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Dresdner protestieren friedlich gegen Nazi-Aufmärsche vor dem 13. Februar

Demo-Samstag mit Liveticker Dresdner protestieren friedlich gegen Nazi-Aufmärsche vor dem 13. Februar

Einige Hundert Dresdner haben am Samstag friedlich und lautstark gegen zwei Neonazi-Aufmärsche in der Stadt protestiert. Auch Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) und verschiedene Lokalpolitiker waren zeitweise mit auf der Straße. Die meisten Dresdner ignorierten das Demo-Geschehen jedoch.

Sitzblockade am Nürnberger Platz.

Quelle: awo

Dresden. Einige Hundert Dresdner haben am Samstag friedlich und lautstark gegen zwei Neonazi-Aufmärsche in der Stadt protestiert. Auch Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) und verschiedene Lokalpolitiker waren zeitweise mit auf der Straße. Die meisten Dresdner ignorierten das Demo-Geschehen jedoch. Die Einkaufsmeilen der Stadt waren durchweg besser besucht als die Demo-Strecken.

Rechtsextreme missbrauchen den Jahrestag der Zerstörung Dresdens am 13. Februar 1945 durch britische und amerikanische Bomber regelmäßig für ihre Zwecke und rechnen die Opferzahlen hoch. Bei den Angriffen am 13. Februar, die das Dresdner Zentrum in Schutt und Asche legten, verloren bis zu 25.000 Menschen ihr Leben. Rechtsextreme fügen an diese Zahl gern eine Null an. Die offizielle Angabe stammt von einer Kommission namhafter Historiker.

In diesem Jahr hatte es die Stadt erstmals mit zwei konkurrierenden Rechten-Demos zu tun. Denn neben dem üblichen „Trauermarsch“ der lokalen Szene um Maik Müller war auch der verurteilte Holocaust-Leugner Gerhard Ittner gekommen.

Holocaust-Leugner lockt bis zu 200 Menschen an

Ittner hatte schon mehrfach Demos rund um den 13. Februar angemeldet und hat das auch bis 2020 im Voraus getan. Gekommen war er allerdings bislang nie, auch weil der Franke den 13. Februar zeitweise im Gefängnis verbrachte. In diesem Jahr kam Ittner jedoch und konnte rund 150 bis 200 Menschen anlocken. Unter denen befanden sich rund ein Drittel Rentner, ein Drittel junger Neonazis und ein Drittel bekannte Pegida-Gesichter. Die geplante lange Route durch die Neustadt bis hin in Richtung Johannstadt kam jedoch nicht zustande. Nachdem rund 100 Menschen die Marienbrücke besetzt hatten, kürzte Ittner massiv ab und lief von der Ostraallee lediglich zum Kopf der Brücke, verließ die dann wieder zum Kongresszentrum und lief über die Devrientstraße zurück zum Startpunkt.

Erstmals war Holocaust-Leugner Gerhard Ittner rund um den 13. Februar tatsächlich in Dresden. Seine geplante Route wurde allerdings blockiert: Die Demo in Bildern:

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Ittner hatte schon vor seiner Demo angedeutet, wieder am Zwingerteich ankommen zu wollen. Ob er oder die Gegendemonstranten die Route verkürzt hatten, bleibt letztlich ein Geheimnis, das die Versammlungsbehörde vor Ort nicht lüften wollte. Eine lange Strecke hätten Ittner und seine Gefolgsleute wohl auch nicht laufen können. Denn nach der kurzen Runde um den Block wurde mehr als eineinhalb Stunden lang geredet. Und mindestens ein Redner wird sich wohl juristisch verantworten müssen. Die Polizei ermittelt wegen Volksverhetzung. Auch die Leugnung des Holocaust wurde mehrfach zumindest angedeutet. So kündigte Ittner den Schweizer Rechtsextremisten Bernhard Schaub als „bekennenden Holocaust-Leugner“ und „Kämpfer für die Wahrheit“ an. Er selbst nahm das Wort Holocaust-Lüge zwar nicht in den Mund, sprach aber „von der größten Lüge der Weltgeschichte“.

