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Umland Zwischen Reparatur und Prävention
Region Umland Zwischen Reparatur und Prävention
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18:34 22.06.2018
Das Junihochwasser von 2013 hat die Pirnaer Innenstadt gezeichnet. Die meisten Flutschäden sind inzwischen behoben, doch einige Bauvorhaben stehen noch an. Quelle: Archiv/ D.Förster
Pirna

Das Elbhochwasser im Juni 2013 hat an zahlreichen Gebäuden, Straßen, Grünflächen und Kanälen in Pirna seine Spuren hinterlassen. Bis zum nächsten Jahr will die Stadt Pirna auch die letzten Hochwasserschäden beseitigen. Die Flutgefahr bleibt indessen weiter bestehen.

Beseitigung der Flutschäden

Insgesamt 124 Maßnahmen umfasst der Wiederaufbauplan, den die Landesregierung nach dem Hochwasser absegnete.  Spätestens im Juni 2019 will die Stadtverwaltung den Plan abgearbeitet haben. Die Kosten für die gelisteten Arbeiten haben sich derweil auf etwa 37 Millionen Euro summiert.

Was ist schon fertig?

Fertiggestellt wurden bislang 114 der angemeldeten Projekte, also über 90 Prozent. Als bedeutendste Maßnahme ist die Instandsetzung der Fußgängerzone Dohnaische Straße zu nennen. Doch einige große Bauvorhaben stehen weiterhin auf der Agenda.

Wo wird noch geplant und gebaut?

Derzeit realisiert die Stadt sechs Vorhaben aus dem Wiederaufbauplan. Auf der Breiten Straße wird Ende August eines der größten Projekte abgeschlossen. Monatelang wurde die Trasse instandgesetzt. Anfang Juli rollt auch wieder der Radverkehr über die Elberadweg-Brücke an der Gottleuba. Am Bauwerk laufen aktuell letzte Prüfungen. Ebenfalls kurz vor der Vollendung steht der Canalettoweg. Wenn die Grünflächen im Sommer hergerichtet sind, gibt die Stadt den Weg wieder frei. Die Arbeiten an der Grünfläche am Amalie-Dietrich-Weg werden nach den Sommermonaten beendet.  Nach wie vor wird auch an der Stützmauer in Neundorf gebaut. Sie soll bis zum Winter fertig werden.
Für einige Projekte zur Schadensbehebung muss der erste Spatenstich noch erfolgen: Am 25. Juni nimmt die Stadt Pirna den zweiten Bauabschnitt der Langen Straße in Angriff. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis zum 16. November an. Für die Vorhaben Hospitalstraße und Brücke Dietzmühle gibt es hingegen noch keinen Baustart-Termin. Die Planungen laufen, heißt es von der Stadt.

Flutschutzprojekte

Neben Reparatur ist Prävention ein ebenso wichtiger Aspekt: Potenzielle Flutgefahr geht nämlich weiterhin von der Elbe, der Seidewitz und der Gottleuba aus. Rund 90 Millionen wollen Bund und Land in die Hand nehmen, um den Flutschutz in Pirna voranzutreiben. Einige Maßnahmen konnte die zuständige Landestalsperrenverwaltung (LTV) bereits abschließen. Der Großteil der Projekte befindet sich aber weiterhin in der Planungsphase, in vielen Fällen laufen langwierige Genehmigungsverfahren.

Was ist schon fertig?

Im Stadtteil Zuschendorf hat die LTV die Seidewitz schrittweise für den Hochwasserschutz ausgebaut. Die Behörde ließ das Flussbett aufweiten, ein Wehr zurückbauen und eine Einlaufmulde anlegen.
Und dann wäre da noch jenes Flutschutztor, das bereits 2013 gute Dienste leistete. Die LTV hat die Vorrichtung bereits 2011 an der Unterführung Klosterstraße installiert. Ab einem Elbpegel von 6,30 Metern am Standort Schöna wird das Tor geschlossen.

Wo wird noch geplant und gebaut?

In der Pirnaer Altstadt soll eine Hochwasserschutzlinie entstehen. Vorgesehen ist ein Schutzwall, der parallel zum Bahndamm verläuft. Eine weitere Flutschutzanlage ist im Rückstaubereich der Elbe in die Gottleuba geplant. Ab Juli lässt die LTV dort den Baugrund untersuchen. Die gesamte Hochwasserschutzlinie befindet sich noch in der Entwurfsplanung, das Planfeststellungsverfahren will die LTV im Jahr 2020 beantragen. Bis zur Vergabe der Bauleistungen plant die Landesbehörde ein bis zweieinhalb Jahre ein – der erste Bagger kann wahrscheinlich erst nach 2021 anrollen. Die Bauzeit beträgt laut LTV rund vier Jahre.
Damit ein Hochwasser der Gottleuba abfließen kann, ohne Schäden zu hinterlassen, will die Landestalsperrenverwaltung zudem die Ufermauern an der Mündung um 0,5 bis 1,50 Meter erhöhen. Dazu sind schon Abstimmungen mit der Stadt erfolgt. Die Planungen sollen im kommenden Jahr fortgesetzt werden.
Ein weiteres Großprojekt ist das Rückhaltebecken Niederseidewitz. Die Antragsunterlagen wurde 2011 eingereicht, eine Genehmigung steht aber noch aus. Die LTV rechnet mit etwa vier Jahren Bauzeit für das Becken mit rund 2,6 Millionen Kubikmetern Stauraum.
In Höhe des Walter-Schmiedel-Weges steht schließlich noch die Verbreiterung des linken Seidewitz-Ufers auf dem Plan. Das Planfeststellungsverfahren läuft seit Oktober 2015, seitdem ist allerdings wenig passiert. Regulär hat die LTV ein Jahr für das Bauvorhaben eingeplant.

Junes Semmoudi

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