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Wismut-Stolln in Freital: Kumpel schaffen Durchbruch

Wismut-Stolln in Freital: Kumpel schaffen Durchbruch

Der Durchschlag ist geschafft. Die Bergmänner des "Wismut-Stolln" haben nach reichlich fünf Jahren harten Buddelns den "Tiefen Elbstolln" erreicht.

Freital.

Von Silvio Kuhnert

Gute 1910 Meter kämpften sie sich durch Freitals Erdreich vom ehemaligen Steinbruch Osterberg gen Westen bis Freital-Zauckerode. Und es war ein wirklicher Kampf. "Der Wismut-Stolln sollte bereits 2009 fertig sein", berichtet Projektleiter Volkmar Lachmann. Doch die geologischen Bedingungen erwiesen sich als kompliziert.

Vom Steinbruch aus legten die 21 Bergmänner zuerst einmal eine 370 Meter lange Rampe an. Sie führt rund 60 Meter in die Tiefe. Im Porphyrit ging es auch zügig voran. "Der Vortrieb lag bei rund 100 Meter im Monat", erinnert sich der 1. Steiger Andreas Guhr. Doch unter der Weißeritz begannen die Probleme. Die Bergleute stießen auf lockeren Tuffstein. Der machte nicht nur zusätzliche Sicherungen notwendig, sondern durch den porösen Stein drang auch viel Wasser in den Stolln, was der Technik zu schaffen machte. "Da kamen wir nur sieben Meter pro Monat voran", sagt Guhr.

Beim Wismut-Stolln handelt es sich quasi um einen großen Abwasserschacht, 3,30 Meter hoch und 3,40 Meter breit. "Der Durchmesser wird nicht für das Grundwasser gebraucht", stellt Guhr klar. Die stolzen Maße des wohl letzten Stollens, der in Freitals langer Bergbautradition gegraben wird, liegen in der Technik begründet. "Bei der Auffahrung müssen Bohrmaschine und Fördermaschine nebeneinander Platz haben", erklärt Guhr. Bei jeder der drei Schichten am Tag sind immer drei Hauer, ein Elektriker und ein Schlosser untertage. "Das ist eine optimale Besetzung", meint Steiger Guhr.

Auch wenn der Wismut-Stolln nicht komplett mit Wasser gefüllt wird, muss er künftig gute 100 Kubikmeter Grundwasser pro Stunde fassen. Denn soviel pumpt das Unternehmen "Wismut" derzeit im Schnitt aus ihren einstigen Grubenfeldern in Gittersee und Heideschanze, um den Grundwasserspiegel rechts der Weißeritz auf dem jetzigen Niveau zu halten. Als die "Wismut" begann, sein stillgelegtes Bergwerk nach der Sanierung zu fluten, sollte sich das Wasser unterirdisch seinen Weg suchen. "Leider trat der natürliche Abfluss nicht ein", sagt Firmensprecher Frank Wolf. Keller wurden nass und auf Wiesen bildeten sich kleine Seen. Die "Wismut" warf die Pumpen wieder an. "Wir suchten nach einer nachhaltigen Lösung, die wenig Energie verbraucht und keine großartige Wartung erfordert", informiert Wolf.

Ihre "alten" Kumpels machten es in der Vergangenheit den heutigen Bergleuten vor. Um überschüssiges Grundwasser abzuführen, legten sie in den Jahren 1817 bis 1837 den "Tiefen Elb-stolln" an. Der ist rund sechs Kilometer lang und leitet das Wasser über ein natürliches Gefälle unterirdisch von Freital-Zauckerode nach Dresden-Cotta in die Elbe. Dieses Wasserhaltungsbauwerk wird nun mit dem Wismut-Stolln um rund drei Kilometer erweitert.

Nach dem Durchschlag stehen bis Ende August die Arbeiten für die Gleis-Anbindung an. Auf den Schienen können sich künftig Fahrzeuge für Kontrollen und Wartungen durch den Tunnel bewegen. "In den kommenden Monaten müssen Bohrwagen und Seitenkipplader instandgesetzt werden", berichtet Wismut-Sprecher Wolf. Im Dezember soll dann die Auffahrung in östlicher Richtung weitergehen. Dort sind bereits 320 Meter ausgegraben. Doch bis zum Stollenende am Schacht 3 sind noch auf reichlich 600 Meter Gesteinsmassen zu bewegen. Im Jahr 2014 sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein. "Dann sind wir mit der Sanierung am Standort Gittersee und Freital wirklich fertig", meint Projektleiter Lachmann. In den Bau des Stollns investiert die Wismut rund 20 Millionen Euro.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.08.2012

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