Neonazi-„Trauermarsch“ durch die Südvorstadt

Während die kleinere der beiden Demos am Nachmittag ausklang, verschob sich der Fokus in Richtung Hauptbahnhof. Dort sammelten sich mindestens 600 Neonazis zum sogenannten „Trauermarsch“. Begleitet von durchgehendem lautstarken Protest zogen die Rechtsextremen zur Budapester Straße und über die Nürnberger Straße, die Rugestraße und die Fritz-Löffler-Straße wieder zum Hauptbahnhof. An verschiedenen Stellen hatten Gegendemonstranten versucht, die Route zu blockieren, die Polizei konnte den Neonazi-Zug jedoch jeweils vorbei- oder umleiten. Die Polizei sprach von „demonstrativen Blockaden“, gegen die nicht ermittelt werde.

Auch in diesem Jahr hatten regionale Neonazis zu einem sogeannten "Trauermarsch" aufgerufen. Die Route durch die Südvorstadt war begleitet von Protesten und Blockaden. Hier die Bilder:

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Der Zug der Rechten war zumindest optisch größer als in den Vorjahren. Zudem deuteten viele Fahnen darauf hin, dass die Dresdner Demo von Rechtsaußen wieder verstärkt überregional frequentiert wird. Im Gegensatz zu Ittner lockten die lokalen Rechtsextremen vor allem jüngere Demo-Teilnehmer an, fast alle in schwarz, viele vermummt. Pegida-Publikum war hier nur vereinzelt zu sehen.

Polizei zeigt sich zufrieden

Die Polizei zog am Abend eine erste positive Bilanz. „Wie erwartet ergab sich aus den angezeigten Aufzügen der unterschiedlichen Lager eine konfrontative Versammlungslage. Vor diesem Hintergrund freue ich mich besonders, dass der Tag friedlich und störungsfrei verlief. Das besonnene Vorgehen der Einsatzbeamten hat daran ihren Anteil. Dafür bedanke ich mich bei den Kollegen“, so Polizeipräsident Horst Kretzschmar.

1300 Beamte aus Sachsen sowie Berlin, Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, dem Saarland, Thüringen sowie der Bundespolizei waren im Einsatz. Neben den Ermittlungen wegen Volksverhetzung habe es lediglich die üblichen Fälle von Vermummung oder unerlaubte Gegenstände gegeben. DNN-Reporter berichten von einem tatsächlich weitgehend besonnenen Einsatz. Lediglich ein einzelner Durchbruchsversuch von Nazi-Gegnern wurde mit harter körperlicher Gewalt beantwortet.

Dresden Nazifrei kritisiert geringe Teilnehmerzahl

Das Fazit von Dresden Nazifrei fiel weniger zufrieden aus. „Bei der Demo von Maik Müller versammelten sich etwas über 600 Nazis, bei der Veranstaltung von Gerhard Ittner waren ebenfalls 150-200 Teilnehmer. Auch bei Überschneidungen kommt man nicht umhin, festzustellen: Heute waren ungefähr 750 Nazis in der Stadt. An Gegendemonstranten hingegen waren realistisch nicht mehr als 500 bis 600 auf der Straße“, teilte das Bündnis mit. Zumindest sei es gelungen, Ittner nicht in die Neustadt und Maik Müller nicht störungsfrei laufen zu lassen. Deren Route sei „nichtssagend und ohne Symbolgehalt“, macht sich das Bündnis selbst Mut. Kritisiert wurde vor allem, dass sich nur wenige Dresdner an den Protesten beteiligten. „Auch die strammsten Nazis können Dresden nicht aus der eigenen Lethargie reißen“, so Dresden Nazifrei in einem Statement.

Das Schlimmste haben die Dresdner nun wohl hinter sich. Der 13. Februar selbst wird als vergleichsweise unproblematisch und mit nur geringem Konfliktpotenzial eingeschätzt. Auch die angezeigte Neonazi-Demo für den 18. Februar wird nach Aussage der Veranstalter nicht mehr stattfinden. 2018 wird es jedoch weitergehen. Sowohl Ittner als auch Maik Müller wollen wiederkommen.

