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Für die Elektromobilität in Deutschland war 2016 erneut ein eher trauriges Jahr, doch die Zukunftsaussichten haben sich aufgehellt.

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Luxus oder lästig?

Das Förderprogramm für e-Autos läuft schleppend, die Neuzulassungszahlen tröpfeln, der Ausbau der Ladeinfrastruktur kommt nicht so recht in Fahrt.

Quelle: BMW

Köln. Das Förderprogramm für e-Autos läuft schleppend, die Neuzulassungszahlen tröpfeln, der Ausbau der Ladeinfrastruktur kommt nicht so recht in Fahrt. Bisher ist der Durchbruch der strombetriebenen Mobilität ausgeblieben. Trotz drohender CO2-Strafzahlungen wirken die Hersteller noch immer so gehemmt wie ihre potentielle Kundschaft: Werbung für Elektroautos machen sie kaum, attraktive Sonder-Aktionen gibt es wenig. Wohl auch, weil man die Zeit für den wahren e-Auto-Boom noch nicht gekommen sieht.
Immerhin legten die Neuzulassungen von e-Autos im ersten Quartal 2017 um fast ein Viertel zu. Deutschland landete mit 5060 Einheiten innerhalb der Europäischen Union auf Rang zwei, gegenüber dem ersten Quartal 2016 gab es einen Zuwachs um 117 Prozent. Insgesamt wurden seit Jahresbeginn in der EU rund 4,14 Millionen Neuwagen zugelassen. Der Marktanteil von E-Autos beträgt demnach knapp 0,6 Prozent.

Ein spürbarer Effekt der Kaufprämie, auf die sich  Industrie und Politik im vergangenen Sommer geeinigt hatten, blieb bislang aus. 4000 Euro gibt es für ein E-Mobil, 3000 Euro für einen Plug-in-Hybriden. Bund und Wirtschaft teilen sich die Kosten. Ein großes Aufbäumen seitens der Industrie ist aktuell nicht zu erkennen. Werbung für aktuelle Modelle – eigentlich klassisches Mittel zum Ankurbeln des Absatzes – findet nur wenig statt.

Bei Werbung anderer Art zeigten sich die Autohersteller im vergangenen Jahr allerdings besonders aktiv: dem Ankündigen der eigenen elektrischen Revolution mit neuen Modellen. Auf der Herbstmesse in Paris kündigte VW in Form der Studie ID einen neuen Volks-Stromer an, Mercedes gründete gleich eine eigene Marke für E-Modelle. Während die Wolfsburger ihren elektrischen Hoffnungsträger erst 2020 auf den Markt bringen, starten die Stuttgarter bereits ein Jahr früher. Schon im nächsten Jahr wollen Jaguar, Porsche und Audi ihre luxuriösen E-Modelle auf den Markt bringen. Dann startet auch das Mittelklassemodell Tesla Model 3, vor dem die etablierte Branche zittert. Ob der kalifornische Newcomer aber auch den Massenmarkt für E-Autos aufrollen kann, wie es ihm mit dem Model S im Luxusmarkt gelungen ist, muss sich allerdings noch zeigen.
Wie es aussieht, wird auch 2017 noch nicht das Jahr des E-Autos. Mit dem Opel Ampera-e, den Elektroversionen von Smart Fortwo und Forfour sowie dem verbesserten E-Golf könnte es aber zumindest einen leichten Aufschwung bei den Neuzulassungszahlen geben. Ob das für die von der Bundesregierung ausgerufene Quote von einer Million E-Mobilen bis 2020 reicht, ist aber nach aktuellem Stand unwahrscheinlich.

Holger Holzer

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