der Herkunft des Stroms stellen, und ob das dann ökologisch überhaupt sinnvoll ist“, so der Student.

Lisa-Marie gibt auch noch zu bedenken, dass man sich beispielsweise bei Überlandfahrten auch zu 100 Prozent auf die Ladesäulen vor Ort verlassen muss – und das könne man derzeit noch nicht garantieren. Um die Ladeinfrastruktur sinnvoll zu erweitern, schlägt die 21-Jährige Lademöglichkeiten am Arbeitsplatz vor, die durch den Arbeitgeber angeboten werden. „So kann man seine autofreie Zeit am Tag nutzen, um zu laden“, erklärt die Studentin. Sie sieht auch noch einen zusätzlichen positiven Aspekt an der e-Mobilität. So überlege man sich mit einem Elektroauto im Vorfeld genau, welche Strecken man wirklich zurücklegen müssen, und wann man eventuell auf das Fahrzeug verzichten könne.

Der e-Golf von Volkswagen hat bei unseren Testern insgesamt einen sehr positiven Eindruck hinterlassen. Sowohl das Fahrverhalten als auch die Technik und Ausstattung seien absolut überzeugend, so Franz Herrmann. „Für die schlechte Ladeinfrastruktur kann das Auto nichts.“ Deshalb steht für das Studentenpaar fest: „Wenn der Citroen seinen Geist aufgibt, kommt wieder ein Elektrowagen!“ 

Sebastian Burkhardt

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