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Wochenmarkt-Pläne sorgen für Diskussion in Radebeul-West

Neugestaltung der Bahnhofstraße Wochenmarkt-Pläne sorgen für Diskussion in Radebeul-West

Der Radebeuler Stadtrat konnte sich bislang noch nicht für eine Neugestaltungsvariante der Bahnhofsstraße in Radebeul-West entscheiden. Jetzt fand eine Einwohnerversammlung vor Ort statt. Auf ihr gab es viel Widerspruch zu dem Plan, den vorhandenen Baumbestand für die Etablierung eines Wochenmarktes zu opfern.

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Am Umgang mit den großen Bäumen auf der Bahnhofstraße in Radebeul-West scheiden sich die Geister.

Quelle: Silvio Kuhnert

Radebeul. Eine Kompromisslösung bei den Neugestaltungsideen für die Bahnhofstraße in Radebeul-West zu finden, erweist sich als schwierig. Dies hat einmal mehr die Informationsveranstaltung am Donnerstagabend im Bürgertreff gezeigt. Der Konflikt entzündet sich an den sieben großen Bäumen vor Ort: Sollen sie stehen bleiben oder zugunsten eines Wochenmarktes weichen? Der Erhalt der Gehölze sowie regelmäßiges Markttreiben, lässt sich nach aktuellem Stand der Diskussion nicht unter einen Hut bringen.

Die Bahnhofstraße liegt im Sanierungsgebiet „Zentrum Radebeul-West“ und ihre Umgestaltung ist eines der Hauptvorhaben in dem Stadtteil. Um ein Städtebauförderprogramm zum Aufhübschen des Gebietes hat sich die Verwaltung nach einem Hilferuf der Händler bemüht. Die Gewerbetreibenden hoffen auf eine Belebung des zentralen Straßenzugs in Radebeul-West. Als Vorbild dient die Hauptstraße im Ostteil der Stadt.

Olaf Holthaus vom Stadtplanungsamt brachte noch einmal die Grundsätze, welche die Verwaltung den zur Diskussion stehenden Gestaltungsvarianten zugrunde gelegt hat, auf den Punkt: „Ausstattung mit ausreichend Kurzzeitparkplätzen in Ladennähe; eine adäquate Begrünung; die Etablierung eines funktionierenden Wochenmarktes.“ Unter der Prämisse Markt kommt aus Sicht der Stadtplanung nur eine Variante in Frage: Der jetzige Baumbestand muss weichen; dafür wird eine neue Allee gepflanzt und an beiden Fahrbahnseiten Parkstreifen so angelegt, dass sie nicht nur mehr Stellplätze auf die Bahnhofstraße bringen, sondern an Markttagen 16 Ständen Platz bieten. „Diese Anzahl sollte es sein“, so Holthaus, damit der Markt Anziehungskraft entfalte und ein wirtschaftlicher Betrieb gewährleistet sei. Das Marktgeschehen ist immer nur an Sonnabenden möglich, da in der Woche Linienbusse über die Bahnhofstraße rollen und die wichtige Verkehrsachse deshalb nicht gesperrt werden kann. Die Marktzeiten sollen zwischen 9 und 14 Uhr liegen.

Bei der Bürgerbefragung im vorigen Jahr, an der sich 343 Radebeuler beteiligt hatten, bekam diese Variante nicht einmal ein Viertel der Stimmen. Eine Mehrheit von 42 Prozent sprach sich für die Variante aus, die den Erhalt der Bäume und eine Sanierung im jetzigen Bestand mit der Pflanzung weiterer Gehölze vorsieht. Zwischen den Baumstämmen können allerdings nur sechs Stände stehen, was aus Sicht der Verwaltung zu wenig sei, um Kunden anzulocken.

Im gut gefüllten Bürgertreff sprach sich der Großteil der rund 50 Anwesenden für den Erhalt der Bäume aus. Ihre Agrumente fasste Stadtrat Uwe Wittig (Freie Wähler) wie folgt zusammen: „Ein gesunder Baumbestand soll gefällt und die Straße umgeackert werden, nur um einen Wochenmarkt zu etablieren. Was passiert, wenn wir dann feststellen, dass zu wenig Händler kommen?“, fragte er und gab auch gleich die Antwort: „Das wäre eine Katastrophe.“

Seine Zweifel wurden nicht zuletzt durch Aussagen von Cornelia Bielig, die im städtischen Kulturamt für die Organisation von Festen und Märkten zuständig ist, genährt. Sie gab zu bedenken, dass der Wochenmarkt in Radebeul-Ost bereits seit Anfang der 1990er Jahre existiere. Einen neu zu etablieren, sei kompliziert. „Die Bahnhofstraße ist als Standort für einen Wochenmarkt nicht geeignet“, sagte sie und betonte, dass dies ihre ganz persönliche Meinung sei. Einige der anwesenden Bürger würden ihn lieber auf dem Dorfanger oder der Festwiese in Altkötzschenbroda platzieren.

Wie geht es nun weiter? Mit dem Thema Bahnhofstraße müssen sich nun wieder die Stadträte in den Ausschüssen befassen. Die Verwaltung plant unter anderem die Gewerbetreibenden vor Ort noch einmal zu befragen, um auszuloten, was ihr Haupthautanliegen ist: große Schattenspender oder ein Markttag.

Von Silvio Kuhnert

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