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Kolumnen Der Schreibtisch
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20:00 14.07.2017
Nichts ist befriedigender, als ein Möbelstück mit den eigenen Händen zu bauen – zumindest, bis man tatsächlich damit anfängt. Quelle: Fotolia
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Hannover

Wenn Männer etwas bauen, ist Vorbereitung die halbe Miete. Modisch wählte ich den Lumberjack-Look: die gute, alte Beuteljeans, rot-schwarzes Flanellkaro und ein bisschen Eigelb in den Bart. Und schon kann man auf die Straße, jedenfalls in Wisconsin und weiten Teilen des Saarlandes.

Im Baumarkt erwarb ich engagiert das Nötigste: einen Mikroklett-Multischleifer mit stufenloser Drehzahlvorwahl, vier Aluminiumteleskopbeine, genug Schrauben bis zur nächsten Jahrtausendwende, eine Flasche Hart­öl, eine Buchenholzplatte, zwei Stück Erdbeerkuchen, ein 14-Euro-Multitool mit 26 Funktionen und eine Dose Pflaster.

Und 8er-Dübel, denn wie sagt der Volksmund? “Gegen jedes Handwerksübel / helfen Schnaps und 8er-Dübel.“ Außerdem natürlich zwei Tüten Capri-Sonne, denn Capri-Sonne ist das Benzin des Tischlers. (Ja, ich weiß: Capri-Sonne heißt jetzt offiziell Capri-Sun. Ich werde Capri-Sonne sagen, bis meine Seele das irdische Jammertal verlässt.)

Die Asche unserer Handwerkerträume

Beim Zuschneiden der Platte gab es keine Zwischenfälle. Das hat der Mann vom Baumarkt sehr ordentlich erledigt. Beim Aussägen einer Auslassung für einen Wandvorsprung verrechnete ich mich nur um wenige Dutzend Zentimeter. Für das Anschrauben der Füße benötigten wir höchstens anderthalb Stunden.

Bei Sonnenuntergang war die Schublade so montiert, dass sie nur noch manchmal herunterfiel. Merke: Tesafilm ist im Heimwerkerbereich viel Unrecht geschehen. Den Versuch aber, mit einer Stichsäge ein kreisähnliches Loch für einen versenkbaren Stiftehalter herzustellen, brach ich ab, als das kreisrunde Loch allmählich die Form von Alaska annahm. Nichts gegen Alaska. Aber es erweist sich als schwierig, einen Stiftebecher mit der Grundform von Alaska zu finden.

Stattdessen kauften wir eine schöne Buchenholzkiste mit der Grundform von Wyoming, die groß genug war, Alaska fein säuberlich abzudecken. Anschließend verstreuten wir kichernd den feinen Sägestaub aus der Schleifmaschine im Garten wie die Asche unserer Heimwerkerträume. Dann trugen wir das Werk ins Kinderzimmer. Die Schule kann beginnen. Mein Sohn wird viel lernen. Aber immerhin: Alaska kennt er schon mal. Schönes Wochenende!

Von Imre Grimm

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