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Kolumnen Kranke Krankheiten
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20:05 06.10.2017
Jeder gesunde Mensch ist ein Kranker, der es nur noch nicht weiß. Quelle: RND
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Hannover

Früher sagte man: “Karl-Heinz wird allmählich wunderlich.“ Heute spricht man vom “Aging Male Syndrom“. Früher sagte man: “Rüdiger kriegt den Arsch nicht hoch.“ Heute spricht man von pathologischer Prokrastination.

Früher dachte man: Ich habe einen roten Punkt am Ellenbogen, könnte es sein, dass ich krank bin? Heute kannst du dir immer sicher sein: Jawoll, du bist krank. Es ist schlimm. Es hat einen Namen. Und die Pharmaindustrie hat eine tolle Pille dagegen, die ungefähr so wirksam ist wie ein TicTac und 1600 Euro kostet. Ganz nach dem Motto: Jeder gesunde Mensch ist ein Kranker, der es nur noch nicht weiß.

Leben ist gefährlich

Leben ist gefährlich. “Die gesamte westliche Welt ist auf Dingen aufgebaut, die Krebs auslösen“, heißt es im Film “Bliss“. Wenn man alle 456 986 Ernährungsempfehlungen gleichzeitig berücksichtigt, stirbt man auf jeden Fall. Und zwar vor Hunger. Aber es gibt eben sehr viele Menschen, denen es sehr gut geht, weil es sehr vielen anderen Menschen schlecht geht.

Wenn ich groß bin, werde ich Krankheitenerfinder für die Pharmalobby. Hallo Industrie: Früher habe ich die Nächte durchgemacht, heute schaffe ich nicht mal mehr die Tage. Wäre das nicht ’ne tolle neue Krankheit? Bitte? Gibt’s schon? Tatsächlich: Die Krankheit heißt offiziell “Chronic Fatigue Syndrom“. Ich warte jetzt auf die “Focus“-Titelgeschichte: “Wohlbefinden – Alarmsignal des Körpers“.

Bewährte Medizin gegen männliche Wechseljahre

Vor ein paar Jahren haben Pharmakonzerne versucht, Pillen gegen die “Wechseljahre des Mannes“ in den Markt zu drücken. Ihr Problem: Da gibt’s schon bewährte Medizin. Sie nennt sich frisch gezapftes Pils. Überhaupt: Muss man jede Abweichung von der Norm gleich als krankhaft bezeichnen, nur weil damit ein paar Milliarden Euro zu verdienen sind? Ich finde es sehr sympathisch, das manche Menschen etwas schief ins Leben gebaut sind.

Die meisten Trendkrankheiten lassen sich sowieso mit sieben Gummibärchen, einem Mittagsschlaf und etwas Gelassenheit kurieren. “Weniger müssen müssen“ gilt eben nicht nur für Pipi. Wie sagte Bob Hope mal: “Ich fühle mich nicht alt. Bis mittags fühle ich gar nichts. Dann ist es Zeit für mein Nickerchen.“ Schönes Wochenende.

Von Imre Grimm

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