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Rosenkohl trifft auf Wurzeln

Am Herd mit Nicole Just Rosenkohl trifft auf Wurzeln

Woche für Woche tischt an dieser Stelle eine von vier Köchinnen auf. Heute gibt es Rosenkohl mit Meerrettich-Kartoffel-Stampf von "La Veganista" Nicole Just.

Herzhaftes Wintergemüse mit feiner Schärfe: Kartoffelstampf mit Meerrettich, geröstetem Rosenkohl mit Kräutern und Linsenkeimlingen von Nicole Just.

Quelle: Just / Keenan Loo

Jetzt beginnt die Wintergemüsezeit, die Saison von Rosenkohl beispielsweise, der erst so richtig gut schmeckt, wenn er einmal Frost bekommen hat. Auch der Meerrettich hat gerade Hochsaison. Die Wurzeln sind unscheinbar, doch Meerrettich hat innere Stärken: Sobald man mit der Bearbeitung beginnt, melden sich die sehr gesunden, aber fiesen Senföle in Nase und Augen. Es lohnt sich durchzuhalten, die wertvollen Senfölverbindungen wirken antibiotisch und auch sonst ist der Rettich sehr gesund. Das kann man in der Winterschnupfenzeit eigentlich immer gut gebrauchen.

Um die Aromen der Knolle richtig zur Geltung zu bringen, empfehlen sich andere Wurzelgemüsesorten: Rote Bete, Sellerie oder Kartoffeln passen sehr gut. Letztere habe ich für mein heutiges Rezept ausgewählt: Kartoffelstampf mit Meerrettich, dazu gerösteten Rosenkohl mit frischen Kräutern und knackigen Linsenkeimlingen.

Die Zubereitung

Für das Rezept schneide ich die gewünschte Menge von der Meerettichwurzel ab, schäle das Stück und reibe es sehr fein. Vom Rosenkohl schneide ich die Strünke knapp ab, entferne unschöne Blätter und halbiere größere Kohlköpfchen. Die Kartoffeln schäle ich, schneide sie in grobe Würfel und bedecke sie knapp mit Salzwasser. Sie sind in etwa 20 Minuten gar, also schnell den Rosenkohl in den Ofen bringen.

Dafür nehme ich eine Auflaufform, gebe die Kohlköpfchen hinein und würze mit jeweils zwei Prisen Salz und Zucker, Zitronen- und Orangensaft und Öl. Alles wird gut gemischt, bevor Rosmarin und Knoblauch dazustoßen. Den Knoblauch drücke ich – ungeschält – mithilfe eines Messers an. Nach 20 bis 25 Minuten bei 180°C Umluft (oder 200°C Ober- und Unterhitze) im Ofen ist der geröstete Kohl gar.

Gekrönt werden soll das Gericht durch Linsenkeimlinge. Fairerweise muss ich sagen, dass die Herstellung einige Tage dauert. Ich verwende Berg- oder Belugalinsen, gelbe oder rote Linsen, wasche sie mit kaltem Wasser und lasse sie abtropfen. Anschließend gebe ich die Linsen in ein Glas und verschließe es mit einem Stück Stoff und Gummiband. Einmal am Tag werden die Linsen mit Wasser durchgespült, erneut abgetropft und zurück auf die Fensterbank gestellt. Nach zwei Tagen wachsen zarte Keimlinge. Als schnelle Alternative empfehle ich geröstete Haselnüsse als Topping.

Aber bevor diese gebraucht werden, muss der Kartoffel-Meerrettich-Stampf vollendet werden. Dazu die Kartoffeln abgießen und zurück in den Topf geben. Pflanzendrink, Margarine, Muskat und den geriebenen Meerrettich dazugeben, die Kartoffeln mit dem Stampfer zerdrücken. Zum Schluss mit Salz abschmecken.

Den Rosenkohl würze ich mit Salz und Pfeffer. Die Petersilie wird gehackt unter den Kohl gehoben. Zum Schluss noch ein wenig geriebene Zitronenschale über das Gericht streuen und pro Portion ein Teelöffel natives Lein- oder Olivenöl darüberträufeln. Ich gebe außerdem noch ein wenig mehr vom geriebenen Meerrettich dazu. Zum Schluss mit den Linsenkeimlingen oder Nüssen krönen und servieren.

Einkaufszettel

Für 4 Personen:

50 g Meerrettich oder 5-6 TL Meerrettich aus dem Glas
1 kg mehligkochende Kartoffeln
6 Handvoll Rosenkohl
4 Prisen Zucker
Saft und Schale von 1 Bio-Zitrone
2 EL Pflanzenöl
4 Zweige Rosmarin
2 große Knoblauchzehen (angedrückt)
Saft 1 Orange
3 EL Linsenkeimlinge oder geröstete, grob gehackte Haselnüsse
200 ml ungesüßter Pflanzendrink
2 EL Pflanzenmargarine
2 Msp. frisch geriebene Muskatnuss
1 kleines Bund Petersilie
4 TL natives Lein- oder Olivenöl
Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle

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