Unser Liveticker vom Demo-Tag:

20.11 Uhr: Zu den Zahlen: Auf der Ittner-Demo waren rund 150 bis 200 Menschen, bei Maik Müller laut "Durchgezählt" 620-660 Menschen. Unser Kollege vor Ort hätte etwas mehr geschätzt. Er wurde bei seinem Zählversuch aber mehrfach gestört. Wie viele Gegendemonstranten auf der Straße waren, ist unklar, da es viele kleine bis mittelgroße Gruppen gab, die zum Teil auch sehr mobil waren. Unsere sehr grobe Schätzung lag zunächst bei rund 700 bis 1000 Menschen, ist jedoch wohl zu hoch. Selbst Dresden Nazifrei schätzt auf maximal 600 Menschen.

19.55 Uhr: Polizeipräsident Horst Kretzschmar ist zufrieden: „Wie erwartet ergab sich aus den angezeigten Aufzügen der unterschiedlichen Lager eine konfrontative Versammlungslage. Vor diesem Hintergrund freue ich mich besonders, dass der Tag friedlich und störungsfrei verlief. Das besonnene Vorgehen der Einsatzbeamten hat daran ihren Anteil. Dafür bedanke ich mich bei den Kollegen“, so der Dresdner Polizeichef. Er bestätigt die Ermittlungen wegen Volksverhetzung gegen einen Ittner-Redner und spricht von friedlichem und lautstarken Protest gegen die Nazi-Demos. Rund 1300 Beamte waren im Einsatz.

19.20 Uhr: Wir beenden die Live-Berichterstattung.

19.19 Uhr: Nach einer Schweigeminute und der Nationalhynmne mit allen drei Strophen ist auch bei den Rechten Schluss. Der Friedrich-List-Platz ist wieder frei.

19.08 Uhr: Die Abschlusskundgebung beim Trauermarsch läuft immer noch.

19.02 Uhr: Dresden-Nazifrei macht sich auf den Rückweg in die Neustadt.

18.59 Uhr: Bei der rechten Versammlung werden weiterhin Reden gehalten.

18.56 Uhr : Polizeisprecher Thomas Geithner sagte gegenüber unserem Reporter, das Konzept der Polizei sei aufgegangen. Der Gegenprotest verlief friedlich. Gegen einer Redner auf der Versammlung von Gerhard Ittner werde wegen Volksverhetzung ermittelt. Im Einsatz waren zehn Hundertschaften.

18.50 Uhr: Die linke Versammlung am Friedrich-List-Platz ist beendet. Wer will, kann gemeinsam in die Dresdner Neustadt laufen.

18.36 Uhr: Polizeibeamte sind auch in den zahlreichen Nebenstraßen zwischen Hauptbahnhof und Nürnbeger Platz unterwegs und kontrollieren Kleingruppen. Der Friedrich-List-Platz und die Bayrische Straße werden abgeriegelt.

18.28 Uhr: Der Trauermarsch biegt auf die Bayrische Straße ein. Die Veranstalter rund um Maik Müller haben für den heutigen Tag überregional mobilisiert, es sind Grupen aus ganz Ostdeutschland erkennbar.

18.25 Uhr: Die Rechten erreichen demnächst die Linken am Friedrich-List-Platz. In Höhe der Reichenbachstraße hält derweil die Polizei beide Lager auseinander.

18.20 Uhr: Auf der Fritz-Löffler-Straße passieren die Rechten noch eine weitere kleine Sitzblockade problemlos und halten nun auf den Hauptbahnhof zu. Vereinzelte Teilnehmer sind bereits angekommen und werden von den Gegendemonstranten angeschrien

18.16 Uhr: Der nun völlig musikfreie Marsch der Rechten wird weiter an der Blockade Nürnberger Ei vorbeigeleitet. Anschließend werden die Teilnehmer vereinzelt von am Rande wartenden linken Kleingruppen mit Parolen bedacht.

