Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Reisereporter US-Festland: Zika breitet sich in Miami aus
Reisereporter US-Festland: Zika breitet sich in Miami aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:06 22.08.2016
Vor allem Schwangere sollten sich genau überlegen, ob derzeit eine Reise nach Florida sinnvoll ist. Quelle: Cristobal Herrera
Anzeige
Miami

Die Behörden des US-Bundesstaates Florida haben eine lokale Übertragung und Ausbreitung des Zika-Virus in der Region Miami bestätigt. Gouverneur Rick Scott sagte, das Virus breite sich sowohl in Miami Beach aus als auch in einer nördlichen Gegend der Stadt.

Neu daran wäre die lokale Ausbreitung auf dem US-Festland selbst - und nicht über Reisende, die infiziert aus Zika-Regionen zurückkehren. Gesundheitsexperten hatten schon länger befürchtet, dass Gelbfiebermücken (Aedes aegypti), die das Virus in sich tragen, eine Ausbreitung der Infektion in den USA zur Folge haben könnten. Zuvor hatten sich Betroffene im Land nur bei Reisen in von Zika betroffene Regionen oder beim Sex mit einem infizierten Partner angesteckt.

Das betroffene Gebiet in Miami Beach schließt auch den vibrierenden, stets mit Menschen vollgepackten Touristendistrikt South Beach ein. Unter den neu Infizierten in Miami Beach sind den Angaben zufolge auch Feriengäste.

Die neue Entwicklung führte dazu, dass die US-Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) nun auch Schwangeren von Reisen nach Miami Beach abrät. Das ist für die wichtige Tourismusindustrie der Stadt eine schlechte Nachricht. Allerdings waren Strände und Straßen nach Medienberichten am Wochenende gefüllt wie eh und je.

Das Virus kursiert derzeit vor allem in Mittel- und Südamerika und der Karibik. Inzwischen gilt als erwiesen, dass Zika bei Schwangeren schwere Fehlbildungen der Babys und neurologische Schäden verursachen kann (Mikrozephalie). Die Kinder kommen mit einem zu kleinen Schädel auf die Welt. Zum Tod führt eine Ansteckung nur sehr selten.

In Deutschland wurden nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) seit Oktober 2015 etwa über 100 Zika-Infektionen bei Reiserückkehrern diagnostiziert. In einem Fall wurde eine sexuelle Übertragung des Virus registriert. Seit Mai gibt es eine gesetzliche Meldepflicht für die Infektion. Die Gefahr für eine Ansteckung in Deutschland wird von Experten derzeit als sehr gering angesehen - unter anderem, weil die virusübertragende Gelbfiebermücke hier nicht vorkommt.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige