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Sonntag Genuss & Leben
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19:59 18.11.2016
Asiatisch angehauchter Weißkrautsalat mit Koriander, Granatapfel und gerösteten Erdnüssen von Sarah Wiener. Quelle: Jaekel / Mitchell CC BY-ND 2.0
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Ein wirklich einfaches wie köstliches Rezept habe ich in Indien entdeckt. Es ist das beste Weißkrautrezept, das ich kenne. Weißkraut ist nämlich durchaus nicht so typisch deutsch, wie wir immer glauben. Im Gegenteil: Weiß- und Rotkohl findet man in der ganzen Welt. Alle heutigen Kohlsorten entstanden vermutlich aus dem Wildkohl (Brassica oleracea var. Oleracea), der an den Mittelmeer- und Atlantikküsten Europas wächst.

Der Kohl war zwar schon den Römern und Griechen als Nutz- und Heilpflanze bekannt, aber er gilt heute dennoch als typisch deutsches Gemüse. Nicht zuletzt der Spitzname „Krauts“, den Engländer und Amerikaner den Deutschen gegeben haben, deutet darauf hin. Seine weite Verbreitung verdankt der Kohl aber auch seiner unkomplizierten Art: Kohlköpfe lassen sich, kühle, trockene Bedingungen vorausgesetzt, gut und sehr lange lagern – eine Grundvoraussetzung, um überall bekannt und beliebt zu werden. Im russischen Borschtsch spielt Kohl ebenso eine tragende Rolle wie beim polnischen Krauteintopf, dem Bigos, oder beim bayerischen Pichelsteiner Fleisch.

Zudem ist Kohl in der Küche ein echter Generalist: Er dient als schmackhafte Basis für deftige Wintereintöpfe und Aufläufe, als Blattwerk für die Kohlroulade, als Füllung für einen Krautstrudel, im fermentierten Zustand als Sauerkraut oder als Krautsalat. In Asien isst man allerdings Kohl meist roh oder in feinen Streifen kurz angebraten, mal mit Fisch oder Nüssen, mal mit Chili oder Kräutern, die wir in Europa kaum kennen.

Kohl ist ein wunderbarer Vitamin- und Mineralstoffträger, gerade in der kalten Zeit. Er ist reich an Magnesium, Natrium und Eisen, zudem viel Vitamin C. In diesem Punkt rangiert der Weißkohl vor allen anderen Kohlsorten. Folgendes Rezept ist nicht nur gesund und macht auch optisch etwas her, sondern es schmeckt auch denjenigen, für die matschig gekochter Kohl ein Kindheitstrauma ist. Das Beste aber ist: Dieses Rezept ist so einfach wie verführerisch!

Die Zubereitung

Für Weißkrautsalat mit Granatapfel und Koriander nehme ich einen Kopf Weißkraut, die Größe richtet sich natürlich nach der Anzahl der Esser. Den Kohlkopf putze und halbiere ich und hobele die Blätter fein. Ich knete die Kohlstreifen mit etwas Salz gut durch, bis der Kohl weich wird und Saft austritt. Allerdings übertreibe ich es nicht, denn ein Teil der Streifen sollte noch Biss haben. Tritt zu viel Saft aus, gieße ich einen Teil davon ab.

Dann wird ein großer Bund Koriandergrün grob gezupft und ein Granatapfel entkernt. Die gelben bitteren Wände werden entfernt. In einer Schüssel mit kaltem Wasser kann man die Kerne mühelos aus dem Gehäuse pulen. 100 Gramm Erdnüsse hacke ich grob, röste sie in einer Pfanne ohne Öl und salze sie ein wenig. Nun mische ich alle genannten Zutaten und gebe den Saft von drei unbehandelten Limetten, etwas Salz und schwarzen Pfeffer aus der Mühle dazu. Bitte probieren Sie es aus!

Einkaufszettel

1 Kopf Weißkohl
Salz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
1 Bund Koriander
1 Granatapfel
100 g Erdnüsse
Saft von 3 unbehandelten Limetten

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