18.12 Uhr: Die Teilnehmerzahlen bei den Neonazis nach Schätzung von #Durchgezählt:

18.08 Uhr: Statt über den Nürnberger Platz zu ziehen, biegen die Neonazis davor nach links in die Rugestraße ein. Am Friedrich-List-Platz werden sie von einer größeren Gruppe Gegendemonstranten erwartet.

Gegendemonstranten am Friedrich-List-Platz.

Gegendemonstranten am Friedrich-List-Platz.

Quelle: gm

18.05 Uhr: Hinter dem Nürnberger Ei ist die Route trotz vieler Gegner am Rande frei.

18 Uhr: Die Nazis werden über den Fußweg an der Blockade am Nürnberger Ei vorbeigeleitet. Die Blockade am Nürnberger Platz hat sich selbst aufgelöst. Die Veranstaltung dort ist aber noch nicht beendet.

17.48 Uhr: Der Fackelmarsch erreicht demnächst die Nürnberger Straße. Wasserwerfer stehen in Richtung der Nossener Brücke. Die Sitzblockaden am Nürnberger Platz und etwas weiter vorn am Nürnberger Ei bestehen weiterhin.

17.44 Uhr: Die rechte Demo passiert die Altenzeller Straße, in der Wasserwerfer und Räumpanzer stehen. Auf dem Friedrich-List-Platz sind noch Gegendemonstranten und warten auf die Rückkehr des Fackelmarschs.

17.37 Uhr: An der Nürnberger Straße haben sich über 100 linke Demonstranten versammelt. Einige starten eine Sitzblockade. Die Polizei will das verhindert. Der Neonazi-Marsch ist derweil weiter in diese Richtung unterwegs.

17.27 Uhr: Auch hinter der Brücke stehen Gegendemonstranten. Es sind um die 200. Die Route für die Rechtsextremen ist aber frei, ein Durchbruchsversuch wird von der Polizei vereitelt. Die große Gegendemo läuft die Fritz-Löffler-Straße entlang (einige bleiben aber auch stehen)

17.24 Uhr: Das Grüppchen aus ca. 50 Gegendemonstranten auf der Budapester Brücke kann von den Rechten passiert werden.

17.19 Uhr: Unser Kollege vor Ort schätzt, dass sich mehr als tausend Personen am Marsch beteiligen. Die Gegendemo steht weiterhin am Friedrich-List-Platz.

17.16 Uhr: Ankommende Reisende aus Bahnhof oder den Fernbussen haben derzeit fast keine Möglichkeit, mit öffentlichen Verkehrsmitteln wegzukommen. Auch der Fernbusverkehr steht still.

17.11 Uhr: Jetzt sind die Rechten am Hauptbahnhof in Richtung Budapester Straße gestartet. Auf der Brücke Budapester Straße hat sich ein Grüppchen linker Demonstranten versammelt. Die Gegendemo-Gruppe am Friedrich-List-Platz will sich in Richtung Nürnberger Platz bewegen.

17.09 Uhr: Der rechte Marsch steht immer noch. Viele Teilnehmer sind vermummt. Es erklingt pathetische Musik.

16.45 Uhr: Die Demo der Rechten ist nun offiziell eröffnet.

16.50 Uhr: Die Veranstaltung von Gerhard Ittner ist nun offiziell beendet. Bei der Wiederholung im kommenden Jahr rechnet er mit deutlich mehr Teilnehmern. Die ehemaligen Marienbrücke-Blockierer dürfen unter der Gleisunterführung durchgehen und sich mit dem Rest der Nazifrei-Kundgebung vereinen. Man steht dann gesammelt auf dem Friedrich-List-Platz.

16.48 Uhr: Nazifrei steht nun in zwei Gruppen zu beiden Seiten der Bahngleise.

Erstmals war Holocaust-Leugner Gerhard Ittner rund um den 13. Februar tatsächlich in Dresden. Seine geplante Route wurde allerdings blockiert: Die Demo in Bildern:

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16.37 Uhr: Die zwei Nazifrei-Gruppen sind immer noch getrennt. Während die große Gruppe in Richtung Fritz-Löffler-Straße läuft, steht das Blockade-Grüppchen weiter am Pullman-Hotel.

