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Ankommen: "Dresden - Place to be" will Asylsuchenden helfen, in Dresden eine Heimat zu finden

Ankommen: "Dresden - Place to be" will Asylsuchenden helfen, in Dresden eine Heimat zu finden

Hunderte Asylsuchende aus Dresdner Flüchtlingsunterkünften suchen im Haus des Vereins Islamisches Zentrum Dresden in der Friedrichstadt ein Stück Geborgenheit. Sie nehmen dort an Deutschkursen teil, waschen ihre Wäsche, bekommen Essen.

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Die kleine Saymab aus Syrien zeigt im Islamischen Zentrum in der Friedrichstadt ihre Plüschtiere. Zahlreiche Asylsuchende nutzen die Angebote des Dresdner Vereins, dort an Deutschkursen teilzunehmen, Wäsche zu waschen, etwas Warmes zu essen.

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Hunderte Asylsuchende aus Dresdner Flüchtlingsunterkünften suchen im Haus des Vereins Islamisches Zentrum Dresden in der Friedrichstadt ein Stück Geborgenheit. Sie nehmen dort an Deutschkursen teil, waschen ihre Wäsche, bekommen Essen. Um das Angebot aufrechterhalten zu können, bittet der Verein "Dresden - Place to be" um Spenden. Der im Sommer 2014 gegründete Verein hatte als Reaktion auf die Pegida-Aufmärsche unter anderem das Konzert "Offen und bunt - Dresden für alle" mit Herbert Grönemeyer im Januar auf dem Neumarkt organisiert. Die Vorsitzende Elisabeth Ehninger erhielt kürzlich den Bürgerpreis der deutschen Zeitungen für ihr Engagement für Flüchtlinge.

Raslan Kaimiha ist in Aleppo in Syrien zu Hause gewesen. Drei Kinder, inzwischen 19, 24 und 37 Jahre alt, hat die 54-Jährige großgezogen. Allein, denn ihr Mann starb vor 15 Jahren. Von Beruf ist sie Schneiderin. Ihr Haus in Aleppo ist wie so viele andere von Bomben getroffen worden und steht nicht mehr. Im August kam Raslan Kaimiha mit ihren Kindern nach Deutschland. Der mittlere Sohn lebt mit ihr zusammen im Erstaufnahmelager an der Hamburger Straße. Wo die anderen beiden sind, weiß sie nicht wirklich. Vor allem um ihren Jüngsten macht sie sich Sorgen. Denn er ist Epileptiker. Sie sei jetzt zwar in Sicherheit, aber was nütze das, wenn die Familie auseinandergerissen sei, sagt sie unter Tränen. All das hat Ahmed Aslaoui vom Verein Islamisches Zentrum übersetzt. Denn die syrische Frau spricht noch kaum Deutsch.

Weil sie es aber lernen will, nimmt Raslan Kaimiha gemeinsam mit anderen Frauen aus ihrem Land und aus dem Irak am Deutschkurs teil, den Felicitas Zimmermann im Islamischen Zentrum hält. Ehrenamtlich tut die junge Frau das. Die Dresdner Lehramtsstudentin kommt immer montags und donnerstags von 16.15 bis 17.45 Uhr. Acht Frauen mit Kopftuch sitzen vor ihr. Zwei kleine Mädchen sind dabei. Auch sie lauschen der Studentin aufmerksam. "Ich trinke ein Glas Wasser", hat Felicitas Zimmermann gerade mit Kreide an die Tafel geschrieben. "Ich bringe ihnen Sätze bei, die sie im Alltag brauchen können", erklärt die junge Frau. Man verständigt sich auf Englisch. Gestaunt hat die Lehramtsstudentin, wie offen die muslimischen Frauen für alles Neue sind. Um ihnen effektiver Deutsch beibringen zu können, benötigt Felicitas Zimmermann Lehrbücher "Deutsch als Fremdsprache". "Die sind nicht billig, enthalten aber auch eine CD, mit deren Hilfe die Frauen die Sprache selbstständig erlernen könnten", meint sie. Das Geld für die Lehrbücher könne das Islamische Zentrum nicht aufbringen. Das sei nur mit Hilfe von Spenden möglich.

Doch nicht nur an Lehrbüchern mangelt es im Islamischen Zentrum, sondern auch an anderen, mitunter ganz profanen Dingen. Wissen muss man, dass der Verein vor allem Asylsuchenden aus Erstaufnahmeeinrichtungen wie an der Hamburger Straße die Möglichkeit zum Duschen und zum Wäsche waschen gibt. Ein Angebot, das die Flüchtlinge rege nutzen. "Denn die Sanitärräume reichen nicht aus und die Wäsche wird nur einmal wöchentlich zum Waschen geholt und wieder ausgegeben", berichtet Ahmed Aslaoui. Die Wechselkleider reichten zumeist nicht. Daher sei der Wasserverbrauch im Islamischen Zentrum um 30 bis 40 Prozent gestiegen. Zwischen Juli und September seien 700 Euro Mehrkosten für Strom und die Müllentsorgung angefallen.

Das Zentrum versteht sich Asloui zufolge auch als ein Ort der Entspannung, der Geborgenheit. "Heute Abend bieten wir wieder ein gemeinsames Essen an", erzählt er. Viele ehrenamtliche Helfer seien an der Vorbereitung beteiligt. Warm müsse das Essen sein und würzig. Nicht alle Asylsuchenden würden satt an der Hamburger Straße. Asloui rechnet wieder mit weit über 100 Flüchtlingen aus mehreren Unterkünften. "Vor einigen Wochen haben wir noch täglich gekocht, das schaffen wir aber einfach nicht mehr", fügt er hinzu, und Bedauern klingt in seiner Stimme.

Auch Raslan Kaimiha aus Syrien will nachher zum gemeinsamen Essen kommen. "Aber sonst möchte ich nicht betteln, sondern mithelfen, wo ich kann", übersetzt Ahmed Asloui. Immerhin sei sie Schneiderin.

Katrin Richter

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