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Umland Wortskulptur „Miteinander“ verlässt Heidenau
Region Umland Wortskulptur „Miteinander“ verlässt Heidenau
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17:58 28.04.2016
Während der Einweihung der Skulptur im Oktober vergangenen Jahres bemalten und bedruckten zahlreiche Menschen die Stahlbuchstaben mit ihren Händen und dem Wort „Miteinander“ in 18 verschiedenen Sprachen. Quelle: Foto: Daniel Förster
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Heidenau

Die Wortskulptur „MITEINANDER“ verlässt Heidenau. Am Donnerstagnachmittag begann der Abbau der Stahlinstallation des deutsch-türkischen Künstlers Hüseyin Arda. Seit Oktober vergangenen Jahres stand sie auf dem Platz der Freiheit. Mit der Skulptur wollten regionale Künstler und Unternehmer, unterstützt von der Stadtverwaltung Heidenau, ein sichtbares Zeichen setzen für ein tolerantes und respektvolles „Miteinander“. Dieses Wort wurde aus großen Buchstaben aus Stahl gebildet. Zur Einweihung stellten zum Beispiel der Jugendbeirat der Stadt Heidenau zusammen mit der Werbeagentur Kuntzsch Schablonen her, mit denen „MITEINANDER“ in 18 verschiedenen Sprachen auf die Skulptur gesprüht wurde.

Nach dem nach Plan erfolgten Abbau Ende April zog Heidenaus Bürgermeister Jürgen Opitz (CDU) ein positives Resümee: „Diese beispielhafte Aktion zeigt, dass die respektvolle Kommunikation ein wichtiger Bestandteil des Miteinanders ist. Ein großer Dank geht an die Künstler, die Unternehmer und alle anderen Beteiligten dieser Aktion.“ Nach dem Abbau wird die Skulptur auf das Gelände der GEORADO-Stiftung in Dorfhain gebracht, wo sie neben anderen Stahlskulpturen einen Platz findet.

Während ihrer Zeit in Heidenau wurde die Skulptur immer wieder unterschiedlich farblich gestaltet. Einmal sogar komplett in den Reichsfarben Schwarz-Weiß-Rot übersprüht. Am vergangenen Wochenende wurde sie mit den Deutschlandfarben Schwarz-Rot-Gold bemalt. Mit dieser Aktion brüstet sich die asylfeindliche Facebook-Gruppe „Heidenau hört zu“ auf ihrem Account in dem Internetforum.

Für den Künstler Olaf Stoy war die Skulptur ein wichtiges Statement zum Zeitgeschehen, das zur Diskussion und zum Nachdenken anregte. „Nun zieht die Wortskulptur weiter. Ihre Aussage ist immer noch genauso wichtig wie zum Zeitpunkt ihrer Aufstellung“, so Stoy. Die Wortskulptur war als Reaktion auf die ausländerfeindlichen Krawalle vor der Flüchtlings-Notunterkunft im ehemaligen Praktiker-Baumarkt aufgestellt worden.

Das 15 Meter lange Kunstwerk wurde auf dem Firmengelände von Jens Jähnig gefertigt. „Das war das richtige Zeichen zum richtigen Zeitpunkt. Wir wollten mit diesem gemeinsamen Kunstwerk eine Diskussion anregen. Das war logischerweise auch kontrovers. Wichtig war, dass die Diskussionen friedlich geblieben sind“, lautet das Fazit des Unternehmers aus Dorfhain.

Von Silvio Kuhnert

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