16.35 Uhr: Immer noch stoßen Kleingruppen zu der Versammlung der örtlichen Rechten. Es werden vermutlich mehr als 500 Personen.

16.25 Uhr: Die Polizei sperrt den Friedrich-List-Platz zwischen HTW und Hauptbahnhof sowie die Fritz-Löffler-Straße. Vermutlich wird die rechte Demonstration diesen Weg nehmen. Bei Ittner, wo immer noch gesprochen wird, sind mittlerweile deutlich weniger Personen vor Ort.

Der gesperrte Friedrich-List-Platz.

Der gesperrte Friedrich-List-Platz.

Quelle: sl

16.17 Uhr: Die Marienbrücke-Blockierer werden in Höhe des Pullmann Hotels von der Polizei aufgehalten.

16.10 Uhr: Ein kurzes Zwischenfazit der Polizei zum heutigen Einsatztag.

16.08 Uhr: Am Hauptbahnhof befinden sich mittlerweile mehrere hundert Rechte, eingerahmt von Polizeikräften. Die Gegendemo steht weiter in unmittelbarer Nähe.

16.05 Uhr: Die Polizei äußert sich auf Twitter zu den vermutlich volksverhetzenden bzw. den Holocaust leugnenden Aussagen im Laufe der Ittnerschen Kundgebung.

16.02 Uhr: Das Blockierer-Grüppchen von der Marienbrücke ist auf der St. Petersburger Straße und nimmt Kurs auf den Hauptbahnhof.

15.55 Uhr: Dresden-Nazifrei ist am Hauptbahnhof angekommen und steht auf der Kreuzung St. Petersburger Straße und Wiener Platz. Es kommt zu ersten Wortgefechten mit anreisenden Rechten - um die 100 haben sich bereits eingefunden. Bei Ittner wird derweil auf ausländische Zigarettenfirmen, McDonald's, Coca Cola und auch auf Pornografie geschimpft.

Auch in diesem Jahr hatten regionale Neonazis zu einem sogeannten "Trauermarsch" aufgerufen. Die Route durch die Südvorstadt war begleitet von Protesten und Blockaden. Hier die Bilder:

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15.55 Uhr: Bei Ittner wird weiter geredet. Dresden-Nazifrei läuft weiter am Altmarkt vorbei in Richtung Hauptbahnhof, beäugt von Passanten. An der Hochschule für Technik und Wirtschaft hat sich auch ein Grüppchen linker Demonstranten gefunden.

15.42 Uhr: An der Bayrischen Straße stehen zwei Wasserwerfer und ein Räumpanzer.

15.37 Uhr: Bei Ittner spricht die ehemalige Rechtsanwältin und Holocaust-Leugnerin Sylvia Stolz. Dresden-Nazifrei ist mit ewa 150 Demonstranten auf der Schweriner Straße in Richtung Postplatz unterwegs. Am Hauptbahnhof sammeln sich, bewacht von vielen Polizeikräften und Wasserwerfern, die ersten Rechtsextremen aus der Gegend.

15.31 Uhr: Gerhard Ittner: "Deutschland soll vernichtet werden durch einen Überfremdungsvölkermord."

Gerhard Ittner

Gerhard Ittner

Quelle: dpa

15.26 Uhr: Die ehemaligen Blockierer der Marienbrücke gehen nun los in Richtung Postplatz. Bei Gerhard Ittner laufen die letzten Wortmeldungen. Unter den Rednern ist der Schweizer Bernhard Schaub, den Ittner als Holcaustleugner und damit "Kämpfer für die Wahrheit" angekündigt hat. Ein kritisch dazwischen rufender Passant wird ausgebuht und von Polizeibeamten wegbegleitet.

15.18 Uhr: Die Demonstration von Gerhard Ittner wird nicht noch einmal loslaufen.

15.13 Uhr: Durchsage von Jürgen Kasek auf der Marienbrücke: Nach einer Teepause geht es weiter in Richtung Postplatz, wo sich auch der Rest der Dresden-Nazifrei-Veranstaltung einfinden wird. Von dort soll es gemeinsam zum Hauptbahnhof gehen, wo vermutlich 16 oder 16.30 Uhr der Aufzug der örtlichen Rechtsextremen beginnt.

