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Geldprämie für Hinweise zu Plakatschändern in Dresden

500 Euro Geldprämie für Hinweise zu Plakatschändern in Dresden

„Es geht hier nicht vordergründig um den Respekt vor dem Eigentum anderer, sondern vor der Demokratie“, sagt SPD-Stadträtin Kristin Sturm. Bundestagswahlplakate ihrer Partei wie auch der CDU, Grünen, Linken und anderer Parteien werden systematsich zerstört. Jetzt lobt die Partei eine Prämie für Hinweise aus.

Kaum hängen sie, werden Wahlplakate bekritzelt, beschädigt oder ganz heruntergerissen. Betroffen sind in Dresden alle Parteien, so wie hier die CDU mit Bundeskanzlerin Angela Merkel.
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden. „Es geht hier nicht vordergründig um den Respekt vor dem Eigentum anderer, sondern vor der Demokratie“, sagt SPD-Stadträtin Kristin Sturm. Bundestagswahlplakate ihrer Partei wie auch der CDU, Grünen, Linken und anderer Parteien sind am vergangenen Wochenende in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag an der Bautzner Landstraße augenscheinlich systematisch heruntergerissen und zerstört worden. „Offenbar bis nach Weißig“ geht die Verwüstungsspur entlang der Laternenmasten, wie Polizeisprecher Marko Laske sagt. Der Verursacher lege „die Axt an die Wurzeln unseres Gemeinwesens“, klagt Sturm.

13 Doppelplakate und sieben Plakate, die auf eine am Montag geplante Veranstaltung hinweisen, seien beschädigt, steht in einer am Montag gestellten Anzeige des SPD-Ortsvereins „Elbhang Schönfelder Hochland“, die im Internet einzusehen ist. 200 Euro betrage der Schaden. Der Ortsverein hat nun eine Belohnung über 500 Euro für Zeugen ausgelobt, deren Hinweise zur Täterermittlung führen. „Stadtweit werden systematisch Plakate abgerissen“, heißt es in der Anzeige zur Begründung.

Das ist offenbar keine Übertreibung, wie Polizeisprecher Laske bestätigt. Aus dem gesamten Stadtgebiet berichten seine Kollegen gerade nach dem letzten Wochenende von Angriffen auf Wahlplakate. Hinzu kommen zwei Angriffe auf Politikerautos, mit denen sich aber inzwischen das Operative Abwehrzentrum in Leipzig beschäftigt. So wurde in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag das Wahlkampfauto des Grünen-Bundestagsabgeordneten Stephan Kühn in der Leipziger Vorstadt von Unbekannten mit einer Eisenstange traktiert. Schaden an Windschutzscheibe und Kühlerhaube: 2000 Euro. Der Angriff auf das Privatauto von AfD-Direktkandidat Jens Maier, das von außen kaum einsehbar auf einem Hinterhof an der Bergmannstraße in Striesen stand, passierte irgendwann zwischen Donnerstag und Sonnabendmittag. Rund 1000 Euro soll der Schaden nach einer ersten Schätzung betragen. Zeugenhinweise sind unter der Telefonnummer 0351/ 483 22 33 willkommen.

Ob nun Wahlplakate oder Politikerautos, die Täter lassen sich zumeist schwer ermitteln, weil sie in aller Regel nachts aktiv sind und wenig Spuren hinterlassen. Da ist es schon ein besonderer Fall, dass Polizisten in der Südvorstadt in der Nacht zu Dienstag einen Tatverdächtigen stellen konnten. Der junge Mann soll drei Plakate der AfD beschädigt haben. Der 27-Jährige leugnet derzeit laut Polizei alle Vorwürfe, wurde aber von einem Zeugen bei der Tat beobachtet und sehr genau beschrieben.

Hinzu kommt ein weiteres Problem: Es handelt sich zwar um Straftaten, die jedoch in die große Gruppe der Sachbeschädigungen fallen und dort wegen der geringen Schadenswerte zumeist nicht sonderlich auffallen. Zudem: „Wir können nur erfassen, was auch angezeigt wurde“, sagt Polizeisprecher Laske. Ganz so konsequent wie die der SPD-Ortsverein „Elbhang Schönfelder Hochland“ gehen die Dresdner Parteiverantwortlichen dabei offenbar nicht immer vor. „Im Vorfeld von Wahlen kommt es immer zur Beschädigung von Plakaten“, gibt Laske für dieses eher resignative Verhalten eine mögliche Erklärung. Ob diese Angriffe auf Plakate im Vergleich zur vergangenen Bundestagswahl in diesem Jahr eine höhere Intensität haben, vermag er nicht zu sagen. Statistisch lasse sich das kaum erfassen, sagt er.

Von uh

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