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Reisereporter Unwetter auf Mallorca: Auswirkungen für Urlauber
Reisereporter Unwetter auf Mallorca: Auswirkungen für Urlauber
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17:05 11.10.2018
Aufräumarbeiten nach dem schweren Unwetter auf Mallorca. Quelle: Clara Margais
Palma

Verspätete Flüge, überschwemmte Straßen - das schwere Unwetter auf Mallorca hatte auch Auswirkungen auf Urlauber. Mittlerweile müssen sie aber auf der spanischen Baleareninsel kaum noch mit Einschränkungen rechnen.

Anders sieht es in anderen Mittelmeerregionen aus. Denn der Sturm zieht weiter und es gibt erneute

Unwetterwarnungen. Ein Überblick:

- Verkehr: Vor allem im Osten der Baleareninsel haben Wassermassen nach Angaben des

ADAC Chaos auf den Straßen verursacht. Eine Sprecherin des Reiseveranstalters Thomas Cook berichtet, dass dort Straßen überschwemmt worden seien und gesperrt werden mussten. Besonders betroffen ist die Ortschaft Sant Llorenç im Osten der Insel - sie liegt etwa 60 Kilometer östlich von Palma. Thomas Cook habe nur wenige Gäste in dem betroffenen Gebiet und alle seien wohlauf. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbandes (DRV) ist die touristische Infrastruktur im Nordosten fast wieder intakt.

- Transfer: In den vergangenen Tagen konnten einige Transfers auf Mallorca nicht planmäßig stattfinden. Laut DRV hätten die Veranstalter diese frühzeitig gestoppt. Ein Sprecher von Alltours berichtet, dass einige Gäste des Veranstalters auf dem Weg vom Flughafen zum Hotel in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch von dem Unwetter überrascht worden seien. "Sie wurden für eine Nacht in andere Hotels einquartiert und sind am nächsten Morgen bei dem ursprünglich gebuchten Unterkunft sicher angekommen."

Derzeit laufen die Aufräumarbeiten auf der Insel auf Hochtouren. Laut DRV hat die spanische Regierung Katastrophenschutz-Teams einfliegen lassen. Die Touristenregion im Westen wurde weitgehend verschont. Thomas Cook teilt mit, dass die Wege zu den Hotels dort wieder befahrbar sind. Reisende sollten sich vor Ort aber über die genauen Abfahrtzeiten erkundigen. "Für den Transfer zum Flughafen haben wir derzeit mehr zeitlichen Puffer eingeplant, damit es keine Probleme gibt", erklärte der Alltours-Sprecher.

- Flughafen Palma: Abfertigung und Flüge haben sich laut ADAC durch das Unwetter in den vergangenen Tagen verzögert. Es kam zu Verspätungen bei Starts und Landungen. Einige Gäste konnten daher ihren Rückflug nicht wie geplant antreten und wurden umgebucht. Laut DRV sind die Probleme am Flughafen mittlerweile aber behoben.

- Hotels: Einige Reiseveranstalter melden, dass es kleinere Schäden an Hotels gab. Einer Sprecherin von Tui Deutschland zufolge sind die Reparaturarbeiten aber mittlerweile weitestgehend abgeschlossen. Bei Alltours mussten vereinzelt Gäste umquartiert werden. Laut DRV gab es im Osten der Insel Stromausfälle und geringe Beeinträchtigungen. In den kommenden Wochen müssten Urlauber aber nicht mehr mit Einschränkungen rechnen. Pauschalreisen nach Mallorca finden wie geplant statt, wie etwa Tui Deutschland mitteilt.

- Sardinien: Die italienische Insel wurde von heftigen Regenfällen heimgesucht. Unter anderem Straßensperrungen waren die Folge. Schulen, Parks, Friedhöfe, Museen, Bibliotheken und Sportanlagen sind laut ADAC geschlossen. Südwestlich von Cagliari ist eine Brücke, die über den Fluss Lucia führt, durch Überschwemmungen eingestürzt - die Verbindungsstraße zwischen Cagliari und Capoterra ist laut

ADAC bis auf Weiteres gesperrt. Laut DRV gibt es für die Route aber eine Umfahrung.

- Italienisches Festland: Das Unwetter zieht weiter in Richtung Osten. Der italienische Zivilschutz warnt dem

Autoclub zufolge vor Unwettern in Ligurien, im Piemont und in der Toskana. Reisende müssen sich auf erhebliche Störungen auf den Straßen, der Schiene und in der Luft einstellen. Auch Einschränkungen im Fährverkehr sind denkbar. Laut DRV sind auch dort Überschwemmungen und Erdrutsche möglich. Erhöhte Vorsicht sei demnach vor allem an Flüssen und Berghängen geboten.

Urlauber können ihre Reise nach Einschätzung des DRV dennoch antreten. Selbstfahrern sollten sich über die aktuelle Verkehrslage informieren. Und Urlauber sollten die Wetterlage im Blick behalten und sich vorab bei ihrem Reiseveranstalter oder der Reiseleitung vor Ort zu möglichen Einschränkungen erkundigen.

- Ansprüche von Urlaubern: "Ist die Urlaubsregion konkret vom Unwetter betroffen, können Pauschalurlauber vor Reiseantritt den Vertrag aufgrund außerordentlicher Umstände kündigen", sagt Reiserechtsexperte Paul Degott. Auch der Reiseveranstalter darf sich vor Reiseantritt auf höhere Gewalt berufen und die Reise kündigen. "Dann können Urlauber ihr Geld zurückfordern", so der Rechtsanwalt.

Für Pauschalurlauber, die bereits vor Ort sind, hat der Veranstalter eine Fürsorgepflicht. Er muss beispielsweise eine Evakuierung sowie die Rückreise ins Heimatland organisieren, erklärt Degott. Wer seine Reise auf eigene Faust organisiert hat, für den gelten in der Regel die Rechte des jeweiligen Reiselandes, so der Experte weiter.

dpa

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