15.12 Uhr: Ittner ist wieder am Zwingerteich. Ob es noch einmal weitergeht, ist unklar.

15.05 Uhr: Die Ittner-Demonstration biegt wieder in Richtung Zwingerteich ein. Der Anmelder selbst ärgert sich augenscheinlich über die Umleitung. Er und seine Anhänger beschweren sich außerdem lautstark über die Dresdner Nazi-Szene. Es seien Verräter. "Ich habe das für die Dresdner gemacht", so Ittner.

14.56 Uhr: Kurzzeitig standen sich Ittner und die Blockierer (die sich zuvor erhoben hatten) auf der Marienbrücke gegenüber. Nun wird die rechte Demo in Richtung Kongresszentrum geleitet.

Ittner und Anhänger werden von der Brücke in Richtung Kongresszentrum geleitet.

Ittner und Anhänger werden von der Brücke in Richtung Kongresszentrum geleitet.

Quelle: sl

14.51 Uhr: Die Ittner-Demo mit etwa 150 Personen ist in Sichtweite der Blockade auf der Marienbrücke.

14.45 Uhr: Gerhard Ittner und Co. sind unterwegs auf der Ostra-Allee in Richtung Marienbrücke.

14.40 Uhr: Die Sitzblockade an der Marienbrücke verkleinert sich zusehends. Einige machen sich auf den Weg zur Augustusbrücke oder zurück zur ursprünglichen Demo am Landtag. Die Polizei ist mittlerweile auch beritten vor Ort. Die Versammlung um Gerhard Ittner macht sich bereit zum Abmarsch - wohin, ist noch unklar. Die ursprüngliche Route ist blockiert.

14.35 Uhr: Gerhard Ittner prophezeit unterdessen, dass die BRD untergehen und das Deutsche Reich wieder auferstehen wird. Die geplante Demo-Route der Rechten ist weiterhin blockiert.

14.27 Uhr: Die Marienbrücke ist weiter dicht. Gut 100 Leute sitzen auf der Straße, etwa ebensoviele halten sich in der Nähe bereit. Die Stimmung ist bei musikalischer Begleitung heiter.

14.16 Uhr: Die Ostraallee ist nun gesperrt. Hier entlang will Ittner zur Marienbrücke laufen. Währenddessen haben Gegendemonstranten die Brücke blockiert. Eine spontane Versammlung soll angemeldet werden. Die Polizei rückt verstärkt an.

Blockade auf der Marienbrücke

Blockade auf der Marienbrücke

Quelle: awo

14.14 Uhr: Der wegen Volksverhetzung verurteilte Gerhard Ittner kommt gleich zur Sache: Dresden 1945 sei für ihn der Holocaust.

14.12 Uhr: Eine größere Gruppe Gegendemonstranten versucht, für eine Blockade zur Marienbrücke zu gelangen. Es wird hektisch. Die Ittner-Versammlung hat begonnen, der Anmelder hält eine Rede, ist wegen Tonproblemen aber schlecht zu verstehen.

14.05 Uhr: Am Zwingerteich sind nun rund 100 Teilnehmer versammelt, darunter viele Pegida-Anhänger. Über dem Ganzen schwebt ein Hubschrauber. Dresden-Nazifrei steht weiter.

13.57 Uhr: Die Gegendemo steht immer noch vor dem Sächsischen Landtag, eine Polizeikette versperrt den Weg in Richtung Ittner-Versammlung am Zwingerteich. Die Stimmung ist gelassen.

13.50 Uhr: Die Gegendemonstration ist derweile am Landtag eingetroffen und pausiert kurz. Polizisten laufen vom Zwingerteich in diese Richtung.

13.46 Uhr: Die Polizei geht jetzt rund um die Versammlung von Ittner am Zwingerteich in Stellung. Bisher haben sich um die 50 Menschen eingefunden, darunter viele Senioren und etliche mit Pegida-Buttons.

13.30 Uhr: Die Demonstration von Dresden-Nazifrei setzt sich mit rund 200 Teilnehmern am Goldenen Reiter in Bewegung. Es geht über die Augustusbrücke.


