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Ohne Spenden hätte eine alleinstehende Frau ihre Wohnung verloren

Ohne Spenden hätte eine alleinstehende Frau ihre Wohnung verloren

„Ich hab in meinem Leben immer alles allein lösen müssen“, sagt die schmale Frau. Ursula Förster soll sie hier genannt werden. Was nicht ihr richtiger Name ist. Menschen in solcher Situation indes bleiben lieber anonym.

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Anna-Sophie Krause von der Wohnungslosenhilfe (l.) berät Ursula Förster.

Quelle: Dierich Flechtner

Dresden. „Ich hab in meinem Leben immer alles allein lösen müssen“, sagt die schmale Frau. Ursula Förster soll sie hier genannt werden. Was nicht ihr richtiger Name ist. Menschen in solcher Situation indes bleiben lieber anonym. Als Kind hat sie Vater und Bruder erlebt, die Alkoholsucht aggressiv und gewalttätig machte. Ist im Kinderheim aufgewachsen, war im Jugendwerkhof. Hat dort Rinderzüchterin und Dauerbackwaren-Hersteller gelernt, mit Abschluss als Teilfacharbeiter. Dann an einer Maschine im Knäckebrot-Werk in Burgk bei Magdeburg gestanden.

1990 wurde sie entlassen. "Drei Jahre lang habe ich in einer Drückerkolonne Zeitschriftenabos verkauft", erzählt sie. Dann arbeitete sie immer wieder woanders, in einer Gärtnerei, in einer Metallwerkstatt, einer Großdruckerei oder in der Auto-Industrie. "Arbeiten habe ich gelernt zu DDR-Zeiten", erzählt sie. "Und immer zugesehen, dass ich eine Stelle hatte." Wenn keine richtige, dann wenigstens eine "Maßnahme" vom Arbeitsamt. Zuletzt hat sie in Arztpraxen und Kindergärten saubergemacht.

Geschenkt haben wollte sie nichts. Hat sich über Wasser gehalten, immer aus eigener Kraft. Allein hat sie zwei Töchter groß gezogen. Als die jüngere mit 21 auszog, begannen die Schwierigkeiten.

Etwa 600 Euro warm brauchte sie für ihre Zwei-Raum-Wohnung. "Bei tausend Euro netto bleibt am Monatsende nicht mehr viel übrig." Dann war es so wenig, dass sie die Miete nicht mehr bezahlen konnte. "Eines Tages lag die fristlose Wohnungskündigung im Briefkasten." Das konnte sie nicht mehr allein lösen. Verzweifelt suchte sie nach Hilfe im Internet, landete bei der Wohnungslosenhilfe der Diakonie-Stadtmission Dresden. Dort stellte Beraterin Anna-Sophie Krause mit ihr zusammen eine Liste der Einnahmen und Ausgaben zusammen. Dabei zeigte sich: Ursula Förster standen bei so niedrigem Gehalt ergänzende staatliche Leistungen zu. Sie vereinbarte die Zahlung der Mietschulden in Raten, besorgte sich beim städtischen Sozialamt einen Wohnberechtigungsschein und suchte nach einer kleineren Wohnung. "Das war nicht einfach mit Mietschulden."

Aber dann fand sie doch eine Ein-Raum-Plattenbauwohnung in Gorbitz. Etwas mehr als 260 Euro Miete, die konnte sie mit ihrem Einkommen aufbringen. Für die Kaution nahm sie ein Darlehen beim Job-Center auf. "Ich dachte, nun kann ich erst mal durchatmen. Da kam der nächste Tiefschlag." Sie war krank geworden. Depression, attestierte der Arzt. Fünf Tage nach dem Umzug bekam sie von ihrer Arbeitsstelle die Kündigung. Unterstützung vom Amt stand ihr zu. "Allerdings entsteht bei einer solchen Umstellung eine Lücke", erzählt Beraterin Krause. Arbeitslosengeld II wird am Ende eines Monats für den folgenden gezahlt.

Das Geld, was Ursula Förster nun zustand, aber erst am Ende des übernächsten Monats rückwirkend. Vier Wochen ohne einen Cent. Ersparnisse hatte sie nicht. Die Miete jedoch war Anfang des Monats fällig. In solchen plötzlichen Notfällen muss sofort reagiert werden. Das vermag die Wohnungslosenhilfe nur mit Spenden aus der Aktion "Dresdner helfen Dresdnern". Mit diesem Geld konnte sie die gefährliche Lücke überbrücken. Sich Hilfe zu holen, bringt Ursula Förster nur mit Mühe über sich. "Das ist für mich wie Betteln." Aber nun kann sie wieder Tritt fassen. Will sich so schnell wie möglich wieder eine Arbeit suchen. Damit sie ihre Probleme wieder allein lösen kann.

Tomas Gärtner

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