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Umland Zwei Männer sollen arglosen Freund fast getötet haben
Region Umland Zwei Männer sollen arglosen Freund fast getötet haben
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17:39 03.05.2018
Quelle: Archiv/dpa
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Meißen/Riesa

Zum dritten Mal stehen seit Donnerstag zwei Cousins aus Riesa vor dem Dresdner Landgericht. Im Mai 2015 waren sie wegen versuchten Totschlags verurteilt worden.

Die Staatsanwaltschaft hatte versuchten Mord angeklagt, aber die Kammer hatte das Mordmerkmal der Heimtücke verneint. Patrick G. erhielt eine Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten, Illyas G., der zur Tatzeit erst 18 war, wurde nach Jugendstrafrecht zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Zwei Verfahren schon gelaufen

Die Staatsanwaltschaft hatte gegen das Urteil erfolgreich Revision eingelegt. Der Bundesgerichtshof (BGH) sah die Wehrlosigkeit des Opfers sowie Heimtücke nicht ausreichend berücksichtigt, hob das Urteil wieder auf und verwies den Fall an eine andere Kammer des Landgerichts. Ein neues Verfahren im Frühjahr 2017 platze wegen einer Formalie – es ging um die Besetzung einer Schöffin. Seit Donnerstag folgt nun der nächste Anlauf. Erneut müssen sich beide wegen versuchten Mordes verantworten.

Schüsse, Schläge, Stiche: Es ist fast unglaublich was die Staatsanwaltschaft den Cousins zur Last legt. Die beiden sollen am Abend des 8. Mai 2013 einen guten Freund (damals 18 Jahre alt) in dessen Wohnung in Riesa auf brutalste Art attackiert haben. Das Trio hatte zunächst gemeinsam Videos geschaut und am Computer gespielt, dann fielen die beiden völlig überraschend und ohne vorherigen Streit über den jungen Mann her.

Als das Opfer völlig entspannt bäuchlings auf den Bett lag, soll Illyas G. dem völlig Arg- und Ahnungslosen aus nächster Nähe mit einer Luftdruckpistole siebenmal in den Kopf, dreimal in den Hals und viermal in die Arme geschossen haben – mehrere Projektile blieben stecken. Danach habe er seinen Cousin aufgefordert: „Schlag zu, schlag ihn tot.“

Prozess wird fortgesetzt

Patrick G., so die Anklage, schlug daraufhin dem Opfer zweimal mit einem kiloschweren und sehr scharfkantigen „Hammerwerk“, das sich in dem Zimmer befand, auf den Kopf. Der 18-jährige wehrte sich trotz der Verletzungen heftig und konnte sich befreien. Als er weglaufen wollte, stach ihm Patrick G. zweimal mit einem Brotmesser, das er zuvor aus der Küche geholt hatte, in den Rücken. Blutüberströmt gelang es dem Opfer, sich zu einem Nachbarn zu retten. Der 18-Jährige musste im Krankenhaus notoperiert werden.

„Ich hatte Todesangst, konnte aber fliehen“, hatte er bei der ersten Gerichtsverhandlung erklärt. Der junge Mann hatte auch nach der Tat erheblich mit dem Vorfall zu kämpfen, war traumatisiert und zog aus Riesa weg.

Patrick G. hatte zwar ein Crystalproblem – Drogen oder Alkohol sollen aber bei der Tat nicht im Spiel gewesen sein. Ansonsten liegt das Motiv völlig im Dunkeln, die Angeklagten hatten sich zu den Vorwürfen vor Gericht nicht geäußert. Auch am Donnerstag wollten sie dazu keine Angaben machen. Der Prozess wird fortgesetzt

Von Monika Löffler

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