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Reisereporter Viele Reisende meiden Myanmar wegen Rohingya-Vertreibung
Reisereporter Viele Reisende meiden Myanmar wegen Rohingya-Vertreibung
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12:31 07.11.2017
Rohingya auf der Flucht: Das brutale Vorgehen gegen diese Minderheit lässt die Reisebuchungen für Myanmar zurückgehen. Quelle: Km Asad/ZUMA Wire/dpa
München/Kiel

Die Nachfrage nach Urlaub in Myanmar ist bei deutschen Kulturreisenden offenbar infolge der Rohingya-Krise zurückgegangen. "Der Tourismus in Myanmar ist wegen der Vertreibung der Rohingya eingebrochen", sagte Frano Ilic, Sprecher des Studienreiseanbieters Studiosus.

Rund 1100 Gäste brachte der Münchener Veranstalter 2017 in das südostasiatische Land, das sich in den vergangenen Jahren politisch geöffnet hatte - das sei noch ein leichtes Plus im Vergleich zum Vorjahr gewesen. Die Nachfrage für 2018 liege derzeit allerdings rund 55 Prozent unter dem diesjährigen Niveau, so Ilic.

Seit August sind in Myanmar etwa 600 000 Angehörige der muslimischen Rohingya aus dem Bundesstaat Rakhine geflohen, die meisten von ihnen nach Bangladesch. Geflüchtete hatten UN-Ermittlern von Gewalttaten - zum Beispiel Massentötungen - durch Soldaten Myanmars berichtet.

Bei Gebeco mit seiner Studienreisemarke Dr. Tigges liegt Myanmar nach Angaben des Veranstalters zwar auf Platz drei der Top-Ziele des kommenden Winters. "Allerdings spüren wir auch einen deutlichen Buchungsrückgang, seit die Rohingya-Problematik bewusst wurde", so eine Gebeco-Sprecherin auf Anfrage.

Anders beim Veranstalter Dertour: Die Buchungslage sei seit Monaten recht stabil, so Jörn Kraußer, Bereichsleiter Fernreisen. Eine Delle oder gar einen Einbruch der Zahlen infolge der politischen Ereignisse vor Ort sei nicht erkennbar. In den Servicecentern seien keine Fragen zur politischen Entwicklung registriert worden.

Asiatische Medien wie die "

South China Morning Post" berichteten zuletzt von massenhaften Stornierungen von Reisen in Myanmar. In der ersten Hälfte 2017 waren die Besucherzahlen noch kräftig gestiegen - laut Bericht um 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

dpa

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