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Umland Wohnen oder Gewerbe an der Fabrikstraße – Zwist gelöst!?
Region Umland Wohnen oder Gewerbe an der Fabrikstraße – Zwist gelöst!?
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09:53 04.12.2018
Problematische Lage: eingezwängt zwischen Gewerbe (links) und Wohnbebauung (rechts) liegt eine Brachfläche an der Fabrikstraße in Radebeul. Quelle: Quelle: google maps
Radebeul

Ende Mai kommenden Jahres sind die Radebeuler aufgerufen, einen neuen Stadtrat zu küren. Und die Kommunalwahl 2019 wirft ihre Schatten voraus. Die Radebeuler CDU berichtet in einer Pressemitteilung über ihren jüngsten Besuch zusammen mit OB Bert Wendsche (parteilos) bei einer Firma an der Fabrikstraße. Auf den ersten Blick ist dies nicht ungewöhnlich. Beim genauen Hinsehen handelt es sich um eine weitere Etappe im Streit um eine Brachfläche.

Die Mitteilung dient der Verteidigung eines Stadtratsbeschlusses vom Juni dieses Jahres, bei dem sich eine Mehrheit gegen das Projekt „Wohnpark Elbgärten Radebeul“ entschied. Der Beschluss ist bis heute nicht unumstritten. Für die Stadtratsfraktionen SPD und Bürgerforum/Grüne stellt der gesamte Prozess bis zur Entscheidungsfindung ein Negativbeispiel dar, wie man als Stadt mit einem Investor nicht umgehen sollte.

Folgendes war passiert: Neun Mehrfamilienhäuser und acht Doppelhäuser wollte ein Projektentwickler auf der verwilderten Fläche an der Fabrikstraße errichten, die sich in etwa ab Höhe Emil-Schüller-Straße in Richtung Westen bis zu einer Kleingartensiedlung sowie der Firma Hasse erstreckt. Sowohl von der Verwaltung als auch vom Stadtrat wurde das Vorhaben zunächst begrüßt. Denn einerseits ist im Flächennutzungsplan eine Wohnbebauung dort vorgesehen. Andererseits hat sich die Lößnitzstadt zu dieser ausdrücklich bekannt, als vor rund zehn Jahren eine Bauvoranfrage zur Errichtung eines Swinger-Clubs im Rathaus einging. Der Investor fühlte sich zu der Entwicklung des Wohnparks ermuntert. Zwei Schallgutachten ergaben jedoch, dass die nahe Lage zu den Gewerbebetrieben für Lärmprobleme in der neuen Wohnsiedlung sorgen wird.

Der Konflikt um den Lärmschutz war für die CDU-Stadtratsfraktion der ausschlaggebende Grund, die an das Gewerbegebiet heranrückende Wohnbebauung zu stoppen, um die weitere Entwicklung der dort ansässigen Betriebe nicht zu gefährden. Auch OB Bert Wendsche betonte die strategische Bedeutung dieser Stadtratsentscheidung. Es ginge dabei um nichts weniger als um die langfristige Sicherung des Gewerbestandortes Fabrikstraße, wie es in der von CDU-Stadtratsfraktionschef Ulrich Reusch verfassten Pressemitteilung heißt.

Stadtoberhaupt und Christdemokraten haben ein ehrenwertes Motiv. Sie sorgen sich um die Jobs in den Betrieben an der Fabrikstraße. Unmittelbar an den potenziellen Wohnpark grenzt beispielsweise die Firma Hasse Transport. Das Unternehmen blickt auf eine 124-jährige Geschichte zurück. Über 100 Menschen stehen dort in Lohn und Brot. Der Betrieb bildet Lehrlinge aus. Und seit er im Jahr 2003 seinen Hauptsitz von Lindenau an die Fabrikstraße verlegte habe, wurde erheblich in diesen Standort investiert. Weil Firmen wie Hasse, Vadossi und andere mehrere Hundert Arbeitsplätze an der Fabrikstraße geschaffen haben, setzen sich die Christdemokraten für die langfristige Sicherung des Gewerbegebietes ein.

Mit der Ablehnung des Wohnparks brachte die Stadtratsmehrheit jedoch gleichzeitig die Aufstellung eines B-Plans auf den Weg mit dem Ziel, das Areal als Gewerbestandort auszuweisen. Hier sehen SPD und Bürgerforum/Grüne neue Konflikte aufziehen. Denn damit rücken Betriebe bis an die bestehende Wohnbebauung östlich der Emil-Schüller-Straße heran. Mit der jetzigen Beschlusslage ist für Eva Oehmichen, Stadtratsfraktionschefin von Bürgerforum/Grüne, die Chance auf eine „städtebauliche Kompromisslösung“ vertan worden. Ihrer Meinung nach müsse man zwischen Gewerbegebiet und Wohnhäusern eine Wand oder ein Bürohausriegel als Lärmschutz schieben, so Oehmichen.

SPD-Fraktionschef Thomas Gey wirft OB Wendsche einseitige Parteinahme vor. Seiner Meinung nach hätte das Stadtoberhaupt zwischen den Interessen der Gewerbetreibenden und denen des Wohnpark-Investors moderieren müssen.

Von Silvio Kuhnert

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