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Gruppe Freital: Ein Richter sitzt im Zeugenstand

Rechter Terror Gruppe Freital: Ein Richter sitzt im Zeugenstand

Mit der Aussage von Zeugen ist am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht Dresden der Prozess gegen die mutmaßlichen Rechtsterroristen der „Gruppe Freital“ fortgesetzt worden – dabei ging es vor allem um die Übergriffe auf das alternative Wohnprojekt „Mangelwirtschaft“ in Dresden-Übigau und ein Asylbewerberheim in Freital.

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Mit der Aussage von Zeugen ist am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht Dresden der Prozess gegen die mutmaßlichen Rechtsterroristen der „Gruppe Freital“ fortgesetzt worden

Quelle: dpa

Dresden. Mit der Aussage von Zeugen ist am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht Dresden der Prozess gegen die mutmaßlichen Rechtsterroristen der „Gruppe Freital“ fortgesetzt worden – dabei ging es vor allem um die Übergriffe auf das alternative Wohnprojekt „Mangelwirtschaft“ in Dresden-Übigau und ein Asylbewerberheim in Freital.

Im Zeugenstand nahm auch Frank Ponsold Platz – für ihn eine eher ungewohnte Situation, normalerweise sitzt er auf der anderen Seite. Der Mann ist Richter am Dresdner Amtsgericht und hatte als Ermittlungsrichter drei der Angeklagten in seinem Büro – Maria K., Phillip W. und Patrick F. Da außer dem 19-jährigen Justin S. keiner der Angeklagten im Prozess Angaben macht, ist der Senat auf frühere Aussagen der Beschuldigten angewiesen.

„Einige der Informationen waren damals neu für mich“

Ponsold schilderte die damalige Vernehmung als ruhig und normal. „Herr F. sagte nichts, aber Frau K. und Herr W. äußerten sich zu den Vorwürfen.“ Als erste machte Maria K. Angaben, der zunächst nur eine Beteiligung am Überfall auf die „Mangelwirtschaft“ vorgeworfen worden war. „Sie machte aber spontan auch Aussagen zur Attacke auf das Asylheim in Freital, nannte Namen, Pläne und Abläufe und erzählte, dass alle sehr radikal gewesen seien, Timo S. und Patrick F. die Organisation gemacht und die Pläne im Kopf gehabt hätten“, erinnerte sich Ponsold. Sie selbst sei zwar bei der Vorbereitung, aber nicht bei den Taten dabei gewesen, da sie wegen eines Bandscheibenvorfalls nicht schnell rennen konnte. Man sei vorsichtig vorgegangen, habe sich vermummt, Handschuhe getragen und Fluchtwege besprochen. „Einige der Informationen waren damals neu für mich“, so der Richter. „Zum Beispiel, dass die Freitaler die Mangelwirtschaft von hinten und die Freie Kameradschaft Dresden von vorn angegriffen haben.“ (Anmerkung der Redaktion: Die Freie Kameradschaft Dresden ist eine Neonazi-Vereinigung.)

Angeklagter gibt Beteiligung beim Anschlag in Freital zu

Phillip W. gab beim Ermittlungsrichter seine Beteiligung beim Anschlag auf die Asylunterkunft in Freital zu: „Ich habe einen Böller auf das rechte Fensterbrett gelegt, Patrick und Justin Knaller auf die anderen. Wir wollten aber niemanden verletzen oder töten, sondern nur erschrecken. Die sollten wieder abreisen.“ Bei dem Überfall in Dresden sei er nicht dabei gewesen, habe aber Timo S. zuvor Böller übergeben.

Der Prozess ist zunächst auf 60 Verhandlungstage bis Ende September angesetzt. Den Angeklagten wird die Bildung einer terroristischen Vereinigung, versuchter Mord, gefährliche Körperverletzung und Herbeiführung von Sprengstoffexplosionen vorgeworfen.

Von Monika Löffler

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