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Gedenken zum 13. Februar: Rabbiner spricht auf dem Dresdner Heidefriedhof

Verein als Dienstleister für die öffentliche Hand Gedenken zum 13. Februar: Rabbiner spricht auf dem Dresdner Heidefriedhof

Der Paradigmenwechsel beim Gedenken an die Opfer der Bombenangriffe auf dem Heidefriedhof wird am 13. Februar 2017 fortgesetzt: Die Landeshauptstadt hat sich aus dem Gedenken zurückgezogen und überlässt es dem bürgerschaftlichen Engagement, eine Veranstaltung zu organisieren. Der Verein „Denk Mal Fort“ e.V. übernimmt.

Weiße Rosen zum Gedenken auf dem Dresdner Heidefriedhof.
 

Quelle: dpa

Dresden.  Der in diesem Jahr eingeleitete Paradigmenwechsel beim Gedenken an die Opfer der Bombenangriffe auf dem Heidefriedhof wird am 13. Februar 2017 fortgesetzt: Die Landeshauptstadt hat sich aus dem Gedenken zurückgezogen und überlässt es dem bürgerschaftlichen Engagement, eine Veranstaltung zu organisieren. Der Verein „Denk Mal Fort“ e.V. übernimmt die Aufgabe, erklärte Vorsitzender Holger Hase gegenüber DNN.

„Es gibt immer weniger Überlebende der Bombenangriffe, aber das Thema bleibt in vielen Dresdner Familien präsent“, so Hase. Schlussstrichdebatten seien diesbezüglich unverständlich. Solange es Bedarf für Gedenkveranstaltungen gebe, solange müssten diese auch angeboten werden. Die frühere protokollarische Veranstaltung mit der Kranzniederlegung auf dem Heidefriedhof sei entspannt und entkrampft worden. „Wir als Verein haben es uns zur Aufgabe gemacht, ein Gedenken anzubieten, bei dem die Erinnerung an die Toten im Vordergrund steht.“

So biete der 13. Februar 2017, der auf einen Montag fällt, einen Dreiklang aus der Gedenkveranstaltung auf dem Heidefriedhof, einer Veranstaltung im Kleinen Haus und der Menschenkette zum Abschluss. Der Tag soll unter dem Oberbegriff „Menschlichkeit“ stehen, so Hase, und kündigt ein Novum an: Auf dem Heidefriedhof wird der Rabbiner Alexander Nachama die Ansprache halten. Die jüdische Gemeinde hatte die früheren offiziellen Kranzniederlegungen auf dem Friedhof regelmäßig kritisiert. „Wenn jetzt ein Vertreter der Gemeinde dort zu uns sprechen wird, dann ist das ein starkes Zeichen“, so Hase.

Der Chor „Das junge Ensemble Dresden“ wird unter der Leitung von Olaf Katzer das Gedenken musikalisch umrahmen, an den Gräbern werden die Sänger gemeinsam mit den Teilnehmern den Kanon „Dona nobis pacem“ (Gib uns Frieden) singen. „Das ist eine angemessene und würdige Form des Gedenkens“, findet Hase, der Ablauf sei im Vereinsvorstand einmütig und relativ schnell beschlossen worden.

Der Vereinsvorsitzende hofft wie im vergangenen Jahr auf eine finanzielle Unterstützung durch die Landeshauptstadt. „Wir verstehen uns als Dienstleister für die öffentliche Hand.“ „Denk Mal Fort“ wolle auch das Bestreben der Stadt unterstützen, andere Orte, die mit dem 13. Februar verbunden sind, in den Blickpunkt zu rücken. „Wir könnten uns vorstellen, dass nach der Menschenkette am Denkmal auf dem Altmarkt Grablichter zum Mitnehmen verteilt werden“, erklärt er. Die Teilnehmer an der Menschenkette könnten die Lichter dann in die Stadtteile tragen – an Stätten, an denen Menschen umgekommen sind und an Stätten, an denen die Opfer der Bombenangriffe ihre letzte Ruhe gefunden haben.

„Das existiert noch als Idee, wir müssen uns jetzt die Umsetzung überlegen“, sagt der Vereinsvorsitzende. Der Verein werde die entsprechenden Gespräche führen, kündigt er an.

www.denkmalfort.de

Von Thomas Baumann-Hartwig

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