13.19 Uhr: Selbstverstädlich wird der Tag nicht ohne Verkehrseinschränkungen vorübergehen. Die Polizei kündigt an, diese möglichst gering halten zu wollen.

13.15 Uhr:  Holocaust-Leugner Gerhard Ittner und etwa zwanzig Demonstranten sind schon am Zwingerteich. Die dortige Versammlung soll 14 Uhr beginnen.

Die Lage am Zwingerteich um 13.15 Uhr. Die Versammlung von Gerhard Ittner startet 14 Uhr.

Die Lage am Zwingerteich um 13.15 Uhr. Die Versammlung von Gerhard Ittner startet 14 Uhr.

Quelle: sl

13.08 Uhr: Die vermutete Route der am Hauptbahnhof startenden Rechten-Demonstration verläuft über die Fritz-Löffler-Straße zum Nürnberger Platz und anschließend über die Budapester zurück zur Bayrischen Straße.

13 Uhr: Die Versammlung der Gegendemonstranten am Goldenen Reiter beginnt. Rund 150 bis 200 Menschen haben sich nach Schätzung unseres Reporters bisher eingefunden. Weitere kleine Gruppen stoßen fortlaufend dazu.

12.45 Uhr: Die Polizei beobachtet heute auch die umstrittenen Kunstwerke "Lampedusa 361" am Theaterplatz und "Monument" auf dem Neumarkt intensiv.

Polizeipräsenz am Kunstwerk "Monument" auf dem Dresdner Neumarkt.

Polizeipräsenz am Kunstwerk "Monument" auf dem Dresdner Neumarkt.

Quelle: sl

12.35 Uhr: Die Polizei ist bereits massiv in der Stadt präsent, vor allem am Hauptbahnhof, am Zwingerteich und am Goldenen Reiter bis hin zum Albertplatz.

Polizei am Goldenen Reiter. Gegendemonstranten sind noch nicht vor Ort.

Polizei am Goldenen Reiter. Gegendemonstranten sind noch nicht vor Ort.

Quelle: awo

12 Uhr: Zeit zurückzublicken: 2016 trafen sich im Vorfeld des 13. Februars rund 600 Rechte in Prohlis, um gemeinsam zum Gedenkstein in Dresden-Nickern zu ziehen. Gut 400 Gegendemonstranten stellten sich dem entgegen. Der Gedenktag selbst blieb ruhig: "Der 13. Februar in Dresden: Auf dem Weg zur Normalität" titelte DNN.de im vergangenen Jahr.

Das bringt der Tag:

Die Dresdner Polizei rechnet heute mit einer „konfrontativen Versammlungslage“. Neben Holocaust-Leugner Gerhard Ittner, dessen Aufzug am Zwingerteich startet, treffen sich regionale rechte Gruppierungen am Hauptbahnhof. Eine große Gegendemo ist angezeigt, außerdem wird zu Blockaden aufgerufen.

13 Uhr sammeln sich die Teilnehmer der großen Gegendemonstration am Goldenen Reiter. Von dort zieht die Versammlung über die Augustusbrücke in Richtung Landtag und wieder zurück über die Marienbrücke in Richtung Dresdner Neustadt.

Um 14 Uhr startet die Demonstration des wegen Volksverhetzung vorbestraften Holocaust-Leugners Gerhard Ittner am Zwingerteich. Erwartet werden weniger als 100 Teilnehmer, vor allem, weil Ittner mit der hiesigen rechten Szene verstritten ist.

15 Uhr hat die AG 13. Februar eine Versammlung "Für Menschlichkeit und Demokratie" auf dem Nürnberger Platz angemeldet.

Am Nachmittag, voraussichtlich 16 Uhr, wird eine Demo der regionalen Neonazi-Gruppierungen mit Beginn am Hauptbahnhof erwartet. Angezeigt sind 500 Teilnehmer.

Kontakt zur Polizei

Die Polizei hat unter der Nummer 0351/ 483 30 00 ein Kontakttelefon eingerichtet.

fs

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