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Zitzschewiger feiern die Ersterwähnung des Dorfkerns

Radebeul Zitzschewiger feiern die Ersterwähnung des Dorfkerns

Seit wenigstens 650 Jahren gibt es Altzitzschewig. Am Wochenende lädt die Dorfgemeinschaft deswegen erstmals zu einem großen Fest, das mit offenen Höfen und einer Mitmachbühne an die Anfänge des Weinfests in Altkötzschenbroda und das Dorf- und Schulfest in Naundorf erinnert. Für Besucher gibt es viel zu entdecken.

Kleinod Altzitzschewig. Weniger bekannt als Altkötzschenbroda oder Naundorf liegt diese kleine Landidylle etwas abseits der Meißner Straße.
 

Quelle: Uwe Hofmann

Radebeul.  Der Stadtteil Zitzschewig ist in diesem Jahr in Radebeul in aller Munde. Ende Juli will die Stadtverwaltung gemeinsam mit der Wasserversorgung und Stadtentwässerung die Hauptverkehrsader Meißner Straße in Zitzschewig für eine Kanalverlegung mit anschließender Straßensanierung voll sperren. Autofahrer aus Richtung Dresden kommen dann nur noch bis zur Gerhart-Hauptmann-Straße. An diesem Wochenende lohnt es sich, noch eine Querstraße vor der Gerhart-Hauptmann-Straße rechts abzubiegen, um ein ganz anderes Bild der Radebeuler Ursprungsgemeinde zu bekommen. So gelangt man nämlich nach Altzitzschewig, ein Rundlingsdorf sorbischen Ursprungs, das ein paar Dutzend Meter neben der vielbefahrenen Staatsstraße so etwas wie eine ländliche Idylle darstellt. Am Sonntag jährt sich die urkundliche Ersterwähnung des Ortes zum 650. Mal, weshalb die Altzitzschwiger an beiden Tagen des Wochenendes zu einem großen Fest einladen (siehe Programmkasten).

„Unkonventionell und nicht perfekt“ soll die Feier nach Auskunft von Jörg Tretner werden, der als „Moderator der Dorfgemeinschaft“ firmiert. Das bedeutet nichts anderes, als dass er die Fäden bei der Organisation in Händen hält. Geplant ist ein Fest, bei dem es keine Verkaufsbuden gibt, dafür eine Bühne auf dem Dorfplatz, daneben zwei Zelte der Weinbaugemeinschaft Zitzschewig mit Weinausschank und jede Menge Leben in den 13 Höfen, die an beiden Tagen öffnen werden. „Wir wollen keinen Kommerz, sondern entspannte Gespräche und ein schönes Bühnenprogramm“, sagt er. Man darf sich das in etwa so vorstellen, wie die Anfangstage des Weinfests in Altkötzschenbroda oder eine kleinere Version dessen, was der Dorf- und Schulverein regelmäßig in Naundorf auf die Beine stellt: Eine Dorfgemeinschaft feiert sich selbst, die Musik spielt in den Höfen und an Eintritt wird nicht gedacht.

Dafür steigen auch die Steillagenwinzer der Winzergenossenschaft Zitzschewig ins Dorf hinab. Vor fünf Jahren haben sie anlässlich des Jubiläums 800 Jahre Weinbau in Sachsen bereits ein erstes Fest in Altzitzschewig ausgerichtet, nun sind sie Partner der von den Anwohner organisierten Sause. Dafür verzichten sie für die Tage des offenen Weinbergs, die ebenfalls am Wochenende gefeiert werden, auf ein eigenes Programm im Krapenberg. Die anderen beiden Weinbauvereine der Steillagenwinzer der Nieder- und Oberlößnitz begrüßen Weinfreunde dagegen wie gewohnt in ihren Weinbergen (siehe Kasten).

Auf der Bühne soll einerseits die Geschichte Altzitzschewigs humorvoll aufgearbeitet werden. Anders als oft behauptet, war eben nicht der Verkauf eines Weinbergs, sondern eine Stiftung Anlass für die Ersterwähnung, sagt Tretner. Andererseits will man die Bühne für alljene öffnen, die etwas können. Ein Jongleurduo habe sich schon angesagt, ebenfalls wird eine Parodie zum Besten gegeben. Außerdem gibt es Musik, von der Bigband des Gymnasiums Coswig über Linedance bis zur Dorfdisko. Am Sonntag, 11 Uhr, ist dann ein Höhepunkt geplant. Weil die Ersterwähnungsurkunde auf einen 12. Juni 1366 ausgestellt ist, will man exakt 650 Jahre später dem Dorf ein Geburtstagsständchen bringen. Dazu werden 20, 30 Sektflaschen „gleichzeitig geschüttelt und geklopft, damit wir ordentlich anstoßen können“, sagt Tretner.

Beschaulicher geht es bei einem Kinderflohmarkt zu, bei dem jedes Kind mitmachen kann. Wie eine Versteigerungsshow mit Bonbonschleuder aussieht, erfahren Besucher am Sonntag, 14.30 Uhr. Anderthalb Stunden später wollen die Zitzschwewiger Volkslieder singen, weshalb sie extra Liederzettel verteilen. Ein Dorf und seine Eigenarten eben.

Von Uwe Hofmann

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